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08.04.2014

13:27 Uhr

Tödlicher Rachefeldzug

Liechtenstein fahndet nach dem Banker-Mörder

VonHolger Alich

Der Rachefeldzug eines Fondsmanagers endete gestern blutig. Nach den tödlichen Schüssen auf einen liechtensteinischen Bankchef sucht das Fürstentum nach dem Mörder – bislang ohne Erfolg.

Pressekonferenz der Polizei in Liechtenstein. dpa

Pressekonferenz der Polizei in Liechtenstein.

BalzersEinen Tag nach dem Mord an den Banker Jürgen Frick in Liechtenstein, sucht die Polizei weiter fieberhaft nach dem mutmaßlichen Täter Jürgen H. Die Polizei setzt dafür sogar Suchhunde und Helikopter mit Wärmekamera ein. „Die Indizien sprechen für einen Suizid des mutmaßlichen Täters“, sagte der Liechtensteiner Polizeichef Jules Hoch zu Handelsblatt Online, „aber solange wir nicht die Leiche gefunden haben, ermitteln wir auch in andere Richtungen.“

Am Montag früh hatte der mutmaßliche Täter Jürgen H, ein Ex-Fondsmanager, in der Tiefgarage im liechtensteinischen Balzers den Geschäftsführer der Bank Frick, Jürgen Frick, erschossen. Den Namen des Opfers bestätigte ein Sprecher der Bank gegenüber Handelsblatt online. Der Täter konnte anhand der Videoaufzeichnungen in der Tiefgarage identifiziert werden.

Am Montagabend fanden Spürhunde der Polizei dann die Kleidung sowie persönliche Gegenstände des mutmaßlichen Täters Jürgen H. „Sein Reisepass enthielt Abschiedsworte“, so Polizeichef Hoch; und da die Hunde die Spur des mutmaßlichen Täters am Ufer des Rheins verloren haben, gehen die Behörden weiterhin von einem Selbstmord aus. „Der Rhein ist aber unberechenbar“, so Hoch, „es kann Tage dauern, bis eine Leiche auftaucht“, es könne zum Beispiel sein, dass sich der Körper an Steinen verhakt und daher bis auf weiteres unauffindbar bleibt.

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Ein Liechtensteiner Banker wird in einer Tiefgarage erschossen, der Tatverdächtige ist auf der Flucht. Die Polizei im Fürstentum hat eine Großfahndung nach dem selbsternannten „Staatsfeind Nummer Eins“ ausgerufen.

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind fassungslos angesichts der sinnlosen Tat“, erklärte die Bank in einer ersten Stellungnahme. „Worte können unseren Schmerz über den Verlust von Jürgen Frick nicht ausdrücken.“

Der Mord an dem Banker Jürgen Frick ist der traurige Höhepunkt eines jahrelang währenden Rachefeldzuges des ehemaligen Fondsmanagers Jürgen H. Der Ingenieur hatte im Silicon Valley gearbeitet und in Liechtenstein einen Fonds verwaltet, der in Hightech Unternehmen investierte.

Kommentare (1)

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08.04.2014, 17:13 Uhr

Schrecklich, fürchterlich, einfach unfassbar!

Was treibt einen früher vielleicht ja mal erfolgreichen Fondsmanager um, solch' Schlimmes zu tun? Wenn die eigene Performance wohl nicht reichte, und er sein Fonds damit ja offensichtlich eigentlich selbst an die Wand gefahren hat.

Das ist doch trotzdem schon lange noch kein Grund - nein, es gibt dafür nie einen Grund - einen Bankmitinhaber, der noch dazu eine Familie und Kinder hat, dafür verantwortlich zu machen und 'stante pede' einfach zu erschießen!

Einfach fürchterlich! Mein ganzes, von ganzem Herzen tiefes Beileid gilt ausgesprochen der Familie Frick. Es ist für mich einfach unfassbar!

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