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03.10.2011

14:07 Uhr

UBS

Axel Weber mischt bei Chef-Suche mit

Axel Weber beteiligt sich nun auch offiziell an der Suche nach einem neuen Chef für die UBS. Einen heiß gehandelten Kandidaten muss er schon mal von der Liste streichen, weil der bei der Deutschen Bank bleiben will.

Der Ex-Bundesbanker Axel Weber soll die schwierige Situation der UBS entschärfen. dapd

Der Ex-Bundesbanker Axel Weber soll die schwierige Situation der UBS entschärfen.

ZürichDer frühere Bundesbank-Chef und designierte Präsident der UBS, Axel Weber, kann nun auch offiziell bei der Suche nach einem neuen UBS-Chef mitreden. Weber sei mit der Schweizer Großbank durch einen Beratervertrag verbunden, hieß es am Montag in UBS-Kreisen zu einem Bericht des „Tages-Anzeiger“. Seit dem überraschenden Rücktritt von Konzernchef Oswald Grübel wegen des milliardenschweren Handelsskandals in London führt der bisherige Europa-Chef Sergio Ermotti die Bank als Interims-Chef. Ein permanenter Konzernchef muss in den kommenden Monaten noch ausgewählt werden.

Dass Weber in die Suche nach einem neuen Chef einbezogen werden sollte, hatte UBS-Verwaltungsratspräsident Kaspar Villiger schon kurz nach Grübels Rücktritt signalisiert. Vor einer Woche erhielt Weber nach Angaben von mit der Sache vertrauten Personen von der Bundesbank dann grünes Licht, um bei der UBS einzusteigen. Wie weit Webers Kompetenzen als Berater reichen, war bei der Schweizer Großbank nicht zu erfahren.

Vor dem Handelsskandal und Grübels Rücktritt war geplant, dass Weber im Frühjahr in den Verwaltungsrat der UBS gewählt wird. Ein Jahr später sollte er den Vorsitz des Gremiums von Villiger übernehmen. Grübel wollte ursprünglich bis 2013 Konzernchef bleiben. Damit hätte Weber Zeit gehabt, in aller Ruhe den Generationswechsel an der Spitze der UBS zu organisieren und, wie er im Juli sagte, die strategischen Perspektiven für die Zukunft weiterzuentwickeln.

Mit dem Beratervertrag ist wohl die in Bankenkreisen immer wieder aufkommende Spekulation vom Tisch, dass sich Weber kurzfristig in den UBS-Verwaltungsrat wählen lassen könnte. Die Schweizer Anlagestiftung Ethos hatten sich dafür starkgemacht. Das würde aber bedeuten, dass eine außerordentlich Generalversammlung abgehalten werden müsse. Das ist nicht von heute auf morgen möglich und mit Kosten verbunden.

Nun liegt es vorerst an Interims-Chef Ermotti, die größte Schweizer Bank in eine neue Richtung zu steuern und die mit dem Investmentbanking verbundenen Risiken abzubauen. Er habe vor, seine Befugnisse voll zu nutzen, erklärte Ermotti in der vergangenen Woche in einem Brief an die Mitarbeiter. Auf dem seit langem geplanten Investorentag am 17. November werde er die strategischen Pläne für die Bank vorstellen. Bis dahin, so Spekulationen in Medien, will Ermotti auch die wichtigsten Aktionäre besucht haben. Er habe einen vollen Terminkalender schrieb er den Mitarbeitern.

Der als Kandidat für den UBS -Chefposten gehandelte Deutsche-Bank-Risikovorstand Hugo Bänziger hegt nach eigenen Angaben keine Wechselabsichten. „Ich stehe voll zur Deutschen Bank und habe keine Absicht, diese zu verlassen“, sagte der Schweizer am Montag der Nachrichtenagentur Reuters auf die Frage nach einem möglichen Wechsel. Nach dem Handelsskandal bei der UBS galt Bänziger wegen seiner großen Erfahrung im Risiko-Management als ein Kandidat für den Chefsessel bei der Schweizer Großbank.

Als weiterer Kandidat gilt der Brite Bill Winters. Der frühere Co-Chef des Investmentbanking von J.P. Morgan leitet eine Firma für alternative Investments. Käme Winters zum Zug, wäre nicht allein das Verwaltungsratspräsidium sondern auch die Spitze der Konzerleitung mit einem Nichtschweizer besetzt.

Von

rtr

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