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04.04.2011

13:51 Uhr

Towers-Watson-Studie

Banker-Boni fast so hoch wie vor der Krise

Banker spüren auch in ihrem Geldbeutel, dass die Finanzkrise langsam überstanden ist. Die Boni waren im vergangenen Jahr im Schnitt fast wieder so hoch wie vor der Krise, so eine Studie. Profitiert haben die einfachen Mitarbeiter.

Bankentürme in Frankfurt: Banker dürfen sich wieder über hohe Boni freuen. Quelle: dpa

Bankentürme in Frankfurt: Banker dürfen sich wieder über hohe Boni freuen.

Düsseldorf

Die Finanzkrise ist für die meisten Geldhäuser weitgehend überstanden, jetzt dürfen sich die Mitarbeiter freuen. Die Boni waren im vergangenen Jahr im Schnitt fast wieder so hoch wie vor der Krise, wie eine Studie der Unternehmensberatung Towers Watson und der Universität zu Köln für den deutschsprachigen Raum ergab.

Profitiert haben vor allem Mitarbeiter auf den unteren Ebenen: Deren Extra-Zahlungen lagen Ende 2010 zwischen 11 und 30 Prozent höher als noch vor fünf Jahren. Spitzenbanker mussten dagegen einen Rückgang der Boni um 10 bis 17 Prozent hinnehmen.

"Obwohl die Krise für einige Angestellte in Banken durch nicht ausgezahlte Boni spürbar ist, kann von einer vollständigen Streichung der Boni für eine breite Gruppe von Mitarbeitern nicht die Rede sein", sagte Martin Emmerich von Towers Watson. Nur im Investment-Banking und Kapitalmarktgeschäft habe es häufig keine Prämien gegeben. Insgesamt erhielt laut Studie in Deutschland 90 Prozent all derer die einen Bonus bekommen sollten, diesen auch ausbezahlt.

Im Krisenjahr 2009 sah alles noch ganz anders aus. Seinerzeit wurden im Schnitt 40 in Deutschland 40 Prozent weniger Bonus überwiesen. In den Boomjahren zuvor seien Steigerungsraten von bis zu 30 Prozent üblich gewesen. Leidtragende des neuen Sparkurses waren auch hier die Chefs: Die Boni von Abteilungsleitern sanken 2009 laut Studie um durchschnittlich 40, die von Bereichsleitern gar um mehr als 50 Prozent.

Mit der Erholung der Branche im vergangenen Jahr kehrten die Boni wieder zurück. In Deutschland, Österreich und der Schweiz kletterten die Prämien um 14 bis 23 Prozent - fast auf Vorkrisenniveau. In Deutschland profitierten laut Towers Watson sowohl die oberste Führungsebene als auch die einfachen Mitarbeiter.

Dies widerlege die häufig gehörte Vermutung, "dass Beschäftigte auf dem untersten Ebenen von den Kürzungen besonders getroffen wurden", so Emmerich. "Im gegenteil, der starke Rückgang der Boni wird vor allem von den höchsten Hierarchieebenen geschultert"

Eine weitere Beobachtung der Unternehmensberater: Boni, die als Mitverursacher der Finanzkrise gelten, sinken in ihrer Bedeutung gegenüber dem Grundgehalt. Nach einem drastischen Rückgang im Jahr 2009 verringerte sich das Verhältnis im vergangenen Jahr noch weiter - für Bereichsleiter etwa um 40 Prozent. Dies habe aber auch damit zu tun, dass viele Banken die Gehälter erhöht hätten, so der Finanzexperte.

Der Studie zu Grunde lagen Gehaltsdaten von mehr als 120.000 Finanz-Mitarbeitern in Deutschland, 20.000 in Österreich und bis zu 70.000 in der Schweiz.

Von

rüd

Kommentare (1)

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aruba

04.04.2011, 15:43 Uhr

Guten Tag,..... Es kommt selten vor dass Ich ENERGISCH widerspreche;.... aber keiner soll mir einreden die " Unteren " ( die wirklich etwas leisten ) wuerden Anerkennung finden. Ich habe ueber 30 Jahre meines Lebens in einer Bank verplempert. Es gab und gibt nur eine Devise... " Nach Oben gebuckelt und nach Unten getreten. " . Die Saecke welche oben sitzen, sind zu 99 % dumm wie Brot. Sie werden nur von den wirklichen Machthabern hingesetzt weil sie von tuten und blasen keine Ahnung haben. Nie;... Nirgends .. bin Ich niederem und erbaermlichem Gesindel begegnet als in den Chefetagen. ( Wo Ich selber sass )Besten Dank

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