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11.10.2014

16:31 Uhr

Stresstest

USA und Großbritannien lassen Bank kollabieren

Auf der IWF-Tagung in Washington wirbt EZB-Chef Draghi für eine „wachstumsfreundliche Sparpolitik“. Zur gleichen Zeit planen die USA und Großbritannien, eine Großbank kollabieren zu lassen. Allerdings nur zum Schein.

Dunkle Wolken über Europas Banken. Am Montag soll der Zusammenbruch einer internationalen Großbank simuliert werden. dpa

Dunkle Wolken über Europas Banken. Am Montag soll der Zusammenbruch einer internationalen Großbank simuliert werden.

WashingtonDie USA und Großbritannien wollen gemeinsam den Kollaps einer internationalen Großbank simulieren. Die beiden Länder wollen bei dem Test am Montag prüfen, ob sie rund sechs Jahre nach der Finanzkrise einen möglichen Zusammenbruch eines riesigen Geldinstituts verkraften könnten.

„Wir werden sicherstellen, dass wir ein Institut abwickeln können, das man zuvor als zu groß, um zu scheitern betrachtet hat. Wir sind zuversichtlich, dass wir nun Wahlmöglichkeiten haben, die in der Vergangenheit nicht existierten“, sagte der britische Finanzminister George Osborne am Freitag beim Jahrestreffen des Internationalen Währungsfonds (IWF).

Größte Banken der Welt (nach Bilanzsumme)

Platz 11

Deutsche Bank
Deutschland
1955 Milliarden Euro

Stand: Ende Juni 2015. Quelle: Bloomberg.

Platz 10

Barclays
Großbritannien
1960 Milliarden Euro

Platz 9

Bank of America
USA
1998 Milliarden Euro

Platz 8

BNP Paribas
Frankreich
2078 Milliarden Euro

Platz 7

Mitsubishi UFJ
Japan
2224 Milliarden Euro

Platz 6

JP Morgan Chase
USA
2402 Milliarden Euro

Platz 5

Bank of China
China
2408 Milliarden Euro

Platz 4

HSBC
Großbritannien
2489 Milliarden Euro

Platz 3

Agricultural Bank of China
China
2531Milliarden Euro

Platz 2

China Construction Bank
China
2627 Milliarden Euro

Platz 1

Industrial and Commercial Bank of China (ICBC)
China
3216 Milliarden Euro

An der Simulation sollen auch der amerikanische Finanzminister Jack Lew, die Fed-Chefin Janet Yellen und der Notenbankgouverneur Großbritanniens, Mark Carney, teilnehmen. Als Konsequenz aus der Finanzkrise wurden in den USA und Großbritannien die Regeln für die Banken verschärft.

Am 26. Oktober will die Europäische Zentralbank (EZB) die Ergebnisse ihres Banken-Stresstests veröffentlichen. Die EZB nimmt dabei die Bilanzen von 130 Banken der Eurozone unter die Lupe, um versteckte Risiken aufzudecken und zu prüfen, ob sie einen weiteren konjunkturellen Einbruch überstehen würden. In Deutschland mussten sich unter anderen die Deutsche Bank und die Commerzbank stellen Die EZB hatte dabei zunächst die Aktiva der Banken bewertet. Die sollten laut EZB mindestens bei acht Prozent liegen.

Daran schließt der Stresstest an, der prüft, wie sich verschiedene wirtschaftliche Szenarien auf die Leistungsfähigkeit der Geldinstitute auswirken. In diesem Stresstest müssen die Banken eine Kernkapitalquote von 5,5 Prozent erreichen. Würde dieses Ziel verfehlt, wäre eine Bank nicht krisensicher.

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