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16.01.2012

14:43 Uhr

Streit über Verbundbank

Sparkassen-Chef widerspricht Gerüchten

Sparkassen-Chef Heinrich Haasis widerspricht einem Zeitungsbericht, in dem es hieß, die Landesbanken wollten bei der Finanzierung der Verbundbank einen Rückzieher machen. Es gebe keinen Anlass zu zweifeln, so Haasis.

Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes. dpa

Heinrich Haasis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes.

FrankfurtSparkassen-Präsident Heinrich Haasis will Zweifel an der Finanzierung der aus der WestLB hervorgehenden Verbundbank im Keim ersticken. Die Sparkassen-Gruppe stehe zu ihrem Wort, die Verbundbank - die an die Helaba angedockt werden soll - mit einer Milliarde Euro frischem Kapital auszustatten, erklärte Haasis am Montag. Die Hälfte der Mittel soll der Vereinbarung zufolge von den nordrhein-westfälischen Sparkassenverbänden kommen, die andere Hälfte teilen sich die Sparkassen außerhalb des Bundeslandes und die Landesbanken.

„Es gibt keinen Anlass, an dieser Zusage zu zweifeln“, betonte der scheidende Sparkassenchef nun. „Es wird eine für die Kapitalgeber möglichst wenig belastende Form geben, die eine verlässliche Kapitalbereitstellung für die Verbundbank beziehungsweise die sie übernehmende Landesbank ermöglicht.“

Haasis nahm mit seinen Äußerungen Bezug auf einen Artikel in der „Financial Times Deutschland“. Das Blatt hatte in seiner Montagausgabe ohne Angabe von Quellen berichtet, die Landesbanken - auf die nach der bisherigen Vereinbarung etwa 250 Millionen Euro entfallen sollen - machten bei der Finanzierung der Verbundbank einen Rückzieher. Die Institute hätten vorgeschlagen, ihr Kapital durch eine Garantielösung zu ersetzen. Außerdem pochten sie darauf, dass die Verbundbank weniger stark kapitalisiert werde, als ursprünglich geplant. So seien keine zwölf Prozent hartes Kernkapital nötig, da die Verbundbank ja in der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) aufgehen solle. Es reiche auch eine harte Kernkapitalquote von neun Prozent.

Branchenkenner bezweifeln, dass eine Garantielösung überhaupt als hartes Kernkapital anerkannt würde. Haasis ließ offen, was er unter einer wenig belastenden Kapitalform versteht. Die Helaba äußerte sich nicht zu dem Zeitungsbericht. Deren Eigner hatten erst im Dezember den Weg freigemacht für die Übernahme der Verbundbank - unter der Annahme, dass die Finanzierung gesichert ist. „Insofern gibt es jetzt auch keinen Platz für neue Diskussionen“, sagte ein Insider.

Die Verbundbank bildet das Sparkassen-Geschäft der alten WestLB ab, die nach dem Willen der EU in den kommenden Monaten zerschlagen wird. Bis Mitte 2012 soll die Verbundbank mit einer Bilanzsumme von rund 40 Milliarden Euro und etwa 400 Mitarbeitern an die Helaba angedockt werden. Sie wird dann lokalen Instituten bei Geschäften unter die Arme greifen, die sie alleine überfordern, etwa bei Großkrediten.

Von

rtr

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