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12.09.2011

00:00 Uhr

Streit über Rechtsform

Fiducia und GAD frieren Fusionsgespräche ein

VonYasmin Osman

Ein Streit über die Rechtsform einer neuen fusionierten Gesellschaft aus den beiden genossenschaftlichen Rechenzentralen Fiducia und GAD hat die Fusionsgespräche vorerst beendet. Dies sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Personen dem Handelsblatt.

FrankfurtDie GAD aus Münster besteht auf die Rechtsform einer GmbH & Co. KG besteht, während die Karlsruher Fiducia eine Aktiengesellschaft fordert. Das drohende Scheitern dürfte für Ärger sorgen. Die Genossenschaftsbanken, denen die Rechenzentralen gehören, erhoffen sich von der Fusion Einsparungen in Höhe von 120 Millionen Euro im Jahr. Für den Finanzverbund, der aus 1138 meist kleinen Banken besteht, sind niedrige Kosten wichtig.

Die Frage der Rechtsform ist kein unwichtiges Detail: In einer Aktiengesellschaft sind Stimmrechte nach der Höhe der Anteile am Kapital verteilt. Das würde den bisherigen Fiducia-Eigentümern eine Zwei-Drittel-Mehrheit sichern. Bei einer GmbH & Co. KG ließen sich die Stimmrechte dagegen hälftig auf die bisherigen Eigner der beiden IT-Firmen verteilen. Sprecher von Fiducia und GAD betonten auf Anfrage, dass sie weiter Gespräche führten. Das bestreiten Insider aber. Kurz nachdem sich Aufsichtsrat und Vorstand der Fiducia auf diese Position geeinigt hätten, habe die GAD die Gespräche unterbrochen, sagen sie.

„Mag sein, dass sie telefonieren, doch die GAD sagt dann so ungefähr, dass sie kein Mandat hat“, heißt es. „Die sagen das, weil keiner den Schwarzen Peter haben will, wenn das scheitert“, so ein Banker. „Einige hohe Herren im Finanzverbund sind stinksauer, dass es nicht vorwärtsgeht“, ist zu hören. Auch mit den Arbeitnehmern haben sich Fiducia und GAD noch nicht geeinigt. Sie fordern einen Sozialrahmen, der Tariflöhne und die Standorte Karlsruhe, München und Münster sichert.

Der bisherige Zeitplan gilt daher als gescheitert. Danach wollten Fiducia und GAD ihren Aufsichtsräten im September unterschriftsreife Fusionsverträge vorlegen und einen Übergangsvorstand wählen lassen. „Das klappt nicht mehr“, heißt es in Eigentümerkreisen.

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