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06.09.2013

19:35 Uhr

Trotz NSA-Berichten

Bankenverbände halten Online-Banking weiter für sicher

Die NSA kann wohl auch auf SSL-verschlüsselte Daten zugreifen. Die deutschen Online-Banking-Systeme seien aber noch nicht geknackt, betonen die Bankenverbände. Trotzdem soll das Verfahren sicherer gemacht werden.

Die TAN-geschützte Überweisung soll weiterhin sicher sein. dpa

Die TAN-geschützte Überweisung soll weiterhin sicher sein.

FrankfurtDeutsche Bankkunden brauchen beim Online-Banking nach Angaben der Branchenverbände keine Angst um die Sicherheit ihrer Daten zu haben. "Diese deutschen Online-Banking-Systeme sind nicht 'geknackt'", teilten die fünf deutschen Bankenverbände am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme mit. Sämtliche von den Banken verwendeten Verschlüsselungen und Verfahren seien von der Finanzaufsicht BaFin und den Datenschutzbehörden als sicher anerkannt.

Der US-Geheimdienst NSA kann Medienberichten zufolge Verschlüsselungssysteme im Internet knacken, mit denen E-Mails oder Bankgeschäfte geschützt werden. Damit könnten die USA bisher sicher geglaubte Verbindungen ausspähen, berichteten die "New York Times", der britische "Guardian" und der Nachrichtendienst ProPublica. Sie beriefen sich auf Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden. Die NSA und der britische Partnerdienst GCHQ haben den Berichten zufolge die SSL-Technologie ins Visier genommen. Mit dem Secure Sockets Layer (SSL) werden Millionen Webseiten geschützt, deren Adressen mit "https" beginnen.

Die in der Deutschen Kreditwirtschaft zusammengeschlossenen Bankenverbände stellten klar, dass die SSL-Technik und deren Nachfolger TLS im Online-Banking nur dazu verwendet werden, dass außer dem Nutzer niemand sonst die Daten mitlesen könne. Sollte die NSA diese Technik tatsächlich geknackt haben, könnte sie demnach allenfalls Kontoinformationen abrufen, nicht aber etwa selbst Geld von dem Online-Konto abzweigen. Die Sicherheit der Transaktionen werde in Deutschland durch andere Verfahren gewährleistet, erklärte die Kreditwirtschaft. Die Kunden müssen sich dazu - je nach Bank - beispielsweise ein Passwort auf ihr Mobiltelefon schicken lassen (mobileTAN) oder einen am Bildschirm angezeigten Barcode mit dem Handy scannen (PhotoTAN) und damit einen siebenstelligen Code erzeugen.


Von

rtr

Kommentare (8)

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Icke79

06.09.2013, 20:04 Uhr

Die NSA liest auch keine Kontodaten aus. Herr Friedrich hat schließlich einen Zettel bei seinem letzten USA-Besuch mitbekommen, auf dem das drauf steht.

VolkerHS

06.09.2013, 21:51 Uhr

Die Telekom hat auch immer steif und fest behauptet, daß BTX-Banking sicher sei.

"je nach Bank - beispielsweise ein Passwort auf ihr Mobiltelefon schicken lassen (mobileTAN)"
Das dürfte kein Problem für die NSA sein. Motiv könnte z.B. sein, einen vermeintlichen "Feind" finanziell zu ruinieren, oder ein krimineller NSA-Mitarbeiter will sich persönlich bereichern.
Man muß davon ausgehen, daß bei NSA und Konsorten relativ viele fragwürdige Charaktere anheuern. Wer sich so verbiegt, daß er die Machenschaften der NSA für gut hält, wird auch Gründe finden, Geld "abzuzweigen. Nicht jeder hat soviel Charakter wie Hr. Snowden.

Mazi

06.09.2013, 21:58 Uhr

"Die NSA kann wohl auch auf SSL-verschlüsselte Daten zugreifen. Die deutschen Online-Banking-Systeme seien aber noch nicht geknackt, betonen die Bankenverbände."

Die Vorstellung der Bankenverbände sind wohl als naiv zu bezeichnen und die Aussage "noch nicht" impliziert, dass es eben passiert sein könnte.

Zu misteriös sind die bekannten Betrugsfälle als das man davon ausgehen könnte, dass das Sicherungssystem nicht schon lange geknackt sein könnte.

Über kurz oder lang muss sich ein gesteigerter Bargeldtransfer wieder durchsetzen.

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