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01.02.2007

18:44 Uhr

Töchter kommen unter ein Dach

Allianz schafft in Italien Klarheit

VonChristoph Hardt und Katharina Kort

Die Allianz strafft ihre Konzernstruktur in Europa weiter. Der Münchener Finanzkonzern wird seine drei italienischen Töchter RAS, Lloyd Adriactico und Allianz Subalpina unter dem Dach der neuen Allianz SpA bündeln, gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt.

Die Allianz fusioniert ihre Italien-Töchter. Foto: dpa

Die Allianz fusioniert ihre Italien-Töchter. Foto: dpa

MAILAND/MÜNCHEN. Auf dem Markt wird die neue Allianz dann mit drei eigenständigen Marken (Allianz Ras, Allianz Lloyd Adriatico und Allianz Subalpina) sowie mit drei eigenständigen Vertrieben operieren. Damit formt die Allianz den nach der Generali zweitgrößten Versicherer Italiens, sie hat gut sechseinhalb Millionen Kunden und einen Marktanteil von 13 Prozent. Mit der jüngsten Entscheidung führt die Allianz ihre Strategie fort, die Auslandstöchter stärker an die Muttergesellschaft zu binden und den Markenauftritt zu vereinheitlichen. Im September 2005 hatte die Allianz den Rückkauf der ausstehenden Ras-Aktien für rund 5,7 Mrd. Euro angekündigt, um die Tochter ganz in den Konzern einzugliedern. Kurz darauf hatte Allianz-Chef Michael Dieckmann bereits angedeutet, die beiden Töchter RAS und Lloyd Adriatico zusammenlegen zu wollen.

Experten erwarten dadurch nicht nur erhebliche Synergieeffekte. Sie sehen darin auch ein Signal für einen einheitlichen Markenauftritt der Allianz weltweit. So werden auch die bisherige Ras-Bank und das Ras Asset Management umbenannt. Die Bank wird künftig Allianz Bank Financial Advisors heißen, der Vermögensveralter übernimmt den Namen des weltweit aktiven Asset-Management-Arms des Konzerns, Allianz Global Investors. Jüngst hatte auch der Chef der franzö-sischen Konzern-Tochter AGF, Jean-Philippe Thierry, auf das Potenzial der Marke Allianz in Frankreich hingewiesen.

Der Konzern selbst verwies darauf, dass er unter dem Dach seiner neuen italienischen Tochter die besonderen Stärken der einzelnen Gesellschaften bündeln und entwickeln werde. Lloyd Adriatico, die als profitabelste Einzelgesellschaft des Gesamtkonzerns gilt, gehörte bereits zuvor zu 100 Prozent der Allianz. Die Turiner Allianz Subalpina ist dagegen eine Tochter der Mailänder Ras, die lange eine gewisse Unabhängigkeit genossen hat. Italien ist nach Prämienaufkommen zweitgrößter Versicherungsmarkt Europas, die Regierung hat eine weit reichende Deregulierung des Versicherungsvertriebs angekündigt. Die Führung der neuen Gesellschaft soll der bisherige CEO der RAS, Paolo Vagnone übernehmen. Chairman wird Enrico Cucchiani, Mitglied im Konzernvorstand der Holding Allianz SE. Die Integration der drei Gesellschaften soll schon im Herbst 2007 abgeschlossen sein.

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