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05.01.2011

06:53 Uhr

Topdeal

Facebook ist Goldmans Goldgrube

VonRolf Benders

Der überraschende Einstieg der US-Investmentbank Goldman Sachs bei der Internetfirma Facebook stellt sich immer mehr als geschickter Schachzug heraus. Gleichzeitig wendet sich Goldman-Chef Lloyd Blankfein mit der Transaktion wieder vorsichtig einer alten Domäne der Bank zu.

Handelsraum von Goldman Sachs: Die Bank will Facebook-Aktien im Wert von bis zu 1,5 Milliarden Dollar bei wohlhabenden Kunden platzieren. Quelle: Reuters

Handelsraum von Goldman Sachs: Die Bank will Facebook-Aktien im Wert von bis zu 1,5 Milliarden Dollar bei wohlhabenden Kunden platzieren.

NEW YORK. Medienberichten zufolge müssen wohlhabende Kunden der Bank, die sich an der Investition beteiligen wollen, 4,5 bis fünf Prozent Gebühr dafür zahlen. Zudem sei das Institut an künftigen Wertsteigerungen der Papiere beteiligt. Goldman wollte sich dazu am Dienstag nicht äußern.

Am Montag hatte Goldman 450 Millionen Dollar in das noch nicht börsennotierte, heftig boomende Internet-Start-up von Mark Zuckerberg investiert, über das Millionen von Menschen weltweit ihre Kontakte und Freundschaften pflegen. Die Nachricht schlug weltweit Wellen, weil Facebook damit 50 Milliarden Dollar und somit mehr wert ist als etwa die Deutsche Bank. Wie das Handelsblatt aus Investorenkreisen erfuhr, kann Goldman die Papiere zu einem festgelegten Preis zurückgeben, sollte Facebook nicht wie erwartet in den kommenden Jahren an die Börse gehen.

Parallel ist Goldman dabei, Facebook-Aktien im Wert von bis zu 1,5 Milliarden Dollar bei wohlhabenden Kunden zu platzieren. Wer etwas von dem Kuchen abbekommen möchte, muss Berichten zufolge mindestens zwei Millionen Dollar investieren und darf die Anteile bis 2013 nicht verkaufen.

Bei Topdeals zeigt sich die Bank handlungsfähig

Goldman-Chef Lloyd Blankfein wendet sich mit der Transaktion wieder vorsichtig einer alten Domäne der Bank zu, der Direktinvestition in Firmen mit eigenem Geld. Finanzkreisen zufolge hatte sich das Institut in den vergangenen gut drei Monaten hier wegen der strengeren Regulierung in den USA komplett zurückgehalten. Denn die im Sommer 2010 in Kraft getretene, nach dem Ex-Notenbankchef Paul Volcker benannte, "Volcker Rule", setzt dem Spekulieren von Banken mit eigenem Geld sehr enge Grenzen.

Der Deal zeigt aber, dass Goldman bei Toptransaktionen nach wie vor handlungsfähig ist. Solche Investitionen im Vorfeld von Börsengängen helfen der Bank, ihre globale Top-Position bei der Platzierung von Aktien an Börsen zu sichern.

Kommentare (2)

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Dr. Ch. von Schack

09.01.2011, 23:51 Uhr

Facebook ist im Vergleich zur Deutschen bank oder zu Mercedes-benz eine Fa., die "Luft verkauft/vermarktet". Die bank Goldmann Sachs ist für die Vermarktung solcher Luftinvestments berühmt und berüchtigt; für ihre "betrügerischen Aktionen" wie die beratung Griechenlands bezüglich der Staatsanleihen u.ä. Geschäftaktionen mußten bereits hohe Strafen und Sanktionen geleistet werden.
Jetzt besteht der große Trick bei der investition eigenen Goldman-Geldes in Facebook darin, daß die neu geworbenen Käufer der Facebookanteile zustimmen müssen, damit einverstanden zu sein, daß GoldmSachs jederzeit diskret und ohne Ankündigung die eigenen Anteile wieder abstoßen kann; d.h. es wird durch die Tatsache der investition von großen GoldmannGeldern ein Hype erzeugt und eine scheinbar goldsichere Anlage suggeriert. Der run auf die Anteile an Facebook spült durch überhöhte Gebühren und Gewinnbeteiligungen an der monopolisierten Vermarktung durch GoldSachs gigantische Gewinne in die bank.
Es kann darauf gewettet werden, daß nach Gewinnabschöpfung durch die künstliche Wertsteigerung von Facebook die Anteile der bank an Facebook still und leise verkauft sind, wenn die Luftfirma ins bodenlose abstürzt.
Die Aktion erinnert an die "Goldblase" Tulpenknolle in Holland vor einigen Jahrhunderten oder an iOS in den 60-iger Jahren des 20. Jahrhunderts. Wer möchte mitwetten ?

Blinse

10.01.2011, 00:40 Uhr

@Nr. 1
Stimmt! ich würde jedenfalls nicht gegen ihre Aussage wetten wollen :)

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