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15.07.2011

22:15 Uhr

Trotz "Durchfaller"

Spaniens Banken brauchen keine Kapitalspritzen

VonAnne Grüttner

Manchmal zahlt sich übertriebene Transparenz nicht aus: Unter den 90 im Stresstest geprüften Banken finden sich nicht weniger als 25 spanische Institute. Doch die Offenheit der Spanier wurde schlecht belohnt.

Catalunya Caixa gehört zu den fünf spanischen Banken, die den Stresstest nicht bestanden haben. Quelle: Reuters

Catalunya Caixa gehört zu den fünf spanischen Banken, die den Stresstest nicht bestanden haben.

MadridFünf kleine spanische Banken und Sparkassen mit einem Marktanteile von zusammengenommen rund neun Prozent haben den Stresstest nicht bestanden, so das offizielle Ergebnis der Tests.  Das Kernkapital der Sparkassen Catalunyacaixa, CAM, Unnim und Caja3, sowie der börsennotierten Banco Pastor schrumpfte unter dem pessimistischsten aller von der Europäischen Bankenaufsicht EBA angenommenen Szenarien unter die geforderte Obergrenze von fünf Prozent.

Tatsächlich aber bestehen alle diese Banken, wenn man die antizyklischen Rücklagen hinzuzählt, die Spaniens Finanzinstitute von ihren Gewinnen abzweigen müssen, um ein Kissen für Krisenzeiten zu bilden. Diese Auflage existiert in anderen Ländern nicht, wenn sie auch während der Finanzkrise bei den europäischen Partnern viel gelobt und ihre Einführung auch andernorts diskutiert wurde.

„In keinem spanischen Finanzinstitut sind zusätzliche Kapitalerhöhungen nötig“, schlussfolgerte daher Zentralbankchef Miguel Àngel Fernández Ordóñez bei der Bekanntgabe der Ergebnisse. Die EBA habe die allgemeinen Rückstellungen dieses Mal nicht berücksichtigt, da sie verpflichtet gewesen war bei allen Instituten das gleiche Maß anzulegen. Daher gehe Spanien auf den ersten Blick schlechter aus den Tests hervor als andere Länder.

Aber in der Praxis existierten diese Rückstellungen, und von einem „Durchfallen“ der betroffenen Institute könne daher nicht die Rede sein. „Wir sprechen von fünf Geldinstituten die, wenn man die allgemeinen Rückstellungen nicht berücksichtigt, die von der EBA geforderten fünf Prozent Kernkapital nicht erreichen“, so Ordoñez.

Kommentare (11)

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Account gelöscht!

15.07.2011, 23:28 Uhr

„Was hätte Angie (Angela Merkel) wohl gesagt, wenn das gleiche in Spanien passiert wäre? Im besten Fall hätte sie gesagt, dass wir in Spanien zu lange Siesta halten.”

- Sie hat es aber nicht gesagt, also wäre es doch mal schön, wenn man nicht präventiv rumgiftet!

beobachter

16.07.2011, 00:53 Uhr

Zur generellen Herangehensweise an Geldgeschäfte: Realität kann nicht durch Träumereien ersetzt werden vice versa.
Dieser Stresstest stellt indes lediglich eine von guten Wünschen durchsetzte Träumerei dar.
Das mag für Träumende eine durchaus akzeptable Lösung sein die Probleme weiter zu verschlafen. Zum Lösungsbeitrag wird das nicht taugen.

Es ist offengestanden fast schon peinlich, wie man sich in Europa die Augen zuhalten möchte, um anzunehmen: niemand sähe einen.

So werden Probleme verschärft, an deren Aufkommen niemand auf dieser Welt auch nur ansatzweise irgendein Interesse haben kann und hat.

Die Stresstests werden als grobe Fahrlässigkeit im Risk-Management ggf. später bezeichnet werden.






reallynoregrets

16.07.2011, 01:07 Uhr

Hier zeigt sich wieder die Arroganz und gleichzeitig der Neid Spaniens. Das Land sollte besser beginnen, vor der eigenen Türe zu kehren, als gegen andere, die wahrlich besser wirtschaften können, rummosern. Spanien weist derzeit eine Arbeitslosigkeit von genau 21 % auf, da verwundert es kaum, wenn sich die dortigen Banken weiter hinauslehnen müssen als beispielsweise hiesige Institute.

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