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11.04.2016

11:31 Uhr

Studie

Viele Banken rechnen mit Stellenabbau im eigenen Haus

Die deutschen Geldhäuser blicken skeptischer in die Zukunft als ihre meisten europäischen Konkurrenten. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie. Für den Pessimismus gibt es mehrere Gründe.

Nach Einschätzung von Experten bleibt die Situation in der deutschen Bankenbranche schwierig. dpa

Blick auf Frankfurt

Nach Einschätzung von Experten bleibt die Situation in der deutschen Bankenbranche schwierig.

FrankfurtDrei von fünf Geldhäusern in Deutschland erwarten binnen zwölf Monaten einen Stellenabbau im eigenen Haus, neun von zehn rechnen damit, dass es in den nächsten drei Jahren zu größeren Fusionen und Übernahmen kommt oder dass Kreditinstitute ganz aufgeben. Das geht aus der jährlichen „Bankenbarometer“-Umfrage der Unternehmensberatung EY (Ernst & Young) hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Sie hat 250 führende Banken in mehr als einem Dutzend europäischer Länder befragt, 72 davon aus Deutschland.

Ihre Aussichten für das laufende Jahr sehen nur die Banken in Polen pessimistischer als die deutschen. Hierzulande rechnen der Umfrage zufolge 42 Prozent damit, dass sich ihr operatives Geschäft eintrübt, 31 Prozent der Banken rechnen zumindest mit einer leichten Verbesserung. Dagegen erwartet europaweit eine Mehrheit der befragten Geldhäuser bessere Geschäfte, nur jedes vierte rechnet mit einer Verschlechterung.

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Das spiegelt sich auch in den Renditeerwartungen nieder: Während Europas Banken im Schnitt mit einer Verbesserung der Eigenkapitalrendite um 1,1 Prozent rechnen, gehen deutsche Institute für 2016 von einem Rückgang um 0,2 Prozent aus. Am zuversichtlichsten geben sich die Institute im Irland, Großbritannien und Spanien.

„Die Situation in der deutschen Bankenbranche bleibt schwierig, die Gewinne werden vorläufig auf niedrigem Niveau verharren“, fasst EY-Partner Claus-Peter Wagner die Ergebnisse der Studie zusammen. Die meisten Institute reagierten darauf mit Kostensenkungen. Schließlich machten Personalausgaben mehr als die Hälfte der operativen Kosten aus. „Sie müssen aber auch verstärkt über neue Ertragsquellen nachdenken und beispielsweise Gebühren für Bankdienstleistungen verlangen, die bislang umsonst waren“, sagt EY-Bankenexperte Dirk Müller-Tronnier.

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Eine Bereinigung unter den deutschen Banken wird nach Ansicht vieler Bankmanager aber noch auf sich warten lassen. Nur 42 Prozent gehen schon für dieses Jahr von einer Konsolidierung aus, allerdings nur bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Auf Sicht von drei Jahren erwarten aber 92 Prozent eine Konsolidierungswelle. Auch Italiener, Österreicher und Schweizer machen sich darauf gefasst - europaweit sehen sie nur 61 Prozent kommen. „Viele Banken sind auf sich allein gestellt gar nicht in der Lage, einerseits einen Sparkurs einzuschlagen und auf der anderen Seite hohe Summen in die Digitalisierung zu investieren“, sagt Müller-Tronnier.

Von

rtr

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