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25.04.2016

19:15 Uhr

Tarifkonflikt

Den Reisebankern reißt der Geduldsfaden

VonMichael Brächer

Mitarbeiter der Reisebank legten am Montag bei ihrem ersten Tarifstreik seit mindestens 15 Jahren die Arbeit nieder. Der Grund: Die Bank verdient prächtig, aber die Beschäftigen profitieren davon kaum.

Vor dem Abflug noch schnell ein paar Devisen tauschen. Wer das am Montag am Frankfurter Flughafen vorhatte, wurde enttäuscht: Ab elf Uhr wurde die Filiale der Reisebank im Abflugterminal von der Gewerkschaft Verdi bestreikt. AP

Devisen-Tausch

Vor dem Abflug noch schnell ein paar Devisen tauschen. Wer das am Montag am Frankfurter Flughafen vorhatte, wurde enttäuscht: Ab elf Uhr wurde die Filiale der Reisebank im Abflugterminal von der Gewerkschaft Verdi bestreikt.

FrankfurtWer am Montag vor dem Abflug am Frankfurter Flughafen noch schnell zur Reisebank wollte, um sich mit Devisen einzudecken, der hatte Pech: Ab elf Uhr wurde die Filiale im Abflugterminal von der Gewerkschaft Verdi bestreikt. Betroffen von dem Arbeitskampf waren nicht nur mehrere Geschäftsstellen am Frankfurter Airport, sondern auch am Flughafen Köln-Bonn sowie an den Bahnhöfen von Köln und Hamburg.

Mit dem Streik wollen die Mitarbeiter die Reisebank dazu bringen, ihr Tarifangebot zu verbessern. „Die Beschäftigten der Reisebank verdienen eine gerechte Entlohnung für ihren Einsatz, zumal sich die Bank einer hervorragenden wirtschaftlichen Lage befindet“, sagt Verdi- Gewerkschaftssekretär Timo Elpelt.

Welche Devisen überzeugen außerhalb der sicheren Häfen?

Exoten

Thomas Retzlaffs Einschätzungen zu den „Exoten“, bei denen er von Hochzinswährungen spricht:

Brasilianischer Real (BRL)

„Das Land hat politische Probleme, Rezession und Korruption – aber gute Struktur.“

Südafrikanischer Rand (ZAR)

„Schwache Politik, das Land liegt brach, keine Investitionen, Problem niedriger Rohstoffpreise.“

Indonesische Rupiah (IDR)

„Der Rupiah ist abhängig von Rohstoffpreisen, aber stabil und aussichtsreich.“

Indische Rupie (INR)

„Die indische Volkswirtschaft scheint auf einem guten Weg zu sein.“

Türkische Lira (TRY)

„Ist politisch unsicher, starke Abhängigkeit vom Ausland.“

Russische Rubel (RUB)

„Hat große wirtschaftliche Probleme, Sanktionen.“

Rohstoffwährungen

Nicht alle Rohstoffwährungen sind Hochzinswährungen. „Rohstoffwährungen wie die norwegische Krone (NOK), der australische (AUD) sowie der kanadische Dollar (CAD) und der mexikanische Peso (MXN) sollten bei steigenden Öl- und Rohstoffpreisen profitieren.“

Polnischer Zloty (PLN)

„Politikrisiko, aber gesunde Volkswirtschaft mit guten Aussichten.“

Ungarischer Forint (HUF)

„Politisch etwas isoliert, neutrale Aussichten.“

Chinesischer Yuan (CNY)

„Die chinesische Währung wird sich immer mehr etablieren und eine Rolle bei Fremdwährungsanlagen spielen können. Es könnten aber noch Abwertungen folgen.“

So habe die Bank im vergangenen Jahr unterm Strich rund 13,7 Millionen Euro Gewinn erzielt. Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 5,5 Prozent und einen tariflich abgesicherten Bonus für alle Beschäftigten. „Dass die Reisebank mit ihrem Angebot unter dem letzten Tarifabschluss bleibt, ist für uns nicht akzeptabel“, pflichtet Verdi-Gewerkschaftssekretär Mark Roach bei. In der letzten Tarifrunde hatte die Bank die Gehälter für 2014 und 2015 um jeweils gut zwei Prozent erhöht.

Die Tarifverhandlungen gehen am Dienstag in die nächste Runde. Ein Sprecher der Reisebank bestätigte die Streikmaßnahmen, wollte den Vorgang mit Blick auf die laufenden Verhandlungen aber nicht weiter kommentieren. Die Reisebank entstand als 1996 als Ausgliederung aus der damaligen Deutsche Verkehrs-Kredit-Bank. Heute gehört sie zur genossenschaftlichen DZ-Bank und beschäftigt rund 550 Mitarbeiter. 

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