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17.01.2008

16:42 Uhr

Subprime-Krise

Merrill-Zahlen wecken Ängste

Die US-Investmentbank Merrill Lynch muss angesichts der Krise am Hypothekenmarkt weitere 14,1 Mrd. Dollar abschreiben. Außerdem verbucht das Institut den größten Quartalsverlust der Firmengeschichte. Aber auch danach kann Merrill weitere Wertberichtigungen nicht ausschließen.

Die Krise am Hypothekenmarkt belastet Merrill Lynch nach wie vor. Foto: ap Quelle: ap

Die Krise am Hypothekenmarkt belastet Merrill Lynch nach wie vor. Foto: ap

HB NEW YORK. Er könne nicht garantieren, dass Merrill weitere Abschreibungen im Zuge der Hypothekenkrise verhindern kann, sagte Firmenchef John Thain dem Fernsehsender CNBC. Zuvor hatte die US-Investmentbank Merrill Lynch mitgeteilt angesichts der Krise am Hypothekenmarkt erneut 14,1 Mrd. Dollar abzuschreiben. Dadurch falle im vierten Quartal mit 9,8 Mrd. Dollar der größte Netto-Verlust in der Firmengeschichte an, teilte » Merrill am Donnerstag mit. Im Vorjahreszeitraum hatte die Bank noch 2,2 Mrd. Dollar Gewinn gemacht.

Die Zahlen fielen schlechter aus als von Branchenexperten erwartet - deshalb verloren Merrill-Aktien zu Handelsbeginn fünf Prozent und belasteten neben der Wall Street auch die Börsen in Europa. Für das Gesamtjahr summieren sich die mit der Hypotheken-Krise verbundenen Verluste bei Merrill damit auf 23 Mrd. Dollar.

Analysten bewerteten die Zahlen gemischt. Der Verlust sei höher als vorhergesagt, die Abschreibungen waren indes in dem Umfang erwartet worden, sagte Peter Boockvar von Miller Tabak & Co in New York. Ob damit alle Unwägbarkeiten aus der Merrill-Bilanz bereinigt seien, lasse sich aber nicht sagen. "Jetzt fangen die Leute erst an, wirklich zu begreifen, wie tiefgreifend diese Krise ist", sagte Angus Campbell von Capital Spreads in London. Allerdings versuchten die Banken derzeit erfolgreich, Investoren an Bord zu holen. Deshalb sei es eher unwahrscheinlich, dass es Kürzungen bei den Dividenden geben werde, was wiederum positiv für die Anleger sei.

Für das Gesamtjahr 2007 musste Merrill Lynch am Donnerstag in New York einen Nettoverlust von 8,05 Mrd. Dollar (5,44 Mrd. Euro) eingestehen. Im Jahr 2006 hatte die Investmentbank noch einen Gewinn von 7,31 Mrd. Dollar ausgewiesen. Bereits im dritten Quartal 2007 hatte sie mit 2,24 Mrd Dollar den bis dato höchsten Quartalsverlust der Unternehmensgeschichte ausgewiesen. In den Monaten Juli bis September hatten sich die Abschreibungen auf 8,4 Mrd Dollar summiert.

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