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16.09.2014

06:20 Uhr

Stresstest der EZB

Banken wehren sich gegen Schweigepflicht

ExklusivDie Europäische Zentralbank prüft derzeit große Geldhäuser auf Herz und Nieren. Die Banken sollen über Details des Tests schweigen – und zwar zeitlich unbefristet. Die Branche wehrt sich.

Bankentürme in Frankfurt: Im Vordergrund der Neubau der Europäischen Zentralbank. dpa

Bankentürme in Frankfurt: Im Vordergrund der Neubau der Europäischen Zentralbank.

FrankfurtDie Europäische Zentralbank (EZB) will die im Stresstest geprüften Banken zu weitgehenden Vertraulichkeitsvereinbarungen verpflichten. Das geht aus dem Entwurf einer entsprechenden Erklärung hervor, der dem Handelsblatt vorliegt. Die Banken sollen danach unterschreiben, dass sie über zahlreiche Details des Stresstests nicht reden werden. Das Schweigegelübde soll dem Entwurf zufolge „zeitlich nicht befristet“ sein.

Den Banken geht dieser „Maulkorb“ zu weit. Die Institute setzen sich nun über die deutschen Bankenverbände zur Wehr. „Wir sind besorgt über die unbegrenzte Gültigkeit der Erklärung“, heißt es in einem Schreiben der „Deutschen Kreditwirtschaft“, dem gemeinsamen Spitzenverband der Branche. Der Verband fordert, dass alle Vertraulichkeitsvereinbarungen erlöschen, sobald die EZB das Stresstestergebnis offiziell verkündet hat. „Andernfalls wäre es den Banken nicht erlaubt, sinnvoll über ihre eigenen Resultate“ zu reden, heißt es in dem Schreiben.

Viele Institute befürchten, dass der umfassende Redebann der EZB nicht mit Ad-hoc-Pflichten vereinbar ist, denen die Banken unterworfen sind. Die Verbände fordern daher, dass von dem Schweigegelübde alle Publikationen werden, die „gesetzlich erforderlich“ seien, um der Ad-hoc-Pflicht gerecht zu werden. Die Ad-hoc-Regeln verpflichten alle Banken, die börsennotierte Wertpapiere auf dem Markt haben, Anleger zeitnah über alle wichtigen Insider-Informationen in Kenntnis zu setzen.

Das sind die größten Banken Deutschlands

Platz 10 – Postbank

Bilanzsumme 2013 der Deutsche-Bank-Tochter: 161,5 Milliarden Euro

Platz 9 – Helaba

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Hessen-Thüringen Girozentrale: 178,1 Milliarden Euro.

Platz 8 – NordLB

Bilanzsumme 2013 der Norddeutschen Landesbank: 200,8 Milliarden Euro

Platz 7 – BayernLB

Bilanzsumme 2013 der Bayerischen Landesbank: 255,6 Milliarden Euro

Platz 6 – LBBW

Bilanzsumme 2013 der Landesbank Baden-Württemberg: 273,5 Milliarden Euro

Platz 5 – Unicredit

Bilanzsumme 2013 der Unicredit (inkl. Hypo-Vereinsbank): 290 Milliarden Euro

Platz 4 – DZ Bank

Bilanzsumme 2013 der Deutschen Zentral-Genossenschaftsbank: 387 Milliarden Euro

Platz 3 – KfW

Bilanzsumme 2013 der KfW-Bankengruppe: 464,8 Milliarden Euro

Platz 2 – Commerzbank

Bilanzsumme 2013: 549,7 Milliarden Euro

Platz 1 – Deutsche Bank

Bilanzsumme 2013: 1611,4 Milliarden Euro

Quelle: Die Bank/Statista

Ursprünglich hatten Banken bis Montagabend die Vertraulichkeitserklärung unterzeichnen sollen. Diese Frist sei nun aber verlängert worden, hieß es in Finanzkreisen. Seitens der EZB gebe es Signale, an den besonders strittigen Passagen etwas zu ändern. Die EZB kommentierte das nicht. Auf eine Anfrage, ob die EZB ihre Vertraulichkeitserklärung mit der für Ad-hoc-Fragen zuständigen europäischen Bankenaufsicht Esma abgestimmt habe, sagte eine EZB-Sprecherin nur: „Wir stehen schon während des gesamten Gesundheitschecks in engem Kontakt mit der Esma.“

Von

yo

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

16.09.2014, 07:42 Uhr

EUR-Zone ... Game over!

Herr reiner tiroch

16.09.2014, 08:32 Uhr

ausgerechnet Banken wehren sich gegen die Schweigepflicht? ja werden Banken denn gar auf ihr marodes bilanzsystem öffentlich hinweisen, dass sie jahrzehntelang manipuliert haben?

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