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05.04.2006

20:34 Uhr

Talanx greift nach dem Konkurrenten

EU-Kommission billigt Gerling-Übernahme

Die EU-Kommission hat die Übernahme des traditionsreichen Kölner Versicherungskonzerns Gerling durch den Hannoveraner Konkurrenten Talanx gebilligt. Jedoch gilt es, bestimmte Auflagen zu erfüllen.

HB BRÜSSEL. Um nicht zu mächtig zu werden, wird Talanx verpflichtet, Teile des Pharmahaftpflichtgeschäfts ihrer Tochtergesellschaft HDI zu verkaufen. Das teilte die EU-Kommission am Mittwoch in Brüssel nach einer sechswöchigen Wettbewerbsprüfung mit.

Mit der Übernahme bringt sich Talanx (HDI, Hannover Rück), Deutschlands Nummer Drei in der Industrieversicherung, gegen den Marktführer Allianz in Stellung. In den meisten Bereichen der Lebens- und Sachversicherung hatten die Brüsseler Wettbewerbshüter keine Bedenken.

Der Wettbewerb bei Haftpflichtversicherungen für Pharmaunternehmen in Deutschland könnte jedoch erheblich eingeschränkt werden. Sowohl HDI als auch Gerling hätten in diesem Bereich eine sehr starke Position und seien die engsten Wettbewerber. „Das Vorhaben würde den Wettbewerb zwischen ihnen beseitigen und die Auswahlmöglichkeiten der Pharmaunternehmen erheblich verringern“, befand die Kommission.

Um die Bedenken der Kommission auszuräumen, habe Talanx sich verpflichtet, das Pharmahaftpflichtgeschäft von HDI zu verkaufen, soweit es die Versicherung deutscher Unternehmen außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Produkthaftpflichtversicherung umfasse. Dies werde es Wettbewerbern ermöglichen, sich auf dem Markt für die Haftpflichtversicherung für Pharmaunternehmen in Deutschland zu etablieren, teilte die EU-Kommission mit.

Gerling beschäftigt laut früheren Unternehmensangaben 6800 Menschen, davon 4000 am Stammsitz des Versicherers im Rheinland. Vor vier Jahren war Gerling in eine existenzielle Krise geraten, die aber inzwischen überwunden ist.

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