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20.02.2014

11:54 Uhr

Stille Einlage

Aareal Bank will den Staat bald loswerden

In der Finanzkrise brauchte die Aareal Bank Hilfe vom Staat – jetzt will das Unternehmen wieder unabhängig werden: Noch in diesem Jahr könnte das Kreditinstitut die Einlage zurückzahlen. Ein Rekordgewinn hilft dabei.

Die Aareal Bank profitiert davon, dass andere Finanzierer nach dem Platzen der Immobilienblase 2007 geschwächt sind. PR

Die Aareal Bank profitiert davon, dass andere Finanzierer nach dem Platzen der Immobilienblase 2007 geschwächt sind.

FrankfurtBei der Aareal Bank rückt der Ausstieg des Staates näher. Noch vor dem Jahresende könnte es so weit sein, deutete Vorstandschef Wolf Schumacher am Donnerstag in Frankfurt an. „Unser Wunsch war immer, die Stille Einlage so schnell wie möglich zurückzuzahlen“, sagte er auf der Bilanzpressekonferenz.

Voraussetzung dafür, die Stille Einlage des Bankenrettungsfonds SoFFin von 300 Millionen Euro zurückzugeben, sei jedoch die Möglichkeit, dieses Kapital durch andere Mischformen von Eigen- und Fremdkapital zu ersetzen. Dazu warte Aareal aber noch auf die Klärung der steuerlichen Rahmenbedingungen durch das Bundesfinanzministerium. Wenn diese vorliege, werde die Bank im zweiten Halbjahr Ergänzungskapital aufnehmen, sagte Finanzchef Hermann Merkens. „Wir sind guter Hoffnung, dass die Rahmenbedingungen bis dahin geschaffen werden.“

Nach einem Rekordgewinn im vergangenen Jahr hat der Immobilienfinanzierer außerdem einen kräftigen Ergebnissprung angekündigt. Die Voraussetzungen seien „exzellent“, erklärte Schumacher. Im vergangenen Jahr erhöhte sich der operative Gewinn um 13 Prozent auf 198 Millionen Euro. Damit übertraf die Aareal Bank nicht nur die eigene Prognose, sondern auch die Analysten-Erwartungen.

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Steigende Zinsmargen und niedrige Refinanzierungskosten hätten sich niedergeschlagen, erklärte die Bank. Die Risikovorsorge lag mit 113 Millionen Euro am unteren Rand der Erwartungen. Das Neugeschäft lag mit 10,5 (2012: 6,3) Milliarden Euro klar über den Planungen, die bei acht Milliarden Euro gelegen hatten, und erreichte den höchsten Wert seit dem Immobilien-Boom im Jahr 2007.

„Wir haben im Jahr unseres 90-jährigen Bestehens besser abgeschnitten, als wir angesichts der nach wie vor anhaltenden Unsicherheiten und einer gestiegenen Wettbewerbsintensität ursprünglich erwartet hatten“, bilanzierte Schumacher.

Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 93 Millionen Euro, neun Prozent mehr als vor einem Jahr. Davon sollen auch die Aktionäre etwas haben: Erstmals seit der Finanzkrise erhalten sie eine Dividende. Pro Aktie gibt es 75 Cent. Künftig will die im MDax gelistete Bank rund die Hälfte des Überschusses ausschütten.

In diesem Jahr soll das Betriebsergebnis auf 370 Millionen bis 390 Millionen Euro steigen. Darin enthalten ist ein Sondereffekt aus der angekündigten Übernahme des Konkurrenten Corealcredit. Bereinigt um diesen einmaligen Beitrag soll der operative Gewinn noch auf 220 Millionen bis 240 Millionen Euro zulegen. Ohne den Einmaleffekt käme die Bank damit auf eine Eigenkapitalrendite von neun Prozent, 2013 waren es acht Prozent. Mittelfristig sollen daraus zwölf Prozent werden.

Das Institut profitiert im Tagesgeschäft weiterhin davon, dass es nach der Finanzkrise auch dank der aufgenommenen Staatshilfe früher als viele Konkurrenten wieder mehr Geld für Gewerbeimmobilien zur Verfügung stellte. Die Aareal konnte sich auf Top-Lagen konzentrieren und höhere Zinsen durchsetzen. Das treibt den Gewinn.

Von

rtr

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