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10.11.2015

11:32 Uhr

Steuerhinterziehung

Razzia bei deutschen Kunden von Luxemburger Sparkasse

Der Vorwurf: Steuerhinterziehung. Die Ausmaße: Gigantisch. Über 50.000 deutsche Kunden der Luxemburger Sparkasse sollen den Fiskus betrogen haben. Derzeit werden bundesweit die Häuser vermögender Kunden durchsucht.

Bundesweit finden derzeit Durchsuchungen bei deutschen Kunden der Luxemburger Sparkasse BCEE statt. dpa

Steuerfahndung

Bundesweit finden derzeit Durchsuchungen bei deutschen Kunden der Luxemburger Sparkasse BCEE statt.

Köln/WuppertalDie Staatsanwaltschaft Köln und die Steuerfahndung Wuppertal haben Medienberichten zufolge wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung eine Razzia bei zahlreichen deutschen Kunden der Luxemburger Sparkasse BCEE begonnen. Die Bankkunden sollen die Banque et Caisse d'Epargne de l'Etat genutzt haben, um Schwarzgeld vor dem Fiskus zu verstecken, wie die „Süddeutsche Zeitung“ (Dienstag), NDR und WDR berichteten.

Der nordrhein-westfälische Finanzminister Norbert Walter-Borjans erklärte angesichts der Berichte über Durchsuchungen: „In diesem Metier ändert sich nur etwas, wenn der Staat Zähne zeigt.“ Andernfalls werde sich das „systematische Ausplündern der Allgemeinheit durch Steueroasen mitten in Europa – egal ob in der Schweiz, in Luxemburg, in Deutschland oder anderswo – ungehemmt fortsetzen“.

Die Staatsanwaltschaft Köln wollte den Bericht unter Berufung auf das Steuergeheimnis nicht kommentieren. Rund 120 Kunden der BCEE aus Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland seien betroffen. Von der BCEE war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Doch bestätigten informierte Kreise dpa den Vorgang.

Dem Bericht zufolge sollen die Durchsuchungsaktionen die ganze Woche andauern. Bundesweit seien zwischen 150 und 200 Ermittler im Einsatz. Demnach sind die Behörden in Nordrhein-Westfalen im Besitz der Kontounterlagen von knapp 54.300 deutschen Kunden der Luxemburger Sparkasse.

Dies sei der größte Datensatz, den Steuerfahnder in der Bundesrepublik jemals über eine in- oder ausländische Bank in die Hände bekommen hätten. Die Fahnder konzentrierten sich deshalb zunächst auf Kunden mit mehr als 300.000 Euro Geldanlage im Großherzogtum.

Nordrhein-Westfalen hat seit 2010 mehrfach Datenträger mit Insider-Informationen über Steuerhinterzieher gekauft, bei der Staatsanwaltschaft Köln laufen mit dem Vorgang vertrauten Personen zufolge knapp 30 Verfahren gegen internationale Geldinstitute und deren Niederlassungen. SPD-Politiker Walter-Borjans machte klar, dass das Land auch künftig Steuer-CDs kaufen wird: Steuerfahndung und Staatsanwaltschaften würden weiter „auf Hinweise aus der Szene zugreifen, zur Not auch dann, wenn sie nicht kostenlos sind“, unterstrich der Minister.

Von

dpa

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