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02.03.2004

08:14 Uhr

Trotz tiefroter Zahlen rechnen Experten nicht mit einer Kapitalspritze der Allianz

Dresdner Bank droht erneut Milliardenverlust

Analysten erwarten bei der Allianz-Tochter Dresdner Bank einen Milliardenverlust für das Jahr 2003. Die Schätzungen reichen von 1 Milliarde Euro bis 2 Milliarden Euro Verlust vor Steuern.

kk FRANKFURT/M. Angesichts der hohen Verluste diskutieren Experten, ob eine Kapitalspritze von der Konzernmutter nötig ist. Die meisten gehen jedoch davon aus, dass die Kapitaldecke trotz der schwachen Zahlen ausreicht. Die Allianz und die Dresdner Bank legen ihre Zahlen für 2003 am 18. März vor. Zu den erwarteten Verlusten wollte sich die Bank gestern nicht äußern. Commerzbank und Hypo-Vereinsbank haben in 2003 vor allem wegen hoher Abschreibungen auf Beteiligungen jeweils über zwei Mrd. Euro verloren.

Grund für die hohen Verluste sind bei der Dresdner Bank vor allem die Kosten für den Stellenabbau. Die Geschäftsführung hat angekündigt, dass sie die Kosten für den Abbau von insgesamt 4 700 Mitarbeitern in den kommenden zwei Jahren noch im vierten Quartal des vergangenen Jahres verbuchen will. Hinzu kommen voraussichtlich erhebliche Rücklagen für die Risikovorsorge.

Roland Pfänder, Analyst der ING BHF-Bank, rechnet für 2003 mit einem Verlust vor Steuern von knapp 2 Mrd. Euro. Ein ähnlich hohes Minus prognostiziert Lucio di Geronimo von der Hypo-Vereinsbank. Er erwartet 1,9 Mrd. Euro Verlust für den gesamten Bereich Banking der Allianz. In seine Kalkulation gehen auch befürchtete zusätzliche Abschreibungen auf die Beteiligung an der Hypothekenbank Eurohypo in Höhe von 300 Mill. Euro ein. In der Eurohypo haben die Dresdner Bank, die Deutsche Bank und die Commerzbank ihre Hypothekenbanktöchter verschmolzen. Außerdem seien einige Kredite der Dresdner Bank wohl mit Verlust verkauft worden und das schlage sich negativ auf das Ergebnis nieder, erklärt Di Geronimo. Ralf Dibbern, Analyst der Privatbank M.M. Warburg, rechnet für das Bankgeschäft der Allianz mit einem Vorsteuerverlust von 1,2 Mrd. Euro. Sein Kollege Reiner Osbild von Oppenheim Research liegt mit seiner Schätzung von 1,25 Mrd. Euro ähnlich hoch.

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