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27.03.2006

10:14 Uhr

Tarifabschluss

ING Diba einigt sich mit Verdi

Als erste Direktbank hat die ING Diba mit der Gewerkschaft Verdi einen Tarifvertrag abgeschlossen. Damit setzt Verdi einen Fuß in die bisher tarifvertragsfreie Wachstumsbranche.

HB FRANKFURT. Von den rund 10 000 Mitarbeitern bei Direktbanken in Deutschland sind jetzt rund 2 300 Diba-Mitarbeiter tariflich organisiert. Allerdings musste die Gewerkschaft Zugeständnisse machen und anerkennen, dass sich die Arbeits-Realität bei den Direktbanken von denen anderer Institute erheblich unterscheiden: Kundendienst rund um die Uhr bedeuten Schicht- und Wochenendarbeit. Der neue Haustarif orientiert sich daher am allgemeinen Tarif für das private Bankgewerbe, ist aber auf die Anforderungen des Direkt-Bankings zugeschnitten.

Verdi und Diba hoffen nun, dass ihr „Pilotabschluss“ von anderen Direktbanken übernommen wird. Allerdings zeigen die Wettbewerber keine Begeisterung. Die Comdirect (600 Mitarbeiter) hat zurzeit nach eigenen Angaben keinen Bedarf an einem Tarifvertrag, gleiches gilt für die rund 650 Mitarbeiter von CortalConsors in Deutschland, wo in einer Betriebsvereinbarung Punkte wie Nachtarbeits-Zuschläge, Boni etc. geregelt sind. „Diese Dinge kann man gut auf Unternehmensebene regeln und braucht nicht zwingend einen Rahmentarif“, sagte ein Unternehmenssprecher.

Bei der Diba gelang Verdi der Tarifvertrag, weil die größte europäische Direktbank aufgrund ihrer erreichten Mitarbeiterzahl jetzt die paritätische Mitbestimmung im Aufsichtsrat einführen muss. Außerdem ist hier die Zahl der Gewerkschaftmitglieder besonders hoch, weil eines der drei Diba-Vorgängerinstitute, die Allgemeine Deutsche DirektBank, eine Tochter der Gewerkschaftsbank BFG war.

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