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04.12.2014

11:56 Uhr

Studie zu Frauen in Führungspositionen

Frauen kommen leichter in Aufsichtsräte als ins Spitzenmanagement

Finanzgesellschaften befördern Frauen weniger rasch auf die Spitzenmanagement-Ebene, als sie weibliche Mitglieder für ihre Aufsichtsräte benennen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman.

Frauen haben es bei Banken leichter in den Aufsichtsrat zu kommen, als in Positionen im Spitzen-Management. Das ist das Ergebnis einer neuen US-Studie. dpa

Frauen haben es bei Banken leichter in den Aufsichtsrat zu kommen, als in Positionen im Spitzen-Management. Das ist das Ergebnis einer neuen US-Studie.

New YorkIm Jahr 2013 machten Frauen 13 Prozent der Unternehmensvorstände aus, verglichen mit 10 Prozent ein Jahrzehnt zuvor. Mehr als ein Drittel der Gesellschaften hatten gar keine Frauen in ihrem Spitzen-Management, geht aus der am heutigen Donnerstag veröffentlichten Studie hervor. Bei den Aufsichtsräten waren im vergangenen Jahr 20 Prozent weiblich, während es 2003 nur 12 Prozent waren. Zu diesem Schluss kommt eine neue Studie der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman.

Während in den USA die Wahrscheinlichkeit, dass Frauen von einer Anfangsposition ins mittlere Management aufsteigen, fast genauso hoch ist wie bei Männern, ist ihr relatives Vorankommen in leitende Positionen im Finanzbereich so schlecht wie in keiner anderen Branche, so die Studie, die mehr als 150 Finanzdienstleister weltweit unter die Lupe nahm. Banken müssen Frauen mit Führungspotenzial in Bereiche rotieren, die Erlöse einbringen, um sie besser für breit gefächerte Positionen, einschließlich der eines Chief Executive Officer, zu positionieren, heißt es weiter.

„Die Glasdecke scheint im Wesentlichen intakt zu sein“, ist in der Studie zu lesen, die von 20 Autoren unter Leitung von Michelle Daisley verfasst wurde. „Es ist für eine Frau im Finanzdienstleistungssektor weniger als halb so wahrscheinlich als für einen Mann, von einer mittleren in eine führende Position aufzusteigen.“

Eine Rotation von Führungskräften in verschiedene Geschäftsbereichen könnte dazu beitragen, den Trend zu ändern, dass Frauen an der Spitze von Banken in erster Linie mit unterstützenden Funktionen wie der Leitung der Personal- oder der Marketingabteilung betraut werden, so die 57 Seiten umfassende Studie. Diese Funktionen sind in der Regel schlechter bezahlt als Führungsfunktionen in Bereichen, die Erlöse bringen. Auch ist ein Aufstieg von dort in die Spitzenfunktion weniger wahrscheinlich.

Frauenanteil in Vorständen der 100 größten Banken

Genossenschaftsbanken

2011: 5,4 Prozent

2012: 5,1 Prozent

2013: 8,1 Prozent

Öffentlich-rechtliche Banken (z.B. Sparkassen)

2011: 2,5 Prozent

2012: 3,6 Prozent

2013: 4,7 Prozent

Private Banken

2011: 3,3 Prozent

2012: 4,6 Prozent

2013: 7,8 Prozent

Der Prozentsatz weiblicher Vorstandsmitglieder bei US- Gesellschaften ist gegenüber 2008 gesunken und hinkt hinter den Niveaus von Norwegen, Schweden, Kanada und Russland her, ist der Studie zu entnehmen. Die untersuchten japanischen Unternehmen hatten gar keine Frauen in Spitzenpositionen.

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