Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2009

11:04 Uhr

Studie

Jede dritte Bank will ihre Belegschaft reduzieren

VonPeter Köhler

Die Banken in Deutschland sind pessimistisch: Sie wollen restriktiver Kredite vergeben und Arbeitsplätze abbauen: Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young will fast jede dritte Bank in den kommenden sechs Monaten die Zahl der Mitarbeiter reduzieren.

Keine guten Aussichten: Bankmanager sehen die Branche im Umbruch. Foto: AP ap

Keine guten Aussichten: Bankmanager sehen die Branche im Umbruch. Foto: AP

FRANKFURT.Die Banken in Deutschland rechnen mit einem deutlich schwieriger werdenden operativen Geschäft, einer restriktiveren Kreditvergabe und einem spürbaren Abbau von Arbeitsplätzen. Laut einer Studie der Beratungsgesellschaft Ernst & Young will fast jede dritte Bank in den kommenden sechs Monaten die Zahl der Mitarbeiter reduzieren, nur jede achte Bank will zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Nach den Aussagen der Manager von 122 befragten Instituten werden die Auslandsbanken vom Beschäftigungsabbau besonders betroffen sein.

Für die Unternehmen hierzulande wird es zukünftig schwieriger werden, einen Kredit zu erhalten: 63 Prozent meinen, dass die Kreditvergabe an Unternehmen künftig restriktiver gehandhabt wird. "Das Risikobewusstsein der Banken ist weiter gestiegen, was sich in noch intensiveren Kreditwürdigkeitsprüfungen niederschlägt", sagte Dirk Müller-Tronnier von Ernst & Young. Gut zwei Drittel der Bankmanager rechnen mit mehr Kreditausfällen und daraus abgeleitet mit einem steigenden Bedarf an Risikovorsorge, im Frühjahr 2008 waren es nur 39 Prozent. Besonders in der Automobilindustrie seien die Kredite ausfallgefährdet, aber auch in der Bauindustrie und dem Maschinenbau droht den Banken wohl Ungemach.

Positiv werten die Führungskräfte die Maßnahmen der Regierungen und Notenbanken zur Stabilisierung der Finanzmärkte. Eine große Mehrheit von fast 90 Prozent geht davon aus, dass es grundsätzlich zu einer Beruhigung an den Märkten kommen wird. Ein fast ebenso hoher Prozentsatz rechnet damit, dass die Zahl der Banken, die auf das staatliche Rettungspaket zugreifen, in den kommenden Monaten steigen wird.

Die Finanzkrise hatte vor rund 18 Monaten mit dem Platzen der Immobilienblase in den USA begonnen. Danach wurden die Banken vor allem durch Abschreibungen auf strukturierte Wertpapiere belastet, was am Ende zu einer Reihe von staatlichen Stützungsmaßnahmen führte.

Laut Ernst & Young sehen die Bankmanager ihre Branche in einem strukturellen Umbruch. So rechnen 83 Prozent damit, dass der Bankensektor in Deutschland künftig deutlich stärker reguliert werden wird als bisher, außerdem müssten sich die Anteilseigner auf sinkende Renditen einstellen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×