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11.12.2013

10:56 Uhr

Studie

Regulierung kostet deutsche Banken Milliarden

Die Beratungsgesellschaft KPMG hat untersucht, wie viel deutsche Banken wegen neuer Regulierungen ausgeben müssen. Das Ergebnis: rund 9 Milliarden Euro. Der Großteil kommt durch die höheren Kapitalanforderungen zustande.

Die Bankentürme von Frankfurt: „Die meisten Banken sehen ihr Geschäft aufgrund der Regulierung nicht infrage gestellt.“ dpa

Die Bankentürme von Frankfurt: „Die meisten Banken sehen ihr Geschäft aufgrund der Regulierung nicht infrage gestellt.“

FrankfurtDie deutschen Banken ächzen unter den Kosten der zunehmenden Regulierung der Branche. Nach einer Studie der Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG geben die Institute neun Milliarden Euro im Jahr aus, um die unterschiedlichen Maßnahmen umzusetzen und anzuwenden. Den Löwenanteil machten mit rund sieben Milliarden Euro die Kosten einer höheren Kapital- und Liquiditätsausstattung aus, teilte KPMG am Mittwoch in Frankfurt mit. Dazu kämen 1,4 Milliarden Euro zusätzliche Sach- und Personalkosten und 600 Millionen für die Bankenabgabe.

KPMG hatte in Zusammenarbeit mit den Bankenverbänden BdB und VÖB 20 große, regionale und Privatbanken befragt, die für 60 Prozent der Bilanzsumme aller deutschen Kreditinstitute stehen. Die Ergebnisse wurden auf die Branche hochgerechnet.

Diese deutschen Banken überprüft die EZB

Großbanken

Commerzbank
Deka-Bank (Spitzeninstitut der Sparkassen)
Deutsche Bank
DZ-Bank (Spitzeninstitut der Volksbanken)
Hypo Real Estate Holding (Deutsche Pfandbriefbank)
SEB
WGZ Bank (2. Spitzeninstitut der Volksbanken)

Landesbanken

Bayerische Landesbank (BayernLB)
Landesbank Baden-Württemberg (LBBW)
Landesbank Berlin (LBB)
Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba)
Norddeutsche Landesbank (NordLB)
HSH Nordbank

Sparkassen/Genossenschaftsbanken

Deutsche Apotheker- und Ärztebank
Haspa Finanzholding (Hamburger Sparkasse)

Immobilienbanken

Aareal Bank
Münchener Hypothekenbank

Förderbanken

Landeskreditbank Baden-Württemberg
Landwirtschaftliche Rentenbank
NRW.Bank

Sonstige Institute

Volkswagen Financial Services Aktiengesellschaft
Wüstenrot & Württembergische

Und die Banken erwarten steigende Ausgaben: Jeder dritte Euro, den die Geldhäuser bis 2015 für interne Projekte ausgeben, stehe in Zusammenhang mit den neuen Vorschriften. Von 2010 bis 2012 war es jeder vierte Euro. Das Geschäftsmodell sei dadurch aber nicht gefährdet. „Die meisten Banken sehen ihr Geschäft aufgrund der Regulierung nicht infrage gestellt“, sagte Ulrich Pukropski, Leiter des Finanzdienstleistungs-Bereichs bei KPMG.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Diana

11.12.2013, 11:58 Uhr

Diese Studie ist ein totaler Käse, weil Banken ja selbstverständlich auch ihr Eigenkapital gewinnbringend in Aktien, Währungen, Anleihen, Rohstoffe etc. anlegen können. Das liegt ja nicht untätig in der Bank rum.

Aber für die Banken ist es eben leider billiger, sich zu verschulden, womit natürlich auch die Risikobereitschaft steigt.

RegulierungmussSinnmachen

12.12.2013, 12:02 Uhr

Liebe Diana, Ihr Einwand ist totaler Käse.
Das Eigenkapital der Banken ist ja nicht ein Häufchen Geld, das ungenutzt irgendwo rumliegt und nur darauf wartet, endlich mal angelegt zu werden. Eigenkapital steckt ja in all den Geschäften drin, die die Banken machen.
Und wenn Banken zukünftig (vereinfacht) z.B. für einen Kredit oder eine Handelsgarantie an ein Unternehmen (Bankgeschäft besteht eben nicht nur aus der Annahme von Spareinlagen und der Herausgabe dieser als Kredite)50% mehr EK brauchen (blockieren müssen) als bisher, dann werden eben 33% weniger Kredite, Garantien, etc. möglich sein. Und diese dann übrigens zu einem höheren Preis für die entsprechenden Kunden, weil mit den 33% weniger Geschäft eben die gleichen Kosten zu decken - und ja, auch ein Gewinn erzielt werden muss.

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