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28.10.2014

11:00 Uhr

Trotz leichter Verluste

Comdirect übertrifft Erwartungen der Analysten

Obwohl sie mehr Geld für neue Produkte und Kundenwerbung ausgegeben hat, kommt die Commerzbank-Tochter Comdirect nahezu an ihr Vorjahresergebnis heran. Der Finanzvorstand kündigt nun weitere Investitionen an.

In den ersten neun Monaten sank der Gewinn der Comdirect vor Steuern um knapp zwei Prozent auf 64,9 Millionen Euro. PR

In den ersten neun Monaten sank der Gewinn der Comdirect vor Steuern um knapp zwei Prozent auf 64,9 Millionen Euro.

Frankfurt am MainDie Commerzbank -Tochter Comdirect kommt trotz höherer Kosten für neue Produkte und Kundenwerbung nahezu an ihr Vorjahresergebnis heran. In den ersten neun Monaten sank der Gewinn vor Steuern nur um knapp zwei Prozent auf 64,9 Millionen Euro, wie die Online-Bank am Dienstag mitteilte.

Das übertraf die Erwartungen der Analysten. Trotzdem bleibt Finanzvorstand Holger Hohrein für das Gesamtjahr vorsichtig und hält an der Prognose eines Gewinnrückgangs auf 75 (Vorjahr: 80) Millionen Euro vor Steuern fest. „Zum Jahresende hin werden wir unsere Wachstumsaufwendungen steigern“, begründete Hohrein die Zurückhaltung.

Das Geschäftsjahr 2013 der Commerzbank

Unter dem Strich

Die Bank erwirtschaftete Erträge in Höhe von 9,27 Milliarden Euro und erzielte ein operatives Ergebnis in Höhe von 725 Millionen Euro (2012: 1,17 Milliarden Euro). Der Gewinn nach Steuern betrug 78 Millionen Euro (-47 Millionen Euro im Jahr 2012).

Privatkunden

Mit modernen Filialen und einem runderneuerten Online-Banking will die Commerzbank im Privatkundengeschäft in die Spur finden. Das operative Ergebnis der Sparte lag 2013 mit 225 Millionen Euro fast exakt auf dem Vorjahreswert. Im vierten Quartal gab es ein operatives Plus von 60 Millionen Euro (nach 25 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum).

Mittelstandsbank

Im Geschäft mit Mittelstandskunden ist die Commerzbank einer der wesentlichen Akteure auf dem deutschen Markt. Das operative Ergebnis schrumpfte 2013 auf 1,1 Milliarden Euro (nach 1,6 Milliarden Euro im Jahr 2012). Die Risikovorsorge – Rückstellungen für vom Ausfall bedrohte Kredite – lag bei 470 Millionen Euro. Im Jahr 2012 hatten Sondereffekte zu einer Risikovorsorge nahe null geführt.

Zentral- und Osteuropa

In diesem Segment ist vor allem das Engagement der Commerzbank in Polen erfasst. Die Tochter „mBank“ ist dort als Direktbank aktiv. Das operative Ergebnis lag 2013 bei 254 Millionen Euro und damit etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Die Bank Forum in der Ukraine hatte die Commerzbank 2012 bereits verkauft.

Kapitalmarktgeschäft

Im Segment „Corporates & Markets“ gab es einen Anstieg des operativen Ergebnisses auch wegen eines positiven Effekts bei der Bewertung eigener Verbindlichkeiten. Notieren die Anleihen von Banken an den Kapitalmärkten schwächer, hat das einen positiven Effekt auf die Bilanz – denn dann kann der Wert der Verbindlichkeiten niedriger angesetzt werden. Insgesamt kletterten das operative Ergebnis 2013 von 202 auf 778 Millionen Euro.

Interne „Bad Bank“

Im Segment „Non-Core Assets“ fasst die Bank Wertpapiere zusammen, die als Altlast aus der Finanzkrise gesehen werden oder aus der missglückten Übernahme der Immobilienbank Eurohypo stammen. Der Abbau der Positionen sei 2013 schneller voran gegangen als zunächst erhofft. Dei Bestände sollten auf 125 Milliarden Euro schrumpfen – tatsächlich landete die Bank bei 116 Milliarden Euro.

Comdirect profitiert in diesem Jahr von der gestiegenen Bereitschaft seiner 2,85 Millionen Kunden am Handel mit Wertpapieren. Das trieb den Provisionsüberschuss um 3,2 Prozent nach oben. Weil die Kunden immer mehr Geld auf ihre Comdirect-Konten legen, stieg trotz niedriger Leitzinsen auch der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge um sechs Prozent.

„Unsere Erträge sind auf Rekordhöhe, wir wachsen, und wir investieren in neue Produkte ebenso wie in künftiges Wachstum“, resümierte Hohrein.

Von

rtr

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