Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

08.02.2014

10:36 Uhr

Trotz Gerichtstermin

Ecclestone glaubt nicht an Schmiergeldprozess

„Wetten, dass es nicht passiert“ – das ist die Einstellung von Formel-1-Chef Ecclestone zum drohenden Schmiergeldprozess. Ende April startet das Verfahren gegen den 83-Jährigen in München.

Bernie Ecclestone bei einem Rennen in Kitzbühel: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Briten Bestechung und Anstiftung zur Untreue des ehemaligen Bayern LB-Vorstandes Gerhard Gribkowsky vor. dpa

Bernie Ecclestone bei einem Rennen in Kitzbühel: Die Staatsanwaltschaft wirft dem Briten Bestechung und Anstiftung zur Untreue des ehemaligen Bayern LB-Vorstandes Gerhard Gribkowsky vor.

London/ MünchenFormel-1-Chef Bernie Ecclestone glaubt nicht, dass es tatsächlich zum Schmiergeldprozess gegen ihn vor dem Landgericht München kommt. „Wetten, dass es nicht passiert. Dinge passieren im Leben, man muss damit umgehen“, sagte Ecclestone auf einem Wohltätigkeitstermin in London, nachdem das Oberlandesgericht München am Freitag den Prozessauftakt für den 24. April angesetzt hatte. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Briten Bestechung und Anstiftung zur Untreue des ehemaligen Bayern LB-Vorstandes Gerhard Gribkowsky vor.

Für das Verfahren sind zunächst 26 Prozesstage bis einschließlich 16. September geplant. Dem Briten wird vorgeworfen, im Jahr 2006 rund 45 Millionen Dollar Bestechungsgeld an Gribkowsky gezahlt zu haben, damit dieser beim Verkauf der Landesbank-Anteile an der Formel 1 Ecclestones Wunschkandidat CVC als Käufer den Vorzug gibt. Gribkowsky hat vor Gericht zugegeben, das Geld erhalten zu haben und war dafür im Sommer 2012 zu achteinhalb Jahren Haft wegen Bestechung verurteilt worden.

Ecclestone - Ein Kurzporträt

Der Funktionär

Kein anderer hat die Formel 1 so im Griff gehabt wie Bernie Ecclestone. Fast vier Jahrzehnte lang war der gerade mal 1,58 Meter große Brite derjenige, zu dem alle aufschauten.

Der Unternehmer

Ecclestone hat die Formel 1 zum Milliardengeschäft gemacht. Und er hat dabei selbst bestens mitverdient. Nachdem er schon im Kindesalter seinen Geschäftssinn entdeckt und gepflegt hatte, brachte es Ecclestone vom Gebrauchtwagenhändler zum Milliardär. Laut Forbes gehört er zu den reichsten Menschen der Welt.

Seine Jugend

Bernie Ecclestone wurde am 28. Oktober 1930 in Ipswich in England geboren. Nach der Schule arbeitete er bei den Stadtwerken.

Seine Frauen

Ecclestone hat dreimal geheiratet. Von seiner ersten Frau Ivy bekam er die Tochter Deborah, die ihm seinen ersten Enkel schenkte. Mittlerweile ist er sogar Urgroßvater.

Später heiratete Ecclestone das kroatische Modell Slavica Radic. Sie war 28 Jahre jünger und 29 cm größer als Ecclestone.

2012 heiratete Ecclestone schließlich Fabiana Flosi.

Sein Aufstieg

Aufgewachsen ist er im südenglischen Bexleyheath. Ecclestone versuchte sich als Rennfahrer - der Erfolg blieb aus, also stieg er als Team-Mitbesitzer und Fahrerberater in die Formel 1 ein. 1977 kaufte er die Werberechte für die Königsklasse, ein Jahr später die Übertragungsrechte.

Seine Herrschaft

Ecclestones Herrschaft war keineswegs ohne Widerstände. Er leistete sich teilweise haarsträubende verbale Entgleisungen, köderte Teams mit Geld und Sonderbehandlungen und schaltete und waltete mehr oder weniger nach Belieben.

Sein Deal

Nach der Formel-1-Übernahme durch die Investmentgruppe CVC wurde Ecclestone als Geschäftsführer eingesetzt. Der Verkauf der Anteile der BayernLB an die CVC brachte ihm den Vorwurf der Bestechung ein. Das Landgericht München stellte das Verfahren jedoch gegen einen Auflage von 100 Millionen Dollar ein.

Dagegen hatte Ecclestone die Bestechungsvorwürfe stets bestritten und versichert, er habe „nichts Illegales“ getan. In einem Zivilprozess in London hatte der Brite die Zahlungen an Gribkowsky zugegeben, aber darauf beharrt, dass dieser ihn unter Druck gesetzt habe. Dies hatte er auch als Zeuge im Prozess gegen Gribkowsky ausgesagt.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×