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20.02.2006

08:28 Uhr

Streit

DZ Bank will AHBR-Verluste nicht hinnehmen

Im Streit um die Sanierung der angeschlagenen Hypothekenbank verhärten sich die Fronten. Bei dem Streit geht es um stille Einlagen und Genussrechte an AHBR, die Lone Star zu einem großen Teil für die Deckung von Verlusten von 1,3 Mrd. heranziehen will.

Die DZ Bank droht mit einer Blockade der Sanierung der AHBR.

Die DZ Bank droht mit einer Blockade der Sanierung der AHBR.

HB FRANKFURT. Der Streit um die angeschlagene Hypothekenbank AHBR spitzt sich zu. Die DZ Bank drohte am Freitag kaum verhohlen mit einer Blockade der Sanierung der AHBR, die kürzlich von dem US-Finanzinvestor Lone Star erworben wurde.

Bei dem Streit geht es um stille Einlagen und Genussrechte an AHBR, die Lone Star zu einem großen Teil für die Deckung von Verlusten von 1,3 Mrd. heranziehen will. Die DZ Bank ist mit einer Einlage von 140 Mill. Euro dabei. Nach Meinung des genossenschaftlichen Zentralinstituts sollte aber zunächst ein 600 Mill. Euro schwerer Risikoschirm, der so genannte „Welteke-Fonds“, zum Ausgleich der Verluste herangezogen werden. DZ Bank-Chef Ulrich Brixner drängte bei der Bilanzvorlage für 2005 nachdrücklich auf weitere Informationen. Anschließend werde die Bank über ihr weiteres Vorgehen entscheiden. DZ-Bank-Vize Wolfgang Kirsch fügte hinzu, die Bank habe „keinen Ermessensspielraum“, falls sich ihre Zweifel bestätigen sollten. Der Deutschland-Chef von Lone Star, Karsten von Köller, hat aber seinerseits bereits klargemacht, dass er keinen Verhandlungsspielraum sieht.

Trotz des Ärgers um AHBR befindet die DZ Bank klar auf einem aufstrebenden Ast. In den letzten Jahren war das 2001 aus dem Zusammenschluss von DG und GZ Bank entstandene Institut vor allem mit Sanierungs- und Umbauarbeiten beschäftigt. 2005 sei mit einem Betriebsergebnis von 564 Mill. Euro erstmals ein „Normaljahr“ erreicht worden, sagte Brixner.

Mit Fortschritten bei der seit langem diskutierten Fusion mit der Düsseldorfer WGZ Bank, dem zweiten genossenschaftlichen Spitzeninstitut in Deutschland, rechnet Brixner erst nach seinem Ausscheiden. Im Laufe dieses Jahres soll Kirsch Brixner an der Spitze der Bank beerben. Seinem Nachfolger gab Brixner die Idee eines Börsengangs auf den Weg. Eine Börsennotiz könne innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Thema werden, sagte er. Damit würde die DZ Bank dem Beispiel anderer Genossenschaftsinstitute in Europa folgen, die in den letzten Jahren zwecks Kapitalaufnahme an die Börse gingen. pot

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