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05.12.2012

08:33 Uhr

Studie

Banken brauchen 474 Milliarden Euro

In aller Welt müssen Banken ihre Kernkapitalquoten erhöhen. Eine Studie hat den aktuellen Kapitalbedarf ermittelt und kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Bankenindustrie in einer zerbrechlichen Lage befinde.

Alleine in Europa betrage der Kapitalbedarf zur Abdeckung der Kernkapitalquote nach Basel-III-Regeln 256 Mrd. Euro. dpa

Alleine in Europa betrage der Kapitalbedarf zur Abdeckung der Kernkapitalquote nach Basel-III-Regeln 256 Mrd. Euro.

Eine aktuelle Studie der Boston Consulting Group hat einen Kapitalbedarf der weltweiten Bankenbranche in dreistelliger Milliardenhöhe ergeben. Insbesondere Institute in Europa tun sich demnach schwer, den erhöhten Anforderungen der Regulierer nachzukommen. Wie der Unternehmensberater aus den USA am Mittwoch in Boston mitteilte, wurde ein Kapitalbedarf von Banken rund um den Globus von 474 Mrd. Euro ermittelt.

Banken in Europa erweisen sich den Ergebnissen zufolge als besonders empfindlich gegenüber konjunkturellen Schwächephasen. Insgesamt sei der Kreditanteil in europäischen Bankenbilanzen höher als bei den Banken in den USA, hieß es von der BCG zur Begründung. Es sei überdies mit einer vermehrten Konsolidierung in der Branche zu rechnen, wenn stärkere Banken ihre schwächeren Konkurrenten übernehmen.

Nach den jüngsten Vorgaben des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht müssen die Banken ihre Kernkapitalquoten mehr als verdreifachen, um mögliche Verluste im Zuge von Wirtschafts- oder Finanzkrisen besser abzufedern. Diese Vorgaben sind eine Reaktion auf die Finanzkrise des Jahres 2008, die unter anderem zur Pleite der Investmentbank Lehman Brothers Holdings Inc. führte und Schockwellen durch die Weltwirtschaft sandte. Die so genannten Basel-III-Regeln sollen schrittweise ab dem 1. Januar 2013 bis in das Jahr 2019 hinein wirksam werden. Gerade in der EU ist die Einführung der Regeln umstritten.

„Die Anleger verlangen eine Befolgung der neuen Kapitalregeln vor den vereinbarten Terminen“, hieß es in der Studie, „wer als Bank dahinter zurückbleibt, der gefährdet die eigene Marktposition“. Insgesamt bleibe die weltweite Bankenindustrie in einer zerbrechlichen Lage.

Alleine in Europa betrage der Kapitalbedarf zur Abdeckung der Kernkapitalquote nach Basel-III-Regeln 256 Mrd. Euro, wie es laut der Studie auf Basis der Daten zum Jahresende weiter hieß. In den USA beträgt der Bedarf mit 112 Mrd. Euro deutlich weniger als die Hälfte.

Die Deutsche Bank AG hatte im September eine Aufstockung der Kernkapitalquote Tier 1 bis Ende März auf mindestens acht Prozent angekündigt und plant die weitere Erhöhung auf mehr als zehn Prozent zwei Jahre später. Die Credit Suisse Group AG will das Eigenkapital laut Mitteilung vom Juli auf 15,3 Mrd. Franken erhöhen und kommt damit Forderungen der Schweizer Bankenaufsicht nach.

Auch die weiterhin niedrigen Aktienkurse von Großbanken, die laut BCG „um 50 bis 80 Prozent unterhalb des Vorkrisenniveaus“ liegen, seien ein Zeichen für das anhaltend schwache Umfeld für die Banken.

Kommentare (8)

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Gierhaelse

05.12.2012, 09:16 Uhr

"Banken brauchen 474 Milliarden Euro"

Nur?

Nicht kleckern sondern k(l)otzen ... am Ende fehlt eh eine Null hinten dran ... und selbst dann haben die den Hals noch nicht voll ...

Account gelöscht!

05.12.2012, 09:53 Uhr

Diese halbe Billion, und noch einiges mehr, wird allein von den spanischen Banken benötigt, wo jede 3.Hypothek notleidend werden wird.

Politikverdrossen

05.12.2012, 10:06 Uhr

Der hohe Bedarf an Eigenkapital, um die Regeln von Basel III zu erfüllen, ist das eine.

Die wichtigere Frage allerdings ist, in welchem Umfang wird wieder der Steuerzahler (über ESM, EZB, Target2, Bankenunion u.ä.) zur Rekapitaliserung der Banken herangezogen.

Nach dem, was die "Euro-Retter" bislang so geleistet haben, befürchte ich das Schlimmste.

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