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31.07.2012

10:30 Uhr

Trennbankensystem

Wie die Deutsche Bank aufgeteilt werden könnte

VonTobias Döring

Wirtschaftsführer und Politiker denken laut über die Zerschlagung der Universalbanken nach. Handelsblatt Online hat die Aufspaltung der Deutschen Bank durchgespielt. Es bliebe kein Stein auf dem anderen.

DüsseldorfDie Deutsche Bank hat heute ihre Quartalszahlen vorgelegt. Der Gewinn nach Steuern ist im Vorjahresvergleich um fast 50 Prozent auf rund 660 Millionen Euro eingebrochen. Das ist nicht schön. Doch das größte deutsche Geldhaus hat noch ganz andere Sorgen als das schlechte Ergebnis. Die Anti-Banken-Stimmung wächst. Und immer mehr Wirtschaftsführer und Politiker fordern die Zerschlagung der Großbanken.

„Too big to fail darf es nicht mehr geben“, brachte kürzlich Nikolaus von Bomhard, Chef des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, die Diskussion auf den Punkt. „Ich bin ein Anhänger des Trennbanksystems“, sagte von Bomhard. Das würde letztlich die Aufspaltung der großen Universalbank in eine Investmentbank und eine Geschäftsbank bedeuten.

Halbjahresergebnis: Einbruch im Investment-Banking

Halbjahresergebnis

Einbruch im Investment-Banking

Die Deutsche Bank verzeichnet einen Halbierung des Gewinns.

In einer Online-Umfrage, die das Marktforschungsinstitut Mafo exklusiv für Handelsblatt Online durchgeführt hat, sprechen sich knapp 60 Prozent der 1000 Befragten für die Abspaltung des Investment-Bankings aus. Nur rund ein Fünftel ist dagegen, 20 Prozent sind unschlüssig. Das Geschäftsmodell der Deutschen Bank, das auf den Säulen Investment-Banking und Privatkundengeschäft beruht, wäre damit zerschlagen.

Doch wie würde eine Aufspaltung der Deutschen Bank in der Praxis aussehen? „Eine Aufspaltung von Universalbanken ist gar nicht so einfach möglich“, sagt Olaf Scheer, Geschäftsführer der auf Finanzdienstleister spezialisierten Managementberatung ZEB.

Führende Banken: Gebühren Investment-Banking

Platz 1

Bei den Gebühren fürs Investment-Banking liegt die Deutsche Bank mit einem Volumen von 100,6 Millionen Dollar weiterhin vorne.

Platz 2

JP Morgan macht einen kleinen Satz vom dritten auf den zweiten Platz. Das Volumen: 68,9 Millionen Dollar.

Platz 3

HSBC belegt mit einem Volumen von 48,5 Millionen Euro den dritten Platz.

Platz 4

Die Commerzbank verbessert sich leicht von Rang sechs auf vier mit einem Volumen von 45,2 Millionen Dollar.

Platz 5

Unicredit landet mit 42,8 Millionen Dollar auf dem fünften Platz (zuvor Platz 9).

Platz 6

Morgan Stanley klettert von elf auf sechs mit einem Volumen von 41,3 Millionen Dollar.

Platz 7

Die Royal Bank of Scotland belegt den siebten Platz. Das Volumen betrug 36,5 Millionen Dollar.

Platz 8

Barclays konnte sich mit einem Volumen von 31,8 Millionen Dollar nicht auf dem siebten Platz halten.

Platz 9

30,5 Millionen Dollar waren es bei der LBBW, das reicht für einen Sprung in die Top Ten (vorher Platz 18).

Platz 10

Goldman Sachs rutscht mit 29,9 Millionen Euro vom zweiten auf den zehnten Platz.

Die Deutsche Bank ist in vier Unternehmensbereiche unterteilt. Das Investment-Banking und der Zahlungsverkehr sind dabei im Konzernbereich „Corporate & Investment Bank“ zusammengefasst, die Vermögensverwaltung und das Privatkundengeschäft gehören zum Konzernbereich „Private Clients und Asset Management“. „Das ,daily business‘ der verschiedenen Geschäftsbereiche ist bei internationalen Universalbanken heute organisatorisch schon in großen Teilen getrennt“, erklärt Scheer.

Kommentare (13)

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creajoe

31.07.2012, 10:46 Uhr

Ihr Olaf Scheer ist Spezialist für Sparkassen und Volksbanken. Eine Investment Bank von Innen hat der nie gesehen!

Account gelöscht!

31.07.2012, 11:57 Uhr

Schon 1933 wurde in den USA die Bankentrennung durch den sog. Glass-Steagall-Act eingeführt. Hintergrund war die Bankenkrise von 1929 bis 1933 mit massiven Kursverlusten.
Auf Druck der Lobby hat Billy Boy Clinton in 1999 dieses Gesetz wieder aufgehoben. Die Folgen sind bekannt. Clinton gilt für viele (neben Greenspan) als einer der Wegbereiter für die Krise.
Das so eine Trennung jetzt bei uns eingeführt werden soll ist mehr als überfällig. Fraglich ist nur, ob sich unsere geschätzte Kandesbunzerlin gegen die Lobby durchsetzen kann. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt...

esm

31.07.2012, 11:58 Uhr

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