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08.03.2013

18:28 Uhr

Streit um Hausfarbe

Rivalen wollen Sparkassen-Rot löschen

Seit den Jahrzehnten benutzen die Sparkassen die Farbe rot, und wollen sie auch für sich behalten. Konkurrenten wie Spaniens Santander sehen das allerdings anders. Nun soll der Europäische Gerichtshof entscheiden.

Das Logo an einem Gebäude der Sparkasse. picture-alliance / dpa

Das Logo an einem Gebäude der Sparkasse.

FrankfurtSparkassen-Konkurrenten sehen rot: Das spanische Geldhaus Santander und die österreichische Oberbank, die beide in Deutschland aktiv sind, wollen sich nicht damit abfinden, dass die Farbe rot hierzulande alleine den Sparkassen vorbehalten ist. Die beiden Banken, die ebenfalls mit roten Schriftzügen werben, haben deshalb beantragt, den seit 2007 als Sparkassen-Marke eingetragenen Farbton HKS 13 wieder zu löschen.

"Santander tritt dafür ein, dass die Dienstleistungsfreiheit in Europa gewahrt bleibt und jeder Dienstleister in der Farbe auftritt, die er als seine Hausfarbe ausgewählt hat", sagt Santander-Deutschland-Chef Ulrich Leuschner.

Die größten Sparkassen Deutschlands

Die Sparkasse Bremen AG

Mit einer Bilanzsumme von 10,7 Milliarden Euro (2011) ist die Sparkasse Bremen die zehntgrößte Sparkasse in Deutschland. In dem kleinen Bundesland arbeiten 1.558 Menschen bei der Sparkasse.

Ostsächsische Sparkasse Dresden

Die Sparkasse in der sächsischen Landeshauptstadt kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 11,8 Milliarden Euro. Bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden arbeiten 1.708 Angestellte in 142 Filialen.

Nassauische Sparkasse

2011 kam die Nassauische Sparkasse mit Sitz in Wiesbaden auf eine Bilanzsumme von 11,9 Milliarden Euro. Sie kommt auf 225 Filialen - so viele wie keine andere Sparkasse.

Stadtsparkasse Düsseldorf

Mit einer Bilanzsumme von 12,1 Milliarden Euro liegt die Stadtsparkasse Düsseldorf auf Rang 7.

Sparkasse Hannover

Die Sparkasse Hannover ist die sechstgrößte Sparkasse in Deutschland. Das Geldhaus in der niedersächsischen Landeshauptstadt hat 2011 eine Bilanzsumme von 12,8 Milliarden Euro ausgewiesen.

Stadtsparkasse München

Die Stadtsparkasse München ist – wenig überraschend – das größte Mitglied des Sparkassenverbands Bayern. Deutschlandweit reicht es mit einer Bilanzsumme von 15,7 Milliarden Euro für Rang fünf.

Frankfurter Sparkasse

Die viertgrößte Deutsche Sparkasse liegt in Hessen. Die Frankfurter Sparkasse kommt auf eine Bilanzsumme von rund 17,9 Milliarden Euro - mit 1.718 Mitarbeitern. In München sind es zum Vergleich 3083 Angestellte.

Kreissparkasse Köln

Die Kreissparkasse Köln auf Rang drei knackt als erste die Marke von 20 Milliarden Euro. Im Jahr 2011 hat sie eine Bilanzsumme von rund 25,2 Milliarden Euro ausgewiesen.

Sparkasse KölnBonn

Rang zwei geht nach Köln. Die Sparkasse KölnBonn ist mit 29,6 Milliarden Euro (2011) noch ein bisschen größer als die Kreissparkasse Köln.

Hamburger Sparkasse

Mit Abstand die größte Sparkasse in Deutschland ist die Hamburger Sparkasse. Die Haspa kam im Jahr 2011 auf eine Bilanzsumme von 39,5 Milliarden Euro. Sie hat auch die meisten Angestellten aller Sparkassen - 5724 Mitarbeiter.

Nachdem das Deutsche Patent- und Markenamt eine Löschung ablehnte, legte Santander Beschwerde beim Bundespatentgericht in München ein. Dies hat den Fall am Freitag nun ausgesetzt und an den Europäischen Gerichtshof (EuGH) weitergereicht, der vorab einige grundsätzliche Fragen klären soll. Unter anderem soll er festlegen, wie groß der Anteil der Verbraucher sein muss, die die Farbe als Zeichen einer bestimmten Bank verstehen, damit einer Rivalin die Nutzung der Farbe untersagt werden kann.

Geklärt werden soll auch, "ob eine ausreichend große Mehrheit der Verbraucher den Farbton rot auch dann als Kennzeichen der Sparkassen versteht, wenn er allein, also ohne ergänzende Zeichen oder Hinweise auf die Sparkassen, in der Werbung für Finanzdienstleistungen verwendet wird", erklärte Richterin Ariane Mittenberger-Huber vom Bundespatentgericht. Darüber hinaus sei von Bedeutung, ob für die Beurteilung der Zeitpunkt der Anmeldung der Marke 2002 oder der Zeitpunkt der Eintragung 2007 ausschlaggebend ist.

Die zehn kleinsten Sparkassen in Deutschland

Sparkasse Hohenwestedt

Auf Rang 420 von insgesamt 429 Sparkassen kommt die Sparkasse Hohenwestedt. In der kleinen Gemeinde im Herzen Schleswig-Holsteins (rund 5.000 Einwohner) arbeiten 52 Menschen in einer der vier Filialen der örtlichen Sparkasse. Im Jahr 2010 sind sie auf eine Bilanzsumme von 261 Millionen Euro gekommen.

Sparkasse Geseke

Platz 421 geht an die Sparkasse Geseke im Kreis Soest (Nordrhein-Westfalen). In der 20.000-Einwohner-Stadt arbeiten 80 Angestellte bei der Sparkasse. Die Sparkasse Geseke kam 2010 auf eine Bilanzsumme von 251 Millionen Euro.

Sparkasse Laubauch-Hungen

Noch etwas weniger ist es bei der Sparkasse Laubach-Hungen, sie konnte 244 Millionen Euro in der Bilanz von 2010 ausweisen. Im hessischen Laubach leben aber auch nur rund halb so viele Menschen wie in Geseke.

Sparkasse Fröndenberg

Rang 423 geht wieder nach Nordrhein-Westfalen, genauer gesagt nach Fröndenberg im Kreis Unna. Die Bilanzsumme der Sparkasse Fröndenberg belief sich 2010 auf 240 Millionen Euro.

Stadtsparkasse Schwalmstadt

Auf den Rängen 424 bis 428 liegen nur Mitglieder des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen (SGVHT). Den Anfang macht die nordhessische Stadtsparkasse Schwalmstadt mit einer Bilanzsumme von 182 Millionen Euro.

Sparkasse Battenberg (Eder)

Platz 425 geht auch nach Nordhessen, genauer gesagt in den Landkreis Waldeck-Frankenberg. Dort ist die Sparkasse Battenberg (Eder) ansässig, die auf eine Bilanzsumme von 178 Millionen Euro kommt.

Stadtsparkasse Grebenstein

Auf Platz 426 liegt in Nordhessen, dieses Mal im Kreis Kassel. Die Sparkasse Grebenstein muss sich der in Battenberg aber nur um läppische 639.000 Euro geschlagen geben (178.420.000 Euro zu 177.781.000 Euro).

Stadtsparkasse Borken (Hessen)

Im selben Landkreis wie die Stadtsparkasse Schwalmstadt (Schwalm-Eder-Kreis) liegt die Stadtsparkasse Borken. Sie kommt noch auf eine Bilanzsumme von 169 Millionen Euro - mit 47 Mitarbeitern in fünf Filialen.

Stadtsparkasse Felsberg

Und noch einmal der Schwalm-Eder-Kreis, dieses Mal aber die Stadtsparkasse Felsberg. in der Stadt mit 10.000 Einwohnern arbeiten 42 Bank-Mitarbeiter in zwei Filialen - macht eine Bilanzsumme von 167 Millionen Euro.

Stadtsparkasse Bad Sachsa

Die kleinste Sparkasse liegt im Süden Niedersachsens. In der 7.500-Einwohner-Kleinstadt Bad Sachsa gibt es nur eine Sparkassen-Filiale. Mit dieser kommt die Stadtsparkasse Bad Sachsa auf eine Bilanzsumme von 129 Millionen Euro.

Die Sparkassen verwenden die Farbe rot seit den Sechziger Jahren - unter anderem für ihr Sparbuch - und geben sich entspannt. "Wir sind überrascht über die Aussetzung des Verfahrens, aber gelassen, weil wir weiter Inhaber der Farbmarke sind", erklärte der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV). Santander findet die Einschaltung des EuGH angemessen, "da eine Reihe von europarechtlichen Bezügen bestehen". Das Institut, das in mehr als 40 Ländern aktiv ist, verwendet rot seit Ende der Achtziger Jahre - und will auf die "aufmerksamkeitsstarke Grundfarbe" auch in Deutschland nicht verzichten.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Wolfsfreund

08.03.2013, 20:39 Uhr

Die Sparkasse verwendet HKS13, die Santander HKS14. Visuell praktisch identisch, denn HKS13 enthält nur einen Hauch weniger Gelb.
Bin mal gespannt, wie die sich einigen.

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