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14.02.2016

09:45 Uhr

Subprime-Hypotheken

Warum Anleger China fürchten sollten

In der US-Subprime-Krise verdiente Kyle Bass Geld mit Wetten gegen Hypotheken. Nun glaubt er, dass sich die Geschichte wiederholt – allerdings in China. Chinas Banken stünden vor großen Verlusten, warnt der Manager.

Jahrelang ging es für die Preise chinesischer Immobilien hoch hinaus. Nun droht die Krise. dpa

Chinas Immobilienmarkt

Jahrelang ging es für die Preise chinesischer Immobilien hoch hinaus. Nun droht die Krise.

New YorkKyle Bass ist ein Hedgefondsmanager, der während der Subprime-Krise erfolgreich gegen Hypotheken gewettet hat. Jetzt warnt er, im chinesischen Bankensystem könnte es zu Verlusten kommen, die mehr als viermal höher sind als das, was die US-Banken während der letzten Krise verloren.

Sollte das chinesische Bankensystem aufgrund fauler Kredite zehn Prozent seiner Aktiva einbüßen, würde das rund 3,5 Billionen Dollar an Eigenkapital aufzehren. Das erklärte Bass, Gründer von Hayman Capital Management in Dallas, in einem Schreiben an Investoren. Der Brief liegt Bloomberg vor. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt müsste letzten Endes Yuan im Gegenwert von mehr als zehn Billionen Dollar für die Rekapitalisierung ihrer Banken drucken. Das würde zu einem Abwertungsdruck gegenüber dem Dollar von über 30 Prozent führen, meint Bass.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Der 46-jährige Bass kam groß heraus, als er 2007 gegen Hypotheken wettete und Gewinne kassierte, während die größten Banken der Welt mehr als 80 Milliarden Dollar an Subprime-Verlusten abschreiben mussten. Aber seither hatte er nicht immer ein glückliches Händchen bei seinen Wetten, so etwa als er 2010 auf einen Zusammenbruch des japanischen Bondmarkts spekulierte.

Größte Neujustierung

„Was wir erleben ist die Neujustierung des größten volkswirtschaftlichen Ungleichgewichts, das die Welt je gesehen hat”, schrieb Bass. „Kredit hat in China sein kurzfristiges Limit erreicht, und das chinesische Bankensystem wird einen Verlustzyklus durchlaufen, der tiefgehende Auswirkungen auf den Rest der Welt haben wird.”

Bass zufolge hat sein Hedgefonds die meisten der riskanteren Anlagen seit Mitte vergangenen Jahres verkauft, um sich für 18 Monate für verschiedene Ereignisse zu positionieren, die entlang des Wegs der Neujustierung der chinesischen Kredite und der Währung wahrscheinlich eintreten werden. Auf Anfrage von Bloomberg erklärte er per E-Mail, dass rund 85 Prozent seines Portfolios in Wetten mit Bezug auf China investiert seien.

„Die Probleme, vor denen China steht, sind beispiellos”, schrieb Bass in seinem Brief. Sie seien so groß, dass es allen Einsatz der chinesische Regierung erfordern werde, die Ungleichgewichte zu korrigieren. „Risikoanlagen sind nicht das, was man haben sollte, wenn all dies passiert.”

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