Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.08.2011

14:35 Uhr

Tilo Berlin

Keine Hinweise auf Untreue bei HGAA-Verkauf

Vor dem Verkauf der Hypo Alpe-Adria hatte Ex-Chef Tilo Berlin in seine Bank investiert und damit einige Millionen verdient. Das machte die Staatsanwaltschaft misstrauisch - nun wurde das Verfahren aber eingestellt.

Tilo Berlin vor der HGAA. ap

Tilo Berlin vor der HGAA.

FrankfurtDer ehemalige HGAA-Chef Tilo Berlin muss keinen Strafprozess wegen angeblicher Unregelmäßigkeiten beim Verkauf der Kärntner Bank an die BayernLB fürchten. Die Staatsanwaltschaft München stellte das Verfahren gegen den Vermögensverwalter wegen Anstiftung oder Beihilfe zur Untreue ein, wie Berlins Anwälte und eine Sprecherin der Ermittlungsbehörde am Montag in München mitteilten.

Berlin hatte kurz vor dem - im Nachhinein umstrittenen - Verkauf der Klagenfurter Hypo Alpe-Adria (HGAA) zusammen mit wohlhabenden deutschen Investoren in die Bank investiert und damit in wenigen Monaten einen dreistelligen Millionenbetrag verdient.

Die Staatsanwaltschaft war dem Verdacht nachgegangen, dass Berlin vorab unerlaubte Absprachen mit BayernLB-Managern über einen raschen Weiterverkauf der Aktien an die Landesbank aus München getroffen habe. „Wir haben keine Absprachen mit Unrechtsgehalt gefunden“, sagte die Sprecherin der Behörde. Die BayernLB hatte 3,7 Milliarden Euro für die HGAA bezahlt, um mit ihr in Osteuropa zu wachsen.

Nach der Finanzkrise musste die Beteiligung komplett abgeschrieben werden, die HGAA wurde an das Land Österreich verschenkt. Berlins Anwälte - die Münchener Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl - teilte mit, die Klagenfurter Staatsanwaltschaft habe ebenfalls ein Verfahren gegen Berlin eingestellt. Die Münchener Staatsanwaltschaft erklärte, gegen Berlin werde aber weiterhin im Zusammenhang mit dem umstrittenen Namens-Sponsoring des Klagenfurter Fußballstadions ermittelt. Hier geht es ebenfalls um Beihilfe zur Untreue und Bestechung von Amtsträgern.

Unabhängig von dem Strafverfahren versucht die BayernLB auf zivilrechtlichem Weg zumindest einen Teil des Kaufpreises für die HGAA als Schadenersatz einzuklagen. Sie hat kürzlich beim Wiener Handelsgericht Klage gegen die Mitarbeiterstiftung der HGAA eingelegt. Finanzkreisen zufolge drängt die BayernLB auf eine Rückabwicklung des Kaufs sowie Schadenersatz in Höhe von zunächst 50 Millionen Euro. Sie sieht sich von den Verkäufern, zu denen die Stiftung, die Kärntner Landesholding und Berlins Investorengruppe gehörten, arglistig getäuscht. Vor allem zur Kapitalausstattung seien irreführende Angaben gemacht worden.

Die Verkäufer haben stets jede Schuld zurückgewiesen und betont, korrekt gehandelt zu haben. Kärntner Politiker haben der BayernLB vorgeworfen, dass sie die HGAA unbedingt kaufen wollte und selbst nicht genau genug geprüft habe.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×