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30.01.2012

06:12 Uhr

Strafen drohen

Adoboli-Skandal könnte für UBS noch teurer werden

Der größten Schweizer Bank drohen angeblich Strafen der Regulierungsbehörden. Ein Händler, der angeblich im Alleingang über zwei Milliarden Dollar vernichtet haben soll, dürfte der Bank noch teurer zu stehen kommen.

Die UBS im Visier der Regulierungsbehörden. Reuters

Die UBS im Visier der Regulierungsbehörden.

ZürichSchweizer und britische Behörden erwägen einem Zeitungsbericht zufolge in Zusammenhang mit einem Handelsskandal Schritte gegen die Schweizer Großbank UBS. Die Schweizer Regulierungsbehörde FINMA und ihr britisches Pendant könnten die Bank wegen mangelnder interner Kontrollen belangen.

Das hat das „Wall Street Journal“ angeblich von mit dem Vorgang vertrauten Personen erfahren. FINMA-Sprecher Tobias Lux wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Ein Sprecher der UBS lehnte einen Kommentar zunächst ab.

Die Untersuchungen könnten bis Mitte Februar abgeschlossen sein. Bis Strafen ausgesprochen werden könnten, dürfte es allerdings noch länger dauern, schreibt das Blatt unter dem Titel „Maßnahmen gegen UBS wahrscheinlich“.

Zu den möglichen Strafen wurde nichts bekannt. Grundsätzlich können die britischen Behörden jedoch Bussen aussprechen, die FINMA kann lediglich Personaländerungen durchsetzen.

Vor Gericht: Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli. Reuters

Vor Gericht: Der ehemalige UBS-Händler Kweku Adoboli.

Grund der Untersuchungen ist ein Handelsskandal vom letzten Herbst: Ein Londoner UBS-Händler wird verdächtigt, im Alleingang 2,3 Milliarden Dollar verursacht zu haben. Nach dem Skandal trat der damalige Bank-Chef Oswald Grübel zurück.

Der frühere UBS-Händler Kweku Adoboli, auf dessen Transaktionen die Verluste nach Angaben der UBS zurückgehen, sitzt wegen Verdacht auf Betrug und Urkundenfälschung in Untersuchungshaft. Er äußerte sich bisher bei mehreren Gerichtstermine nicht konkret zu den Vorwürfen.

Eine UBS-interne Untersuchung wurde bereits abgeschlossen. Zu den Ergebnissen hat sich die Bank bisher nur zurückhaltend geäußert. Allerdings gab die Bank bekannt, dass Lücken im Riskikomanagement entdeckt wurden, und dass entsprechende Maßnahmen getroffen worden seien.

Kommentare (7)

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LRS

30.01.2012, 04:19 Uhr

Peinlich, peinlich. Wenigstens für die Überschrift sollte man nicht am Lektorat sparen. Da wird ja meine Schülerzeitung besser korrekturgelesen. WAHRSCHEINLICH, nicht WARSCHEINLICH, mit H!

Aardt81

30.01.2012, 07:21 Uhr

Dass Strafen durch die FSA in solchem Fall ausgesprochen werden ist grundsätzlich nicht überraschend. Jedoch ist Ihre Meldung nicht korrekt aus der WSJ zitiert. Wie kommt der Autor dieser Schlagzeile zu einer Einschätzung zu einer Grössenordnung einer möglichen Strafe?

Vielleicht

30.01.2012, 09:43 Uhr

Naja, das ist jetzt aber wirklich neu! Nur weil die gleiche Wäsche zum dritten mal gewaschen werden soll, wird sie dann nicht unbedingt sauberer. Man erwartet also eine Strafe, weil nach der Offenlegung des "Skandals" um Betrug im Handelsgeschäft in London bereits Strafen ausgesprochen wurden, die nun wo es bekannt ist zu einer Bestrafung führen kann. Man kann es kaum glauben! Wenn das so ist, dann folgt auf die Bestrafung, wegen der Strafe sicherlich die nächste Bestrafung wegen der gleichen Sache, weil man in Amerika sicherlich auch noch etwas davon abhaben möchte...

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