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14.03.2017

13:17 Uhr

Trotz Niedrigzinsen

Volks- und Raiffeisenbanken steigern Gewinn

Die Volks- und Raiffeisenbanken haben starke Zahlen für 2016 vorgelegt. Damit überflügeln auch die Genossenschaftler die großen Privatbanken beim Ergebnis. Die Zahl der Filialen wird trotzdem sinken.

Die Genossenschaftsbanken erwirtschaften Überschüsse. dpa

Filiale einer Raiffeisenbank

Die Genossenschaftsbanken erwirtschaften Überschüsse.

Frankfurt/DüsseldorfDie Genossenschaftsbanken in Deutschland haben im vergangenen Jahr von Zuwächsen im Kreditgeschäft und von Einsparungen profitiert. Der Jahresüberschuss von Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken, PSD Banken und genossenschaftlichen Sonderinstituten stieg 2016 auf 1,7 Milliarden Euro von 1,4 Milliarden, wie der Branchenverband BVR am Dienstag mitteilte.

Dank der robusten Konjunktur in Deutschland bauten die Genossenschaftsbanken ihr Kreditgeschäft um 4,5 Prozent auf 528 Milliarden Euro aus und nahmen der Konkurrenz Marktanteile ab. „Die Genossenschaftsbanken bleiben im Kundengeschäft auf Wachstumskurs“, sagte BVR-Präsident Uwe Fröhlich.

Dennoch haben die Institute einen Einlagenüberhang, der sie bares Geld kostet, wenn das überschüssige Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geparkt wird. Die Kundeneinlagen der Institute legten trotz extrem niedriger Sparzinsen weiter auf gut 637 Milliarden Euro zu (Vorjahr: 608 Milliarden Euro).

Die größten Genossenschaftsbanken (2016)

Platz 10

Evangelische Bank eG (Kassel)

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4 Mrd. Euro

Platz 9

Sparda-Bank München eG

Bilanzsumme: 7,2 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,3 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,3 Mrd. Euro

Alle Angaben beziehen sich auf das Jahresende 2016.

Platz 8

Bank für Sozialwirtschaft AG (Köln)

Bilanzsumme: 8,6 Mrd. Euro
Einlagen: 6,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 453 Mio. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 8

Sparda-Bank West eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 9 Mrd. Euro
Einlagen: 8 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,9 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 4,6 Mrd. Euro

Platz 6

Frankfurter Volksbank eG

Bilanzsumme: 9,3 Mrd. Euro
Einlagen: 7,3 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,6 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,2 Mrd. Euro

Platz 5

Sparda-Bank Südwest eG (Mainz)
Bilanzsumme: 9,4 Mrd. Euro
Einlagen: 7,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 1,8 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 6,5 Mrd. Euro

Platz 4

BBBank eG (Karlsruhe)

Bilanzsumme: 10,2 Mrd. Euro
Einlagen: 8,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 2,2 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 5,5 Mrd. Euro

Platz 3

Berliner Volksbank eG

Bilanzsumme: 12.5 Mrd. Euro
Einlagen: 10,6 Mrd. Euro
Spareinlagen: 895 Mio. Euro
Kundenforderungen: 7,7 Mrd. Euro

Platz 2

Sparda-Bank Baden-Württemberg eG (Stuttgart)

Bilanzsumme: 13,4 Mrd. Euro
Einlagen: 11,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 4,7 Mrd. Euro
Kundenforderungen: 10,7 Mrd. Euro

Platz 1

Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (Düsseldorf)

Bilanzsumme: 38,8 Mrd. Euro
Einlagen: 25,7 Mrd. Euro
Spareinlagen: 93 Mio. Euro
Kundenforderungen: 29,7 Mrd. Euro

Quelle

Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR)

Die EZB kassiert für Bankeinlagen 0,4 Prozent Strafzinsen. Dies geben etliche Institute an Unternehmenskunden weiter - und in Einzelfällen inzwischen auch an vermögende Privatkunden. „Negative Zinsen für Privatkunden möchte ich für alle Zukunft nicht ausschließen, aber wir haben es in absehbarer Zeit nicht vor“, sagte Fröhlich.

Der Zinsüberschuss ging wegen der niedrigen Zinsen im vergangenen Jahr um 3,5 Prozent auf 16,5 Milliarden Euro zurück. Um gegenzusteuern, drückten die Genossenschaftsbanken auf die Kostenbremse. Die Zahl der Mitarbeiter sank um 2,4 Prozent auf 151.550. Der Abbau habe nahezu ausschließlich über Altersfluktuation stattgefunden. Zudem wurden Filialen geschlossen und Banken fusioniert.

Der Trend zu Fusionen und Filialschließungen bei den Volks- und Raiffeisenbanken könnte sich nach Einschätzung des Dachverbandes beschleunigen. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der genossenschaftlichen Institute erstmals unter die Marke von 1.000. Nach 49 Fusionen gab es zum Jahresende 972 Institute. Für das laufende Jahr erwartet der Präsident des Bundesverbandes der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR), Uwe Fröhlich, „zwischen 60 und 80“ Zusammenschlüsse.

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Auch das Filialnetz schrumpfte weiter um 473 auf 11.787 Standorte. „Ich gehe davon aus, dass sich das 2017 fortsetzen wird, dass wir also irgendwo zwischen 400 und 500 Bankstellen weniger sehen werden“, sagte Fröhlich. Einen Rückzug aus der Fläche werde es aber nicht geben, die Gruppe genieße wegen ihrer Präsenz vor Ort hohes Vertrauen bei Kunden: „Das wollen wir uns nicht durch undurchdachte Kostenaktivitäten kaputtmachen“, betonte Fröhlich.

Das genossenschaftliche Spitzeninstitut DZ Bank hat bereits in der vergangenen Woche einen überraschend hohen Gewinn verkündet, ist damit Deutschlands profitabelste Bank. Auch die deutschen Sparkassen haben zuletzt gute Zahlen vorgelegt. Der Überschuss der rund 400 öffentlich-rechtlichen Institute lag 2016 bei 2,0 Milliarden Euro. Währenddessen melden viele Privatbanken Einbußen; die Deutsche Bank präsentierte zuletzt einen weiteren Milliardenverlust.

Kommentare (5)

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Herr Gerd St

14.03.2017, 12:19 Uhr

Vielleicht merken es jetzt die sogenannten "Großbanken", dass man nicht das Geschäftsmodell "Betrügen" braucht, um Geld zu verdienen. Und auch nicht unbedingt Erster im Investmentbanking & Co zu sein.
Die Deutsche Bank hat sich jetzt wenigstens die Chance gegeben, mit der Postbank
im normalen Geschäft Geld zu verdienen. Aber bedauerlicherweise wird dies dann wieder dazu genutzt, horrende Strafen in irgendwelchen Ländern zu zahlen, nur weil man sie mal wieder erwischt hat.
Vielleicht einfach mal die Führungskräfte der Privatbanken zu den entsprechenden Schulungen in den Raiffeisenakademien schicken. Dann klappt's auch mit dem Geld verdienen.

Account gelöscht!

14.03.2017, 13:00 Uhr

Eines ist sicher. Die digitale Transformation der Volkswirtschaft -auch Industrie 4.0 genannt- wird in der Banken -u. Versicherungsbranche die Hälfte der Arbeitsplätze kosten.

Und damit sind weitere Kosten für diese Branchen eingespart. Das nennt man dann Effizienz.

Ob es die dann auch so beuteln wird wie die Versorger EON und RWE? Und in der Automobilbranche wird sich dann auch einiges tun u.v.a. sowieso.

Der Wandel ins Zeitalter der Industrie 4.0 wird härter werden, als so manche erahnen können.

Mit Döner & Co. alleine im Land und aktuell 18 Mio. Migranten wird man ein Land wie Deutschland nicht in eine gute und sichere Zukunft führen können.



Account gelöscht!

14.03.2017, 13:01 Uhr

Und das fatales daran ist, dass die unsere Politikerinnen nicht peilen.

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