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31.01.2008

17:07 Uhr

Tochter bündelt Staatsfinanzierung

Commerzbank entscheidet sich für Eurohypo

Die Commerzbank bündelt ihr Staatsfinanzierungsgeschäft bei der Tochter Eurohypo. Dadurch sieht sich das zweitgrößte deutsche Geldhaus gut gerüstet, einer der beiden größten europäischen Staatsfinanzierer zu werden, sagte Commerzbank -Vorstand Michael Reuther. Die Weichenstellung hat massive Folgen die ebenfalls zum Konzern gehörende Essen Hyp.

Das Eurohypo-Logo wird im Frühjahr 2006 auf die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt projeziert. Die Tochter profitiert von der Weichenstellung. Foto: Reuters

Das Eurohypo-Logo wird im Frühjahr 2006 auf die Commerzbank-Zentrale in Frankfurt projeziert. Die Tochter profitiert von der Weichenstellung. Foto: Reuters

HB FRANKFURT. Die Essen Hyp, über die bisher ein Großteil des Staatsfinanzierungsgeschäfts abgewickelt wurde, wird mit der Eurohypo verschmolzen. "Das Geschäftsmodell der Essen Hyp war nicht mehr zeitgemäß", sagte Reuther am Donnerstag in Frankfurt.

Die Eurohypo werde sich auf Geschäfte mit einer höheren Marge konzentrieren, ihr Kreditportfolio aktiver gestalten sowie sich internationaler aufstellen. "Wir sehen noch viel Potenzial angesichts leerer Kassen bei Kommunen und Staaten", sagte Reuther.

Die Verschmelzung bedeutet das Aus für die vor rund zehn Jahren gegründete Essen Hyp. Der Standort Essen wird aufgegeben, die 203 Mitarbeiter sollen in der Commerzbank -Gruppe einen neuen Arbeitsplatz angeboten bekommen. Das deutlich kleinere Gewerbeimmobilien-Geschäft der Essen Hyp geht ebenfalls auf die Eurohypo über, das Geschäft mit Privatkundenkrediten wird in die Commerzbank eingegliedert. Im Sommer soll der Umbau abgeschlossen sein.

Wegen der Neuausrichtung rechnet die Commerzbank in diesem Jahr nur mit einer "schwarzen Null" in der Sparte. Die Kosten für den Umbau beliefen sich auf weniger als 200 Mill. Euro. 2010 soll der Geschäftsbereich einen operativen Gewinn von 250 bis 300 Mill. Euro erreichen. Zu den größten Wettbewerbern der Eurohypo gehören die Münchener Hypo Real Estate, die kürzlich für rund fünf Mrd. Euro den Staatsfinanzierer Depfa übernommen hat, sowie die belgisch-französische Bank Dexia.

Die Commerzbank hatte zu Jahresbeginn die restlichen 49 Prozent an der Essen Hyp von der Investorenfamilie Schuppli übernommen und arbeitet seither an einer Neuordnung des unter starkem Margendruck stehenden Geschäfts mit Krediten für die öffentliche Hand. Zur Debatte hatte ursprünglich auch gestanden, das Staatsfinanzierungsgeschäft bei der Essen Hyp oder in der Commerzbank selbst zu bündeln.

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