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06.06.2011

19:12 Uhr

Stresstest-Umfrage

Europas Banken brauchen 29 Milliarden Euro

Niemand weiß genau, wieviel neues Kapital die Banken brauchen , um die EU-Stresstests zu bestehen. Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat jetzt vielleicht eine Antwort gefunden - sie hat in der Branche herumgefragt.

Gewitterwolken über dem Frankfurter Bankenviertel. Auch einige deutsche Institute werden nach der Meinung der Befragten den Stresstest nicht bestehen. Quelle: dpa

Gewitterwolken über dem Frankfurter Bankenviertel. Auch einige deutsche Institute werden nach der Meinung der Befragten den Stresstest nicht bestehen.

London Neun europäische Kreditinstitute werden einer Umfrage der US-Bank Goldman Sachs zufolge den Stresstest in der Branche nicht bestehen. Von der amerikanischen Bank befragte Investoren und Hedgefonds gehen im Durchschnitt davon aus, dass der Belastungstest zu einem Rekapitalisierungsbedarf von insgesamt 29 Milliarden Euro bei den Geldhäusern führen werde.

Banken in Spanien, Deutschland und Griechenland dürften den höchsten Geldbedarf haben, teilte Goldman am Montag auf Grundlage der Erhebung fest. 32 Prozent der Teilnehmer gingen davon aus, dass Europas Banken als Konsequenz aus den Stresstestergebnissen zehn bis 25 Milliarden Euro an frischem Kapital benötigen werden. 27 Prozent erwarteten weniger als zehn Milliarden Euro Kapitalbedarf. 25 Prozent rechneten mit 25 bis 50 Milliarden Euro als notwendige Refinanzierungssumme.

An der Umfrage beteiligten sich 113 Experten. Davon stammten 67 Prozent aus Europa und 27 Prozent aus den USA. 35 Prozent der Umfrageteilnehmer schätzten, dass die Kapitalerhöhungen nach dem Stresstest immer noch nicht genügen werden. Die restlichen 65 Prozent der Befragten sehen die Banken nach den Stresstest-Kapitalerhöhungen ausreichend oder gar überkapitalisiert.

Mit den Ergebnissen des Stresstests für die größten 90 europäischen Banken wird für Anfang Juli gerechnet. Der Test soll die Belastungsfähigkeit der wichtigsten Finanzinstitute in einer Wirtschafts- und Finanzkrise testen, Schwächen einzelner Institute aufzeigen und die Investoren beruhigen. Im vergangenen Jahr hatten sie an der Aussagekraft des Tests gezweifelt, weil nur sieben von damals 91 Instituten durchgefallen waren. Für Unmut sorgt auch in diesem Jahr wieder, dass ein dauerhafter Ausfall europäischer Staatsanleihen aus politischen Gründen nicht Teil der Stress-Szenarien ist.

Die Banken hatten die Zahlen Mitte April bei den nationalen Aufsehern abgeben müssen, die sie Ende April nach einer ersten Überprüfung an die neu geschaffene europäische Bankenaufsicht EBA weiterreichten.

Von

rtr

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