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28.10.2016

06:43 Uhr

TV-Kritik Maybrit Illner

Das Gespenst der Banken-Krise lässt grüßen

VonJulia Rotenberger

Wer rettet die Deutsche Bank, sollte sie ins Straucheln kommen? Diese Frage stellten sich die Gäste bei Maybrit Illner am Donnerstag. Ideen dazu gab es genug. Doch was ist, wenn sich die Bank nicht helfen lassen will?

Nach „Hart aber fair“ (ARD) zum Wochenanfang, war auch bei „Maybrit Illner“ (ZDF) die Lage der Finanzwelt das Diskussionsthema. dpa

Bankenhochhäuser in Frankfurt

Nach „Hart aber fair“ (ARD) zum Wochenanfang, war auch bei „Maybrit Illner“ (ZDF) die Lage der Finanzwelt das Diskussionsthema.

Der spießige Weltspartag bekommt in diesem Jahr etwas Aufregendes, ja, beinahe Gefährliches: Das Gespenst einer Bankenkrise ist wieder da. Am liebsten spukt es durch die deutsche Talkshow-Landschaft.

So diskutierte am Montag ARD-Moderator Frank Plasberg bei „hart aber fair“ darüber, ob sich die Banken und Sparkassen auf Kosten der Kunden selber retten. Am Donnerstag zog dann das ZDF nach: „Gier statt Reue – kommt die Bankenkrise zurück?“, fragte Moderatorin Maybrit Illner die Zuschauer und Gäste ihrer Show.

Allerdings fuhr zuvor das größte Krisen-Schreckgespenst, die Deutsche Bank, Illner mit guten Zahlen in die Parade. 278 Millionen Euro Gewinn habe man im dritten Quartal dieses Jahres gemacht, gab das Geldhaus am Donnerstag bekannt – ein Mini-Punkt zugunsten des Deutsche-Bank-Sprechers Jörg Eigendorf, der sich an diesem Abend ziemlich oft verteidigen musste.

Die (un)profitabelsten Bankengruppen Deutschlands

Platz 8

Genossenschaftliche Zentralbanken

Rentabilität 2015: -1,08 %

Rentabilität 2014: 2,64 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 7

Großbanken (Commerzbank, Deutsche Bank, Postbank, Unicredit/Hypo-Vereinsbank)

Rentabilität 2015: 1,81 %

Rentabilität 2014: 3,16 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 6

Landesbanken (u.a. Bayern LB, LBBW)

Rentabilität 2015: 1,89 %

Rentabilität 2014: -1,5 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 5

Regionalbanken und sonstige Kreditbanken (u.a. BFI Bank, Deutsche Leasing Finance)

Rentabilität 2015: 2,72 %

Rentabilität 2014: 4,23 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 4

Bausparkassen (u.a. Bausparkasse Mainz, LBS)

Rentabilität 2015: 3,66 %

Rentabilität 2014: 5,6 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Durchschnitt

Durchschnitt aller Banken

Rentabilität 2015: 3,96 %

Rentabilität 2014: 3,98 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 3

Realkreditinstitute (u.a. Münchener Hypothekenbank, Wüstenrot Bank)

Rentabilität 2015: 4,29 %

Rentabilität 2014: -1,67 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 2

Sparkassen

Rentabilität 2015: 6,52 %

Rentabilität 2014: 6,72 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Platz 1

Kreditgenossenschaften (u.a. Volksbanken und Raiffeisenbanken)

Rentabilität 2015: 7,34 %

Rentabilität 2014: 8,59 %

Alle Angaben in Prozent des Eigenkapitals nach Steuern. Quelle: Bundesbank

Ja, man habe Fehler gemacht, ja, die Deutsche Bank sei in zu vielen riskanten Geschäften drin gewesen – und ja, das Team um Vorstandschef John Cryan arbeite daran, das Geldhaus von den Rechtsfolgen der krummen Geschäfte frei zu schaufeln. Selbst die Bilder von Schweinen am Futtertrog, denen Aufnahmen von Ackermann, Fitschen und Jain folgten, ließ Eigendorf unkommentiert. Soweit so langweilig.

Spannender waren da die „Was-wäre-wenn“-Fragen, denn diese sorgten erst für den nötigen Gruselfaktor in der Diskussion – zumindest in der Theorie. Dass die Deutsche Bank noch nicht wirklich vor dem Kollaps steht, darüber waren sich die Teilnehmer – mit Ausnahme Lafontaines – einig.

„Die Deutsche Bank hat kein Liquiditätsproblem und kein Solvenzproblem”, sagte CNBC-Journalistin Carolin Roth. Und nein, auch wenn viele Marktteilnehmer das oft fragen würden, es sei auf keinen Fall so wie damals, als die US-Bank Lehman Brothers Pleite ging. Finanzinvestor Rainer Voss pflichtete ihr bei: „Wir müssen nicht darüber reden, dass die Deutsche Bank umfällt”, sagte er. Die Diskussion sei absurd.

Kommentare (13)

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Herr Otto Lehmann

28.10.2016, 08:19 Uhr

Egal wie man es dreht es kommt für eine Rettung letztendlich immer nur einer in Frage, der Steuerzahler. Der wehrt sich nicht. Der kann sich garnicht wehren. Das nennt man hierzulande Demokratie.
Genauso verhält es sich wenn Politiker Geld für sich oder deren Projekte brauchen.
Also was soll die Frage in diesem Artikel?

Herr Rainer Hake

28.10.2016, 09:17 Uhr

Die gesamte Diskussion zeigt wieder mal, dass sich schlechte Nachrichten besser Vermarkten lassen als die Guten. Selbst der Gewinn der DB wird schlecht geredet weil ja nicht sein darf, was Tatsache ist. Spekulationen in solchen Themen sind niemals hilfreich. Abwarten und die Damen und Herren bei der Bank Ihren Job machen lassen.

Herr Thomas Behrends

28.10.2016, 10:44 Uhr

@ Rainer Hake

Sie wissen gar nicht wie groß das kreative Management in Unternehmen ist!

Als Bilanzbuchhalter kann ich aus einem Verlust einen Gewinn machen und umgekehrt! Das stellt kein Problem dar ...

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