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18.01.2017

16:07 Uhr

Streichung der variablen Vergütung

Brief der Vorstände der Deutschen Bank

Die Vorstände der Deutschen Bank haben sich in einem Brief an die Mitarbeiter gewandt. Darin wird der Verzicht auf die variable Vergütung für 2016 bei vielen Führungskräften begründet. Der Brief wird hier dokumentiert.

Der Vorstand hat sich an die Mitarbeiter gewandt. dpa

Deutsche Bank

Der Vorstand hat sich an die Mitarbeiter gewandt.

Nachricht von allen Mitgliedern des Vorstands zur variablen Vergütung 2016 (18. Januar 2017)

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

in den vergangenen Monaten haben wir große Fortschritte gemacht und Altlasten beseitigt. Dennoch gibt es noch viel zu tun, um unsere Bank wieder robuster und profitabler zu machen. Wir müssen weiterhin unbequeme Wege gehen, die uns viel abverlangen. Das betrifft auch die variable Vergütung.

Wir haben im Vorstand in den vergangenen Wochen intensiv darüber diskutiert und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber nun, da wir unser Jahresergebnis und die Belastungen aus dem Vergleich mit dem US-Justizministerium besser absehen können, halten wir harte Maßnahmen für unumgänglich. Das gilt gerade in Zeiten, in denen Tausende Arbeitsplätze wegfallen und unsere Aktionäre keine jährliche Dividende erhalten.

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Kaum kann die Deutsche Bank den US-Hypothekenstreit für viel Geld ad acta legen, wird gespart. Die meisten Führungskräfte werden für 2016 keinen Bonus erhalten. Nur für ein paar wenige wird eine Ausnahme gemacht.

Deshalb hat der Vorstand entschieden, die variable Vergütung für das Jahr 2016 deutlich zu reduzieren. Konkret bedeutet das: Mitarbeiter mit den Titeln Vice President, Director und Managing Director werden lediglich die Gruppenkomponente, jedoch keine individuelle variable Vergütungskomponente für das vergangene Geschäftsjahr erhalten.

Für die übrigen Komponenten der variablen Vergütung bedeutet das:

– Die Gruppenkomponente, die wir im vergangenen Jahr neu eingeführt haben, wird für berechtigte Mitarbeiter ausbezahlt. Die Höhe dieser Komponente richtet sich im Wesentlichen nach dem Erfolg der Bank insgesamt, und zwar gemessen an vier Kennzahlen.

– Die nächste Runde der Anerkennungsprämie (Recognition Award) für außertarifliche Mitarbeiter der Verantwortungsstufe 4, die wir im Herbst angekündigt haben, läuft wie geplant.

– Einbezogene Mitarbeiter dieser Verantwortungsstufe, die nicht zur Zielgruppe des Recognition Awards gehören, können für 2016 in begrenztem Umfang eine individuelle variable Vergütung erhalten.

– Bonuszahlungen nach Tarifvertrag bleiben ebenso unberührt wie andere, bindende vertragliche Vereinbarungen.

Damit sind rund 75 Prozent der Mitarbeiter von unserer Entscheidung zur individuellen variablen Vergütung nicht oder kaum betroffen.

Außerdem wird es für einen kleineren Teil der Mitarbeiter, deren Positionen ganz besonders entscheidend für die Zukunft der Bank sind, ein begrenztes längerfristiges Anreizsystem geben, teilweise in Form von Aktien. Die unter diesem System gewährten Awards werden bis zu sechs Jahre einbehalten. Unabhängig davon hat der Vorstand einstimmig entschieden, auf seine variable Vergütung für das Jahr 2016 zu verzichten.

Liebe Kolleginnen und Kollegen, uns ist bewusst, dass wir mit der Entscheidung zu den Boni für das Jahr 2016 viele von Ihnen enttäuschen. Wir wissen um Ihre harte Arbeit für die Bank. Wir wissen, wie sehr Sie sich in den herausfordernden Tagen im Herbst – und nicht nur dann – für unser Haus eingesetzt haben. Wenn wir heute sagen können, wie widerstandsfähig wir waren und sind, dann haben wir das Ihrem Engagement und Ihrer Leistung zu verdanken. Diese Anerkennung kann sich in diesem Jahr jedoch leider nicht in der Höhe der individuellen variablen Vergütungskomponente widerspiegeln. Wir bedauern das aufrichtig.

Diese harte Entscheidung ist jedoch aus unserer Sicht die einzig richtige. Auch andere Unternehmen haben ähnliche Einschnitte vorgenommen und sind stärker aus vergleichbaren Situationen hervorgegangen. Dies wird bei uns genauso sein, davon sind wir überzeugt. Wir planen fest damit, für das Jahr 2017 wieder zu unserem üblichen Regime der individuellen erfolgsabhängigen Vergütung zurückzukehren.

Wir im Vorstand möchten alles dafür tun, Ihre Arbeit so interessant und attraktiv wie möglich zu gestalten und Sie in dem zu fördern, was Sie tun – und dies erwarten wir auch von unseren Führungskräften. So wollen wir dazu beitragen, dass die Deutsche Bank auch in dieser schwierigen Phase ein attraktiver Arbeitgeber bleibt.

Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die Deutsche Bank wieder so angesehen und erfolgreich zu machen, wie sie es verdient.

Herzliche Grüße

John Cryan
Kim Hammonds
Stuart Lewis
Sylvie Matherat
Nicolas Moreau
Garth Ritchie
Karl von Rohr
Marcus Schenck
Christian Sewing
Werner Steinmüller
Jeff Urwin“

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