Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

11.05.2015

18:01 Uhr

UBS, Barclays und Co.

Banken zahlen fünf Milliarden im Devisenskandal

Im Devisenskandal stehen fünf Banken vor einer Einigung mit dem US-Justizministerium. Laut eines Medienberichts wollen die Geldhäuser Milliarden zahlen. Nur eine Bank könnte um eine Strafanzeige nicht herum kommen.

Barclays, UBS, JP Morgan, Citigroup und der Royal Bank of Scotland drohen Strafen in Milliardenhöhe. Reuters

Großbanken drohen hohe Strafen

Barclays, UBS, JP Morgan, Citigroup und der Royal Bank of Scotland drohen Strafen in Milliardenhöhe.

ZürichDer Devisenskandal kommt fünf internationale Großbanken teuer zu stehen. Einem Bericht der „Financial Times“ (FT) zufolge müssen die Schweizer UBS sowie zwei amerikanische und zwei britische Banken insgesamt wohl mehr als fünf Milliarden Dollar auf den Tisch legen, um die Verfahren des US-Justizministeriums (DoJ) sowie weiterer Behörden beizulegen. Das DoJ sei erpicht darauf, bereits am Mittwoch eine Einigung bekanntgeben, doch sei auch ein Aufschub um einen oder zwei Tage möglich, falls sich die Schlussverhandlungen hinziehen sollten, berichtete die Zeitung.

Die höchste Strafe muss dem Bericht zufolge die britische Barclays bezahlen. Rund zwei Milliarden Pfund dürfte die Buße der britischen Finanzmarktbehörde, des DoJ und dreier weiterer US-Behörden erreichen. Bei der Royal Bank of Scotland, JP Morgan und Citigroup werde sich die Zahlung auf jeweils bis zu eine Milliarde Dollar belaufen. Tochtergesellschaften der vier Banken dürften sich strafrechtlich schuldig bekennen, berichtete die Zeitung unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen weiter. Citigroup bestätigte bereits in einer Pflichtmitteilung, dass sich die Bank in einem Devisen-Kartellverfahren schuldig bekennen könnte.

Die zehn größten Banken der Welt

Platz 10

Platz zehn belegt die China Construction Bank, seit dem Jahr 2005 werden an der Hongkonger Börse Aktien der CCB im Wert von mehr als 8 Milliarden Dollar gehandelt.

Bilanzsumme: 2241 Mrd. US-Dollar

Platz 9

Darauf folgt die Bank of America, deren Ursprünge auf die im Jahr 1784 gegründete Bank of Massachusetts zurückgehen. Sie ist somit die zweitälteste Bank der USA.

Bilanzsumme: 2258,5 Mrd. US-Dollar

Platz 8

Die JP Morgan Chase & Co. ist, gemessen an der Bilanzsumme von mehr als 2,3 Billionen US-Dollar, die größte Bank der USA.

Bilanzsumme: 2359,1 Mrd. US-Dollar

Platz 7

Die britische Großbank Barclays wurde 2011 in einer an der ETH Zürich veröffentlichten Studie als einflussreichstes Unternehmen der Weltwirtschaft bezeichnet.

Bilanzsumme: 2420,6 Mrd. US-Dollar

Platz 6

Crédit Agricole mit Sitz in Paris ist auch durch seine Tätigkeit als Sponsor des Radsportteams Crédit Agricole weltweit bekannt.

Bilanzsumme: 2431,4 Mrd. US-Dollar

Platz 5

Die MUFG entstand 2005 aus dem Zusammenschluss der beiden Unternehmen Mitsubishi Tokyo Financial Group (MTFG) und UFJ Holdings, Herzstück des Konzerns ist die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ.

Bilanzsumme: 2488,8 Mrd. US-Dollar

Platz 4

BNP Paribas entstand 2000 durch die Fusion der Banque Nationale de Paris (BNP) und der Paribas. Zusammen mit der Société Générale und dem Crédit Lyonnais gehört sie zu den drei alten Geschäftsbanken Frankreichs.

Bilanzsumme: 2517,1 Mrd. US-Dollar

Platz 3

Die Deutsche Bank mit Sitz in Frankfurt am Main ist das nach Bilanzsumme und Mitarbeiterzahl größte Kreditinstitut Deutschlands und unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney.

Bilanzsumme: 2655,7 Mrd. US-Dollar

Platz 2

Zweiter ist die Bank HSBC, die ihren Sitz in London hat und somit die größte Bank Europas ist.

Bilanzsumme: 2692,5 Mrd. US-Dollar

Platz 1

Die ICBC ist, gemessen an der Bilanzsumme, nicht nur die größte Bank der VR China, sondern auch die größte Bank der Welt.

Bilanzsumme: 2813,5 Mrd. US-Dollar

Wie hoch die Strafe für die UBS ausfällt, ist laut dem „FT“-Bericht noch unklar. Die Schweizer verhandelten mit dem DoJ immer noch über mögliche strafrechtliche Konsequenzen. Dazu komme, dass die Behörde gegen die UBS und auch gegen Barclays bereits abgeschlossenes Strafverfahren in Zusammenhang mit dem Fehlverhalten im Zinsskandal neu aufrollen könnte.

Ende 2012 hatte die größte Schweizer Bank die Untersuchung der Verstrickung in den Libor-Skandal mit einer Zahlung von 1,4 Milliarden Franken beigelegt. Im vergangenen November zahlte die UBS zwar 774 Millionen Franken an Behörden in den USA, Großbritannien und der Schweiz. Das Verfahren des US-Justizministeriums wurde dabei aber ausgeklammert. Die UBS wollte sich zu dem „FT“-Bericht nicht äußern.

Weltweit gehen Aufseher dem Verdacht nach, dass Banken am billionenschweren Devisenmarkt ebenfalls getrickst haben. Die Deutsche Bank als einer der größten Devisenhändler der Welt hat Finanzkreisen zufolge mehrere Händler vom Dienst suspendiert. Sie stehen offenbar im Verdacht, an Referenzkursen gedreht zu haben. Das Institut hat erklärt, dass sie zur Aufklärung des Skandals mit verschiedenen Aufsichtsbehörden zusammenarbeitet und zudem eine interne Untersuchung gestartet hat.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Herr Manfred Zimmer

11.05.2015, 19:56 Uhr

"Weltweit gehen Aufseher dem Verdacht nach, dass Banken am billionenschweren Devisenmarkt ebenfalls getrickst haben."

Wann sollte das gewesen sein? Will da jemand behaupten, dass die BAFin bzw. das BAKred zuvor sich die Hauptgeschäfte der Deutschen Bank nie angesehen habe?

Kaum zu glauben, dass das so gewesen sein könnte. Wenn das so gewesen wäre, dann wäre die Inkompetenz dieser Behörde nicht mehr zu überbieten.

Aber diese Behörde steht auch unter ständiger Aufsicht durch das Finanzministerium. Um diese Aufgabe sollte sich Herr Assmusen (bekannt aus Funk und Fernsehen) kümmern. Aktuell ist er bei bestem Gehalt im Bundesministerium für Arbeit und Soziales verloren gegangen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×