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19.11.2012

21:58 Uhr

Strafantrag

Anleger verklagen die Postbank-Finanzberatung

Angeblich geschädigte Anleger wollen gerichtlich gegen die Postbank-Finanzberatung vorgehen. Ihnen seien riskante Produkte verkauft worden, obwohl sie an sicheren Anlagen interessiert gewesen seien.

Demonstranten stehen vor einer Postbank-Filiale. Sie werfen der Bank vor, durch deren schlechte Beratung ihre Anlagen verloren zu haben. dpa

Demonstranten stehen vor einer Postbank-Filiale. Sie werfen der Bank vor, durch deren schlechte Beratung ihre Anlagen verloren zu haben.

Kiel/Hannover/BonnGegen den Vorstand der Postbank Finanzberatung AG haben angeblich geschädigte Anleger nach Angaben des Hamburger Rechtsanwalts Arne Heller Strafantrag wegen gewerbsmäßigen Betrugs gestellt. Der Strafantrag, den er mit dem Strafrechtler Volker Koppitz erarbeitet habe, sei per Post an die zuständige Staatsanwaltschaft Hannover gegangen, sagte Heller am Montag.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover sagte, er könne frühestens am Donnerstag Auskunft geben, ob ein solcher Strafantrag eingegangen sei.

Ein Postbanksprecher antwortete auf die Frage, ob dem Unternehmen ein solcher Strafantrag bekannt sei: „Nein, das können wir nicht bestätigen.“ Zum Vorwurf des gewerbsmäßigen Betrugs äußerte sich der Sprecher nicht.

Die Anleger fühlen sich nach Angaben von Heller getäuscht. Der Vorwurf: Bankberater sollen riskante Produkte verkauft haben, obwohl die Kunden an sicheren Anlagen interessiert gewesen seien. Dabei gehe es unter anderem um Schiffsbeteiligungen.

Der Sprecher der Postbank wies den Vorwurf einer Fehlberatung oder Täuschung zurück: „Grundsätzlich sind wir der Überzeugung, dass die geleistete Beratung auch mit Blick auf bestimmte Altersgruppen hochwertig und der Situation der Kunden angemessen war.“ Das Unternehmen sei dennoch bereit, „die infrage stehenden Beschwerdefälle im Einzelfall noch einmal zu prüfen. Wir nutzen dazu ein Verfahren, mit dessen Entwicklung wir eine unabhängige Wirtschaftsprüfungskanzlei beauftragt haben.“

Von

dpa

Kommentare (8)

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maverick0771

19.11.2012, 22:29 Uhr

Der Sprecher der Postbank wies den Vorwurf einer Fehlberatung oder Täuschung zurück: „Grundsätzlich sind wir der Überzeugung, dass die geleistete Beratung auch mit Blick auf bestimmte Altersgruppen hochwertig und der Situation der Kunden angemessen war.“

Aber klar doch, das war doch damals bei den Bausparverträgen genauso... Aus eigener Erfahrung kann ich zumindest sagen, dass es bei der Postbank-Finanzberatung kaum bis gar nicht ausgebildete Mitarbeiter gibt, die Registrierung für die 34(d) Gewo-Erlaubnis ohne zu fragen von der HUK-Coburg gemacht wird, eine 34(c) Gewo Erlaubnis so gut wie nie vorliegt und die Mitarbeiter-Fluktuation so groß ist, dass nach einem Jahr schon mal fast die komplette Belegschaft durchgemischt ist... wo soll da denn Qualität in der Beratung herkommen??? Ich habe Fälle erlebt, wo eine gelernte Friseurin Baufinanzierungen durcheinander geredet hat (Schaden ewa 35000€) und jemand, der vor 2 Wochen noch Elektriker bei RWE war plötzlich Fachmnn für Wertpapiere war... Und dann stürzt man sich bevorzugt auf ältere Kunden, die schon immer der Postbank vertraut haben. Wo sind denn in diesen Fällen unsere Verbraucherschützer???

Account gelöscht!

19.11.2012, 22:46 Uhr

"Wo sind denn in diesen Fällen unsere Verbraucherschützer???"

Sehr weit weg.

Makedonas

19.11.2012, 23:28 Uhr

Die Krux bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung ist das Beweisen einer solchen Falschberatung.
Durch die Beratungsprotokolle sichert sich die Bank ab, unabhängig davon, ob das im Beratungszimmer Besprochene (versprochene) auch tatsächlich so drinsteht.

Die Methoden der Postbank (und der Targobank) sind derweil längst bekannt - sie bewegen sich am Rande der Legalität und Kunden berichten von Täuschungen: Statt eines Mietkautionskontos wird ein vorgefertigter Bausparvertrag zu den Unterlagen beigemischt. Mit der kurzen, bestimmten Bitte, doch einfach zu unterschreiben. Labile und wenig informierte Menschen haben da keine Chance. Im Prinzip können diese ihr Geld gleich zum Fenster rauswerfen.

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