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09.01.2004

16:36 Uhr

Tanzi nicht mehr Chef des AC Parma

Bank of America wurde durchsucht

Die luxemburgische Justiz hat wegen des Verdachts der Geldwäsche Ermittlungen gegen Parmalat eingeleitet. Im Zusammenhang mit dem Bilanzskandal um den insolventen italienischen Lebensmittelkonzern wurde der Mailänder Sitz der Bank of America durchsucht.

HB ROM. Die Ermittlungen im Bilanzskandal um den insolventen italienischen Lebensmittelkonzern Parmalat ziehen auch international immer weitere Kreise. Einem Bericht des italienischen Fernsehens zufolge durchsuchte die Polizei am Freitag den Mailänder Sitz der Bank of America. Zudem wurde bekannt, dass ein Investmentbanker der Deutschen Bank bis zum Jahr 2000 für Parmalat in führender Position das Nordamerika-Geschäft geleitet haben soll. Allerdings sei er erst im Mai 2003, drei Jahre nach seinem Ausscheiden bei Parmalat zur Deutschen Bank gekommen, hieß es aus Branchenkreisen. Die Bank wollte keine Stellung nehmen.

Mittlerweile ermittle die Staatsanwaltschaft gegen 25 Manager und Bilanz-Prüfer, darunter den ehemaligen Funktionär der Bank of America Luca Sala, der seit vergangenem März für Parmalat tätig war. Seine Wohnung sei ebenfalls durchsucht worden. Auch gegen zwei italienische Partner der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche werde ermittelt. Sie sollen an der Fälschung der Parmalat-Bilanzen mitgewirkt haben.

Die Bank of America hatte Mitte Dezember die Krise des Parmalat- Konzerns ins Rollen gebracht, als sie mitteilte, dass ein angebliches Vier-Milliarden-Euro-Konto der Parmalat-Tochter Bonlat nicht existiere. Die Großbank erklärte damals, ein Parmalat-Dokument vom vergangenen März, in dem diese Barmittel-Summe auftaucht, sei nicht authentisch.

Angeblich stand auch der Italien-Chef der Deutschen Bank, Vincenzo De Bustis, in enger Beziehung zur Familie des festgenommenen Parmalat-Gründers Calisto Tanzi. Vertreter des Geldinstituts sollen auf Wunsch der Staatsanwaltschaft von Parma in der kommenden Woche erneut angehört werden, hieß es aus gut informierten Branchenkreisen, die damit einen entsprechenden Bericht des „Handelsblatts“ bestätigten. Die Deutsche Bank wollte dies auf Anfrage nicht kommentieren. Ein erstes Informationsgespräch am Mittwoch sei „nicht zufrieden stellend“ gewesen, habe es von den Ermittlern geheißen.

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