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17.01.2011

14:04 Uhr

Steuersünder

Banker übergibt brisante CDs an Wikileaks

Rudolf Elmer hat Wort gehalten: Der Schweizer Ex-Banker übergab heute mehrere CDs mit brisantem Datenmaterial an Wikileaks. Allem Anschein nach sind darauf Informationen über mutmaßliche Steuerbetrüger enthalten.

Wikileaks-Gründer Assange hat erneut interessantes Material bekommen. Quelle: dpa

Wikileaks-Gründer Assange hat erneut interessantes Material bekommen.

HB LONDON. Der Schweizer Ex-Banker Rudolf Elmer hat am Montag CDs mit Daten von mutmaßlichen Steuerbetrügern an den Gründer der Internet-Plattform Wikileaks, Julian Assange, übergeben. "Wir werden diese Informationen so behandeln, wie wir alle anderen Informationen auch behandeln, die wir bekommen", sagte Assange vor Journalisten in London. "Es wird eine vollständige Offenlegung geben." Elmer hatte angekündigt, zunächst keine Namen von Firmen oder Personen bekanntgeben zu wollen.

Die Auswertung der Daten werde nun vermutlich einige Wochen in Anspruch nehmen, teilte Assange mit. Medien hatten zuvor berichtet, auf den CDs befänden sich 2000 Namen, darunter auch die von Deutschen. Nach eigenen Angaben hat Elmer das Material bereits vor Jahren dem damaligen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ohne Geldforderung angeboten, jedoch keine Antwort auf sein Schreiben bekommen.

Elmer war in der Schweiz 30 Tage lang in Haft. Am Mittwoch muss er sich vor dem Bezirksgericht in Zürich wegen des Vorwurfs der Verletzung des Bankgeheimnisses und der Nötigung verantworten. Er hat nach eigenen Angaben für Schweizer Banken acht Jahre lang im Steuerparadies Cayman Islands gearbeitet. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz sei er zu dem Entschluss gekommen, die Öffentlichkeit über das wahre Ausmaß des internationalen Steuerbetrugs zu informieren. Er werde verfolgt und unter Druck gesetzt, beteuerte er.

Kommentare (4)

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Morchel

18.01.2011, 08:36 Uhr

Die Schweiz gefällt mir gut, nicht die Art von bankgeheimnissen und deren Veröffentlichungen, sind intressant sonder wie es diese Land schafft trotz aller Wiedrigkeiten, doch gut durch die Risiken einer Globalisierten von Gier zerfressenen Welt zu kommen. Es kann nicht mit moralischen Masstäben gemessen werden was abgeht, da ist keine Hoffnung wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass, gelingt keinem. Wie sollte die CH - überleben mit einen Nachbarn Hitler ohne Kompromisse zu machen die heute beanstandet werden. Was sie Attraktiv macht ist alles zu tun um Attraktiv zu bleiben. Ob nun Politiker , Wirtschaftsleute hier Geschäfte betreiben ist normal, es geht beim Metzger nun einmal blutig zu, aber Fleisch wird trotzdem gegessen. Moralisch gesehen sind eigentlich die zu kritisieren die Alles zum Wohl des Volkes schwören,und nach der Wahl nur noch der eigenen gier frönen.

Otto Kowalski

18.01.2011, 10:45 Uhr

Die Schweiz könnte der erste Staat sein, der von Wikileaks zum Offenbarungseid gezwungen wird, wenn die CDs das halten, was angekündigt worden ist. "Großbanken haben jeden Schweizer potentiell mit einem Risiko von 4.500.000 CHF exponiert" (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/33/33933/1.html).

Wieviel Verbrecher will sich Deutschland noch leisten?

18.01.2011, 10:55 Uhr

Kann es sein, dass wir kurz vor dem Tag stehen, wo die bürger die Schnauze voll haben, nicht mehr hingehalten werden wollen und endlich mal die Wahrheit und eine echte Gerechtigkeit fordern.
Es müssen endlich Köpfe rollen! Ab in den Knast ohne bewährung für mindestens 5 Jahre pro Kopf!
Sonst macht sich die Regierung, die Politik als Mittäter schuldig und dann ist Polen aber offen!
Man ist verantwortlich für dass was man tut und auch für dass was man nicht tut.

Schönen Tag

Eure Guillotine

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