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03.10.2012

20:06 Uhr

Stresstest

Europas Banken decken sich mit Kapital ein

Die europäischen Geldinstitute haben ihre Kapitalspeicher im ersten Halbjahr um 205 Milliarden Euro aufgefüllt. Das kam bei einer Analyse der Bankenaufsicht EBA heraus. Vier Institute fielen durch Kapitallücken auf.

Kontrolle ist besser: Die Kapitalspeicher der Banken sind laut der jüngsten EBA-Analyse deutlich voller geworden. dapd

Kontrolle ist besser: Die Kapitalspeicher der Banken sind laut der jüngsten EBA-Analyse deutlich voller geworden.

LondonDie großen europäischen Banken haben ihre Eigenkapitaldecke in den vergangenen Monaten deutlich gestärkt und sich damit gegen Risiken besser gewappnet. Laut den endgültigen Ergebnissen des sogenannten Stresstests sammelten die geprüften 71 Geldhäuser bis Juni 205 Milliarden Euro an frischem Kapital ein. Die 27 Banken, die der EBA Pläne zum Erreichen der Anforderungen von neun Prozent hartem Kernkapital vorlegen mussten, sammelten laut der Kapitalstudie 116 Milliarden Euro ein. Diesen Banken hatte die EBA im Dezember 2011 noch eine Lücke in den Kapitalrücklagen in Höhe von 76 Milliarden Euro bescheinigt.

Vier Banken hätten die geforderte Grenze von neun Prozent harten Kernkapitals nicht erreicht. Dabei handele es sich um ein italienisches und ein slowenisches Institut sowie zwei Banken aus Zypern. Ihnen fehlen zusammen rund 3,7 Milliarden Euro. Im September 2011 hatte bei den 27 Banken noch eine Kapitallücke von 76 Milliarden Euro geklafft.

Nach Einschätzung der Aufseher ist das Bankensystem damit insgesamt belastbarer geworden. EBA-Präsident Andrea Enria bescheinigte den europäischen Banken einen „bedeutenden Fortschritt“ bei der Stärkung ihrer Kapitalrücklagen. Die Finanzinstitute seien nun in einer besseren Verfassung, um die Realwirtschaft mit Geld zu versorgen, müssten den eingeschlagenen Weg aber weitergehen. Der für die Finanzmarktregulierung zuständige EU-Kommissar Michel Barnier begrüßte die Ergebnisse. Die Banken könnten die Wirtschaft nun nachhaltig finanzieren, erklärte Barnier in Brüssel. „Das ist ein wirklicher Fortschritt, über den ich mich freue.“

Die Behörde EBA erklärte zudem, sie wolle bei ihrer geforderten Kapitalquote von neun Prozent der risikogewichteten Bilanzsumme bleiben. Einige Banken hatten eine Änderung gefordert und argumentiert, die Vorgaben erschwerten die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Haushalte.

Die Bundesbank und die BaFin erklärten, alle zwölf teilnehmenden deutschen Banken hätten das nötige Kapitalpolster erreicht: „Die Quote beträgt im Durchschnitt 10,7 Prozent, wodurch alle Institute zusammen die Mindestkapitalanforderungen der EBA um 15,5 Milliarden Euro übertreffen.“ Die fünf Geldhäuser, die im vergangenen Jahr noch einen Kapitalbedarf von fast 13 Milliarden Euro aufwiesen, hätten diesen gedeckt. Sie würden nun 9,6 Milliarden Euro mehr ausweisen als gefordert.

Die beiden größten österreichischen Institute Raiffeisen Zentralbank und Erste Group schafften den Test ohne Probleme. Die RZB kam per Ende Juni auf eine harte Kernkapitalquote von zehn Prozent, die Erste auf 9,9 Prozent. Sie haben als einzige Institute aus Österreich an dem Test teilgenommen.

Kommentare (4)

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igel

03.10.2012, 20:17 Uhr

Für die Banken wird alles getan. Der Kleine, der Unsichtbare, der Unscheinbare (auch "die") möge bitte krepieren!!! Wann endlich schreit er/sie ala "Madrid" - auf?

Account gelöscht!

03.10.2012, 23:23 Uhr

Und wo ist die Billion der EZB geblieben, an der sich die Banken großzügig bedient haben?

Account gelöscht!

04.10.2012, 08:44 Uhr

Ist ja super!!!
Die Banken haben ihr Eigenkapital auf sagenhafte 9% "aufgestockt"!
Jetzt können sie nur noch mit 91% der Anlagen ihrer Kunden "spekulieren". Das ist "gemein"!
Da muß Draghila sofort mit der "Dicken Berta" eingreifen; 2 Billionen ist das Minimum!

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