Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.05.2012

17:24 Uhr

Südamerika

Brasiliens Bankenmarkt im Wandel

VonAlexander Busch

Der Bankenmarkt in dem südamerikanischen Land formiert sich neu. Während Europas Institute sich wegen der Finanzkrise zurückziehen, stehen asiatische Häuser schon in den Startlöchern. Der Regierung kommt das entgegen.

Ein Blick über das Geschäftsviertel von Sao Paulo: Institute aus Europa ziehen sich aus Brasilien zurück. Reuters

Ein Blick über das Geschäftsviertel von Sao Paulo: Institute aus Europa ziehen sich aus Brasilien zurück.

Es war ein Beleg dafür, dass sich die Gewichte auf dem brasilianischen Bankenmarkt verschieben: Die brasilianische Investmentbank BTG Pactual ging in der vergangenen Woche erfolgreich an die Börse und nahm 3,7 Milliarden Real (1,5 Milliarden Euro) ein. Ihren Aufstieg verdankt sie dem Rückzug eines ausländischen Konkurrenten: Die Schweizer UBS hatte ihre brasilianische Tochter Pactual vor drei Jahren verkauft, weil das Mutterhaus in Zürich in der Krise dringend Geld brauchte.

Der Wandel in dem größten südamerikanischen Land ist in vollem Gange. Institute aus Europa mit angeschlagenen Mutterhäusern verlieren Marktanteile oder geben ganz auf. Die Profiteure sind die brasilianischen Banken sowie die Konkurrenten aus anderen Schwellenländern.

Profi-Anlageempfehlung: Brasilien ist einen Blick wert - nicht nur wegen des Fußballs

Profi-Anlageempfehlung

Brasilien ist einen Blick wert

In den nächsten Jahren wächst Brasilien zur fünftgrößten Wirtschaftsnation der Welt.

Die chinesischen Banken stehen in den Startlöchern. So hat die Industrial and Commercial Bank of China (ICBC) in der Nachbarschaft des Aufsteigers BTG Pactual bereits Büros in der teuersten Bankengegend Sao Paulos gemietet - obwohl die größte Bank der Welt in Brasilien noch auf eine Banklizenz wartet. Die China Construction Bank (CCB), die Nummer zwei weltweit, soll bereits mit der WestLB über eine Übernahme der zum Verkauf stehenden brasilianischen Tochter verhandeln. Die CCB will eine Bank kaufen, um den Markteintritt zu beschleunigen - so wie die kanadische Scotiabank kürzlich die frühere Dresdner-Bank-Tochter in Brasilien übernommen hat.

Die bisherigen ausländischen Platzhirsche wie die britisch-asiatische HSBC oder das spanische Institut Banco Santander können wegen der Krise in ihren Heimatmärkten nicht mehr auf den boomenden brasilianischen Finanzmärkten mithalten. Sie verkaufen Anteile oder Sparten ihres Geschäfts. Auch die französische BNP Paribas und der portugiesische Konkurrent Banco Espírito Santo haben ihre Investitionen zurückgeschraubt, weil sie ohne Kapital vom Mutterhaus auskommen müssen. So schrumpfen Eigenkapitalanteile, Einlagen und Kredite.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

maxmeu

01.05.2012, 22:33 Uhr

Die Banken werden das Land kaputt machen. In Brasilien kann man bei C&A für umgerechnet 10 Euro eine Jogginghose erwerben (Ratenzahlung über 10 Monate - 1 Euro/Monat). Das Leben ist viel zu teuer für die viel zu armen Menschen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×