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28.02.2011

10:58 Uhr

Trotz Gewinnsprungs

Investment-Banking der HSBC schwächelt

Dank des besseren Kreditgeschäfts konnte die britische Großbank ihren Gewinn im abgelaufenen Jahr mehr als verdoppeln. Dennoch stutzte der neue HSBC-Chef Stuart Gulliver das langfristige Ziel des Instituts.

HSBC-Logo an einer Londoner Filiale: Die britische Großbank enttäuschte trotz einer Gewinnverdoppelung die Experten. Quelle: ap

HSBC-Logo an einer Londoner Filiale: Die britische Großbank enttäuschte trotz einer Gewinnverdoppelung die Experten.

London

Härtere Auflagen nach der Finanzkrise nagen auch an den Gewinnen der britischen Großbank HSBC. Nach einem für Börsianer enttäuschenden Ergebnis im vergangenen Jahr stutzte das Geldhaus am Montag seine langfristigen Renditeziele. Es erwartet wie die Konkurrenten Barclays und Credit Suisse eine merkliche Schwächung der Ertragskraft durch die verschärften Eigenkapitalregeln, die in der Branche unter dem Schlagwort Basel III bekannt sind. Um neue Krisen zu verhindern, fordern die Aufseher weltweit, dass die Finanzhäuser ihre Geschäfte stärker mit eigenem Kapital absichern müssen. Das soll die Risiken begrenzen, schmälert zugleich aber auch die Gewinnchancen der Institute.

Vorsichtig schätzt HSBC auch das weitere konjunkturelle Umfeld ein. "Wir gehen von einer etwas instabilen und holprigen wirtschaftlichen Erholung in den kommenden Jahren aus und deutlich höheren Kapitalanforderungen", erläuterte Finanzchef Iain Mackay, der wie Konzernchef Stuart Gulliver neu im Amt ist.

Zwar glaube er nicht, dass HSBC sich mit einer Kapitalerhöhung ein dickeres Polster zulegen müsse, sagte Gulliver. Das langfristige Ziel für die Eigenkapitalrendite (ROE) ist aus Sicht der Bank aber nicht zu halten. Es beträgt nun nur zwölf bis 15 Prozent, nachdem es bislang noch bei 15 bis 19 Prozent gelegen hatte.

Betont selbstbewusst gibt sich hier dagegen die Deutsche Bank. Vorstandschef Josef Ackermann hat weiterhin eine Eigenkapitalrendite von 25 Prozent vor Steuern fest im Auge, auch er wenn das Erreichen dieser Marke erst in einigen Jahren wieder für realistisch hält.

HSBC schloss bereits das vergangene Jahr nicht so gut ab wie von Experten erwartet. Zwar gelang es dem Institut, seinen Vorsteuergewinn auf 19 Milliarden Dollar mehr als zu verdoppeln.

Es verfehlte damit aber die Markterwartungen um eine Milliarde.

Analysten sprachen von einer ziemlichen Enttäuschung. Die HSBC-Aktie rauschte fünf Prozent in den Keller und zog auch andere europäische Finanztitel mit nach unten.

Konzernchef Gulliver stellte die Belastungen durch die Bankenabgabe in Großbritannien heraus. Diese dürfte die HSBC zum Jahresende rund 600 Millionen Dollar gekostet haben, sagte er.

Ins Gewicht falle ferner die Bezahlung der Investmentbanker in den Boommärkten Asien und Lateinamerika. Die Bank habe unter hohem Druck gestanden, diese gut zu entlohnen. Auch Gulliver selbst gehörte im vergangenen Jahr nicht zu den Kleinverdienern: Laut Geschäftsbericht verdiente er als Chef des Investmentbanking immerhin zehn (2009: knapp 16) Millionen Dollar, bevor er zum Jahreswechsel an die Konzernspitze aufrückte.


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