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25.08.2015

16:34 Uhr

Strategie der Deutschen Bank

Cryan muss im September konkret werden

Eine neue Strategie hat die Deutsche Bank zwar schon vorgestellt, viele Details sind aber noch immer offen. Vorstandschef John Cryan muss nun für den Feinschliff sorgen. Der Aufsichtsrat erhöht den Druck.

John Cryan bemängelte schon zu Amtsbeginn „verschwenderisch“ hohe Kosten bei der Bank. AFP

Stellenabbau erwartet

John Cryan bemängelte schon zu Amtsbeginn „verschwenderisch“ hohe Kosten bei der Bank.

FrankfurtDer Aufsichtsrat der Deutschen Bank erhöht Finanzkreisen zufolge den Druck auf den neuen Vorstandschef John Cryan, erste konkrete Strategieentscheidungen zu präsentieren. Vom 10. bis 12. September sei eine Klausurtagung des Kontrollgremiums im Golfhotel Margarethenhof am Tegernsee angesetzt und die Erwartungen an Cryan seien hoch, sagten zwei mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. „Wir wollen hören, was er plant. Wir gehen jetzt in die heiße Phase“, sagte einer der Insider. Die Deutsche Bank wollte sich zu den Informationen nicht äußern.

Cryan, der die vergangenen zwei Jahre selbst im Aufsichtsrat gesessen hat, löste Anfang Juli überraschend den glücklosen Anshu Jain an der Spitze von Deutschlands größtem Geldhaus ab. Im kommenden Frühjahr wird dann auch der bisherige Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen abtreten und die Doppelspitze ist endgültig Geschichte. Jain und Fitschen hatten im April noch die neue „Strategie 2020“ vorgestellt, die im Kern eine Schrumpfkur und einen Rückbau des Privatkundengeschäfts vorsieht. Viele Details blieben aber offen, Investoren reagierten enttäuscht. Cryan muss nun den Feinschliff machen, spätestens Ende Oktober will er seine Agenda der Öffentlichkeit vorstellen. Aber schon zu Amtsbeginn bemängelte er „verschwenderisch“ hohe Kosten bei der Bank. Experten erwarten den Abbau tausender Stellen.

Der andere Insider sagte nun, bei der letzten Aufsichtsratssitzung Ende Juli in New York habe Cryan viel zugehört und wenig gesagt. Überhaupt sei es intern rund um den Strategieprozess recht ruhig geworden. „Langsam muss Cryan Farbe bekennen.“ Weithin wird inzwischen erwartet, dass Cryan – der schon als Finanzchef bei der Schweizer UBS aufgeräumt hat – nicht nur der Belegschaft ein hartes Sparprogramm verordnet, sondern auch den Vorstand abermals umbaut. Die Zukunft des erweiterten Vorstands (GEC) sei offen. Wahrscheinlicher als eine Abschaffung sei aber eine Entmachtung des 2002 eingerichteten Gremiums, sagte einer der Insider. Das GEC ist über die Jahre deutlich angeschwollen: Die Bank listet auf ihrer Internetseite derzeit 19 Mitglieder auf. Damit ist der erweiterte Vorstand in etwa so groß wie der Aufsichtsrat. Dem Insider zufolge ist es wahrscheinlich, dass bei der Sitzung im September der Nachfolger von Cryan im Kontrollgremium präsentiert wird. Der Neue dürfte dann auch wie sein Vorgänger den Vorsitz im Prüfungsausschuss übernehmen.

Von

rtr

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