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10.12.2013

08:05 Uhr

Steuerstreit mit USA

Vontobel lässt Frist für Selbstanzeige verstreichen

Bis Montag konnten sich Schweizer Banken wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung in den USA anzeigen und dann auf Milde der Behörden hoffen. Ein kleines Institut geht den Weg, der Vermögensverwalter Vontobel nicht.

Vontobel-Zentrale in Zürich: Keine Angst vor US-Behörden. dpa

Vontobel-Zentrale in Zürich: Keine Angst vor US-Behörden.

ZürichIm Steuerstreit mit den USA ist sich die Bank Vontobel keiner Schuld bewusst. Sie wolle dem amerikanischen Justizministerium beweisen, dass keine US-Steuergesetze verletzt wurden, teilte der Schweizer Vermögensverwalter am Dienstag mit. Sollten die US-Behörden Vontobel dennoch Beihilfe zur Steuerhinterziehung nachweisen können, drohen der Bank empfindliche Strafen.

Bis zum Montag mussten die Banken der Finanzmarktaufsicht Finma mitteilen, ob sie sich wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung selbst anzeigen. Die Regionalbank Valiant hat dabei einen anderen Weg als Vontobel gewählt. Wegen möglicher Beihilfe zur Steuerhinterziehung für eine kleine Anzahl amerikanischer Kunden will sich Valiant selbst anzeigen. Valiant will den Weg der Selbstanzeige gehen, obwohl die Regionalbank überzeugt ist, dass weniger als 0,1 Prozent ihrer 400.000 Kunden in den USA einer Steuerpflicht unterliegen.

Hohe Geldbußen für Banken

Einleitung

Für manipulierte Zinsen, fragwürdige Beratung bei Krediten oder für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte haben schon viele Banken mit hohen Summen büßen müssen. Einige Beispiele für Strafen im Zusammenhang mit Fehlverhalten von Finanzriesen.

Juli 2010

Die US-Investmentbank Goldman Sachs wendet eine Betrugsklage der US-Börsenaufsicht mit Zahlung einer Strafe von 550 Millionen US-Dollar ab. Die Börsenaufsicht SEC beschuldigte Goldman Sachs, Investoren bei einem komplexen Finanzgeschäft unzureichend informiert zu haben, darunter auch die Düsseldorfer Mittelstandsbank IKB.

Mai 2012

Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Dezember 2012

Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilt, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an US-, britische und Schweizer Behörden.

Januar 2013

Die Bank of America überweist insgesamt mehr als zehn Milliarden Dollar an den staatlich gestützten Hausfinanzierer Fannie Mae, um Streitigkeiten bei Hypotheken-Deals aus der Welt zu schaffen. In einem anderen Fall müssen das Geldhaus und neun andere Finanzfirmen wie JPMorgan Chase oder die Citigroup mit zusammen 8,5 Milliarden Dollar für fehlerhafte Hauspfändungen geradestehen.

August 2013

Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

September 2013

Das Debakel um einen 6,2 Milliarden US-Dollar hohen Spekulationsverlust hat für die größte US-Bank JP Morgan Chase ein teures juristisches Nachspiel. Mehrere Aufsichtsbehörden in den USA und Großbritannien haben nach Angaben der US-Notenbank Fed Strafen über insgesamt rund 920 Millionen Dollar gegen das Institut verhängt.

Oktober 2013

Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

November 2013

JP Morgan Chase büßt mit 13 Milliarden Dollar (9,6 Milliarden Euro) für fragwürdige Hypotheken-Geschäfte. Die führende US-Bank hatte sich nach wochenlangem Tauziehen mit dem US-Justizministerium und anderen staatlichen Stellen auf diese Summe geeinigt. Es ist der bisher größte Vergleich mit einem einzelnen Unternehmen in der amerikanischen Geschichte.

Dezember 2013

Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Verschlossen bleibt der Weg der Selbstanzeige den 14 Banken, gegen die die Amerikaner bereits wegen Beihilfe ermitteln. Neben Credit Suisse und Bär zählen dazu die Kantonalbanken von Basel und Zürich sowie auch die Schweizer Tochterbank der britische HSBC. Sie werden ihre Strafen individuell aushandeln müssen. Ganz aus dem Schneider ist die Großbank UBS. Sie zahlte 2008 bereits 780 Millionen Dollar Strafe.

Formell ist der Schritt für die Banken außerhalb der Gruppe der 14 freiwillig. Trotzdem bleibt der Mehrzahl der Institute wohl kaum etwas anderes übrig als sich den Amerikanern zu stellen. Denn selbst wenn eine Bank nur eine handvoll US-Steuersünder betreut hat, wurden US-Gesetze verletzt.

Von

rtr

Kommentare (1)

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casamungo

10.12.2013, 11:01 Uhr

Die haben nur Angst das außer Hoeness noch weitere Steuerhinterzieher auffliegen.

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