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05.12.2012

13:05 Uhr

Trotz Schiffkrise

NordLB erwartet 2013 Gewinn

Überkapazitäten und hohe Spritpreise machen der Schifffahrt zu schaffen. Darunter leidet das Finanzierungsgeschäft der NordLB. Trotzdem erwartet die Bank 2013 ein passables Ergebnis – dank Firmenkunden und Immobilien.

NordLB-Chef Gunter Dunkel erwartet in diesem Jahr einen dramatischen Gewinneinbruch, trotzdem soll mehr als eine „schwarze Null“ übrigbleiben. dpa

NordLB-Chef Gunter Dunkel erwartet in diesem Jahr einen dramatischen Gewinneinbruch, trotzdem soll mehr als eine „schwarze Null“ übrigbleiben.

FrankfurtDas gemeinsame Netzwerkunternehmen von Nokia und Siemens, Nokia Siemens Networks (NSN), will einen Teil seines Geschäfts in Deutschland mit über 1000 Beschäftigten aufgeben. Bei der Infrastrukturtochter NSN Services solle der Betrieb "bis spätestens Ende 2013" eingestellt werden, teilte NSN am Mittwoch in Nürnberg mit. Die geplante Betriebsschließung betreffe rund 1000 Beschäftigte an insgesamt 16 Standorten.

NSN Services wurde 2008 gegründet und kümmert sich um die Wartung und Installation sogenannter passiver Netzwerktechnik, also von Antennen und anderen Komponenten von Kommunikationsnetzen, aber auch um Verkabelungen. "Das Unternehmen hat nie einen Gewinn erwirtschaftet und in den fünf Jahren seit seiner Gründung Verluste in zweistelliger Millionenhöhe angehäuft", begründete NSN-Deutschlandchef Hermann Rodler die Entscheidung. Es sei versucht worden, das Geschäft profitabel zu machen. Trotzdem sei es "nach wie vor defizitär, und ein Erreichen der Gewinnschwelle ist nicht absehbar."

Wo Banker die größten Probleme sehen

Bankenaufsicht und Regulierung

Die größten Probleme sehen die Manager von Finanzhäusern in der verschärften Bankenaufsicht und der Regulierung. 94 Prozent nannten dies als größte Herausforderung der Branche für die Jahre 2013 bis 2015. Die Unternehmensberatung Steria Mummert und Forsa befragten 120 Führungskräfte aus 120 Kreditinstituten. 100 davon aus Deutschland, 20 aus Österreich. Die Studie wurde im November 2012 veröffentlicht.

Kosten

An zweiter Stelle stehen die Kosten: 75 Prozent der Bank-Manager sehen den Renditedruck auf der Branche lasten.

Risikomanagement

Im Zuge der Finanzkrise und der verschärften Regulierung müssen die Banken besser mit ihren Risiken umgehen. Dementsprechend sehen immerhin 74 Prozent der befragten Banker den Umbau des Risikomanagements als Herausforderung.

Vertrieb und Kundenmanagement

Ebenfalls große Probleme sehen die Finanzhäuser im Vertrieb und Kundenmanagement. Hier sehen 71 Prozent der Bank-Lenker Herausforderungen.

Wettbewerb

Neue Anbieter, auch aus fremden Branchen, drängen in das Stammgeschäft der Geldhäuser. 71 Prozent der Finanzmanager sehen dies als Problem.

Finanz- und Schuldenkrise

Die Situation auf den Finanzmärkten belastet natürlich auch die Banken. Dementsprechend beobachten 70 Prozent der Geldhaus-Lenker die Lage in Griechenland und den Kapitalmärkten gespannt.

Demographische Entwicklung

Mit etwas Abstand, aber dennoch mit großer Sorge, betrachten die Banker die Alterung der Bevölkerung. Die demographische Entwicklung betrachten immerhin 68 Prozent der von Steria Mummert und Forsa befragten als Herausforderung.

Optimierung der Geschäftsprozesse

Rund 63 Prozent der Geldhaus-Manager erachten den Umbau von Betriebsabläufen als Herausforderung.

Konjunktur

Weniger Sorge bereitet den Bank-Lenkern offenbar die Entwicklung der Konjunktur. Nur 53 Prozent gaben dies als Problem an.

Kreditrisiko

Kreditrisiken bringen die Banker auch nicht um den Schlaf: Nur 39 Prozent bereitet dieses Thema Sorgen.

Optimierung der Informationstechnik

Die Verbesserung der hauseigenen Computersysteme sehen 38 Prozent der Befragten als Herausforderung.

Liquiditätsmanagement

Die geringsten Sorgen bereitet den Bank-Lenkern das Liquiditätsmanagement. Nur 32 Prozent sehen dies als Problem.

Weiterer Grund für den Schließungsplan sei die neue Unternehmesstrategie von NSN, teilte das Unternehmen mit. NSN wolle sich auf das Geschäft mit schnellen und leistungsfähigen mobilen Internetverbindungen konzentrieren. Infrastrukturdienstleistungen wie von NSN Services gehörten insofern "nicht mehr zum Kerngeschäft".

Über die Zukunft der Beschäftigten wolle NSN Services nun "umgehend" Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern aufnehmen, teilte NSN mit. Die Situation für die Mitarbeiter solle geklärt werden. Das Unternehmen plane eine "geordnete Abwicklung" und wolle alle Verpflichtungen gegenüber Kunden und Lieferanten erfüllen.

Für NSN arbeiten in Deutschland über 9000 Menschen an 100 Standorten in 75 Städten. NSN hatte im November vergangenen Jahres angekündigt, im Zuge eines Unternehmensumbaus bis Ende 2013 weltweit 17.000 von 74.000 Stellen streichen zu wollen.

Die Gewerkschaft Verdi forderte, die beteiligten Konzerne müssten "sich jetzt ihrer sozialen Verantwortung stellen und den Arbeitnehmern eine stabile Perspektive geben". 200 von der Schließung Betroffene hätten als Beamte ein Recht auf Rückkehr zum ehemaligen Staatskonzern Deutsche Telekom.

Vor fünf Jahre hatte die Telekom ihre damalige Service-Tochter VTS mit 1800 Mitarbeitern an die Telekom verkauft. Daraus entstand NSN Services mit derzeit noch gut 1050 Beschäftigten. Da nun Serviceverträge ausgelaufen seien, stehe das gesamte Unternehmen jetzt vor dem Aus. Dem Management von NSN Services sei es nicht gelungen, "sich von einem einzelnen Großauftraggeber dauerhaft abzunabeln" und das Geschäft zu erweitern, kritisiert Verdi.

Von

afp

Kommentare (1)

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Sven

05.12.2012, 15:51 Uhr

Was hat die NordLB mit NSN zu tun?

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