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11.02.2013

11:21 Uhr

Studie

Europas Banken haben faule Kredite in Billionenhöhe

Immer weniger Unternehmen und Privatleute im Euro-Raum zahlen ihre Darlehen fristgerecht. Das Volumen an faulen Krediten erreicht die Rekordsumme von fast einer Billion Euro. Deutsche Institute stehen noch recht gut da.

Skyline Frankfurt: Bei Banken im Euro-Raum schlummert ein Rekordvolumen an faulen Krediten. Deutsche Banken stehen vergleichsweise gut da. Reuters

Skyline Frankfurt: Bei Banken im Euro-Raum schlummert ein Rekordvolumen an faulen Krediten. Deutsche Banken stehen vergleichsweise gut da.

FrankfurtDie Banken im Euro-Raum kämpfen einer Hochrechnung zufolge mit einem wachsenden Berg fauler Kredite. Auf die Rekordsumme von 918 Milliarden Euro belaufen sich laut Ernst & Young (E&Y) aktuell Kredite, die Unternehmen und Privatleute wegen der Wirtschaftsflaute nicht mehr fristgerecht zurückzahlen können.

Besonders stark betroffen seien Spanien und Italien, heißt es in der am Montag veröffentlichten Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Dort seien 15,5 beziehungsweise 10,2 Prozent der Ausleihungen ausfallgefährdet. In der Eurozone insgesamt fielen 7,6 Prozent der Kreditsumme in diese Kategorie. Binnen Jahresfrist erhöhte sich die Summe der faulen Kredite bei Geldinstituten im Euroraum um 80 Milliarden Euro.

Wo Banker die größten Probleme sehen

Bankenaufsicht und Regulierung

Die größten Probleme sehen die Manager von Finanzhäusern in der verschärften Bankenaufsicht und der Regulierung. 94 Prozent nannten dies als größte Herausforderung der Branche für die Jahre 2013 bis 2015. Die Unternehmensberatung Steria Mummert und Forsa befragten 120 Führungskräfte aus 120 Kreditinstituten. 100 davon aus Deutschland, 20 aus Österreich. Die Studie wurde im November 2012 veröffentlicht.

Kosten

An zweiter Stelle stehen die Kosten: 75 Prozent der Bank-Manager sehen den Renditedruck auf der Branche lasten.

Risikomanagement

Im Zuge der Finanzkrise und der verschärften Regulierung müssen die Banken besser mit ihren Risiken umgehen. Dementsprechend sehen immerhin 74 Prozent der befragten Banker den Umbau des Risikomanagements als Herausforderung.

Vertrieb und Kundenmanagement

Ebenfalls große Probleme sehen die Finanzhäuser im Vertrieb und Kundenmanagement. Hier sehen 71 Prozent der Bank-Lenker Herausforderungen.

Wettbewerb

Neue Anbieter, auch aus fremden Branchen, drängen in das Stammgeschäft der Geldhäuser. 71 Prozent der Finanzmanager sehen dies als Problem.

Finanz- und Schuldenkrise

Die Situation auf den Finanzmärkten belastet natürlich auch die Banken. Dementsprechend beobachten 70 Prozent der Geldhaus-Lenker die Lage in Griechenland und den Kapitalmärkten gespannt.

Demographische Entwicklung

Mit etwas Abstand, aber dennoch mit großer Sorge, betrachten die Banker die Alterung der Bevölkerung. Die demographische Entwicklung betrachten immerhin 68 Prozent der von Steria Mummert und Forsa befragten als Herausforderung.

Optimierung der Geschäftsprozesse

Rund 63 Prozent der Geldhaus-Manager erachten den Umbau von Betriebsabläufen als Herausforderung.

Konjunktur

Weniger Sorge bereitet den Bank-Lenkern offenbar die Entwicklung der Konjunktur. Nur 53 Prozent gaben dies als Problem an.

Kreditrisiko

Kreditrisiken bringen die Banker auch nicht um den Schlaf: Nur 39 Prozent bereitet dieses Thema Sorgen.

Optimierung der Informationstechnik

Die Verbesserung der hauseigenen Computersysteme sehen 38 Prozent der Befragten als Herausforderung.

Liquiditätsmanagement

Die geringsten Sorgen bereitet den Bank-Lenkern das Liquiditätsmanagement. Nur 32 Prozent sehen dies als Problem.

Deutsche Banken stünden dank der vergleichsweise starken Binnenkonjunktur deutlich besser da: Der Anteil fauler Kredite liege bei heimischen Instituten in diesem Jahr bei nur 2,7 Prozent. Die Experten gehen davon aus, dass deutsche Institute im laufenden Jahr ihren Bestand an notleidenden Krediten von 200 Milliarden Euro auf 183 Milliarden Euro verringern können. In der Eurozone insgesamt werde dieser Trend erst 2014 einsetzen.

Trotz der schwierigen Lage im Kreditbereich traut Ernst & Young den Euro-Banken im laufenden Jahr steigende Gewinne zu: um drei Prozent von 632 Milliarden auf 651 Milliarden Euro. „Die Banken sind in den vergangenen Jahren zum Teil bereits stark geschrumpft, sowohl von der Bilanzsumme als auch von der Mitarbeiterzahl her“, erklärte E&Y-Partner Claus-Peter Wagner.

Die Vergabe neuer Kredite im Euroraum dürfte 2013 nach Einschätzung von Ernst & Young eher schleppend verlaufen. In Deutschland sei jedoch gegen den Trend mit mehr Krediten zu rechnen - sowohl für Unternehmen als auch für Verbraucher und Bauherren. Die Studie schreibt Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der nationalen Aufsichtsbehörden für die Bankenbranche fort.

Von

dpa

Kommentare (22)

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Ben-Wa

11.02.2013, 12:06 Uhr

Jetzt ist ja wohl doppelt klar, warum wir unbedingt die Bankenunion brauchen. Soros hat es ja immer wieder vorgerechnet: Ohne Verbraten der deutschen Sparvermögen scheitert der Euro sofort. Mit Verbraten ein paar Jahre später. Und Soros kann dabei dann noch ein paar Milliärdchen abgreifen. Das ist die EU und der Euro!

WDW

11.02.2013, 12:29 Uhr

Wenn sogar HB und andere die Schuldenkrise in Europa als beendet betrachten, dann zweifle ich am Verstand der handelnden Personen.

Seit der Lehman-Pleite haben allein die Staaten der westlichen Welt praktisch 3 Billionen € zusätzliche Schulden gemacht. Dazu kommen die Schulden der Privathaushalte. Wieviel Mathe muss ich denn da können, um Unheil zu wittern? Nicht viel!!

Wieviel Mathe beherrscht das HB? Offentsichtlich nicht viel!

Realistin

11.02.2013, 12:30 Uhr

Deutsche Banken stünden dank der vergleichsweise starken Binnenkonjunktur deutlich besser da: Der Anteil fauler Kredite liege bei heimischen Instituten in diesem Jahr bei nur 2,7 Prozent. Die Experten gehen davon aus, dass deutsche Institute im laufenden Jahr ihren Bestand an notleidenden Krediten von 200 Milliarden Euro auf 183 Milliarden Euro verringern können. In der Eurozone insgesamt werde dieser Trend erst 2014 einsetzen.

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Kann der Autor des Artikels auch mal mit fakten belegen?!! Hier wird wieder ein Nonsens geschrieben, dass einem die Haare zu Berge stehen!! Die Commerzbank ist PLEITE!! Und da hänge andere auch noch mit drann. Ausserdem betreiben wir mit den Bilanzen und der doppelten Haushaltführung im ÖD Selbstbetrug!!

Die BRD ist fast genauspo pleite wie die anderen Staaten in Europa!! Schon mal was von Target 2 gehört, lieber Autor?! Da schlummern noch Milliarden fauler Kredite, die wir nicht mehr sehen werden!! Unser toller Export beruht auf Kredite an die anderen Länder. Diese können die Kreidte nur leider nicht mehr bezahlen.

Das HB sollte endlich auch mal registrieren das wir dem Untergang geweiht sind. Und auch die Journalisten in Zukunft für 400 Euro arbeiten gehen werden! Ist alles nur eine Frage der Zeit :-)

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