Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.02.2008

15:55 Uhr

UBS-Krise

Untergang einer Ikone

VonOliver Stock

Die United Bank of Switzerland (UBS) befindet sich im Subprime-Strudel. Ein Staatsfonds aus Singapur soll die Kapitaldecke der Bank aufbessern, doch in Singapur wird über die Sicherheit der Milliarden-Investition diskutiert. Eine Alternative zu der Beteiligung gibt es nicht. Der Druck auf UBS-Präsident Marcel Ospel wächst.´ Mit jedem Franken, den der Aktienkurs sinkt, wird die Luft für ihn dünner.

UBS-Präsident Marcel Ospel steht im Mittelpunkt der Kritik. Foto: reuters

UBS-Präsident Marcel Ospel steht im Mittelpunkt der Kritik. Foto: reuters

ZÜRICH. Wie viele Unternehmen gibt es, die den Namen dieses kleinen stolzen Landes tragen? Die Swiss natürlich. Sie trägt ihn auf den Rümpfen ihrer Flugzeuge in alle Welt. Credit Suisse vielleicht auch. Verschwiegenheit und Vertrauen schwingen in dem Namen mit. Ja und UBS natürlich: "United banks of Switzerland" - "of Singapore", verbessert ein Banker, während er an seinem Espresso in einer Bar an der Zürcher Bahnhofstrasse nippt. Sie befindet sich schräg gegenüber jener UBS -Schaufenster, vor denen eine immer größer werdende Menschenmenge mit zunehmender Fassungslosigkeit auf Bildschirme mit Börsenkursen starrt, die nur eine Bewegung kennen: nach unten.

Die Bemerkung erinnert daran, dass die UBS mit einem Staatsfonds aus Singapur vermutlich demnächst einen neuen Großeigentümer besitzen wird, der ihre gefährlich dünn gewordene Kapitaldecke aufbessert, "und sich damit tief in den Bankenplatz Schweiz einnistet, den größten Konkurrenten Singapurs", wie ein verbitterter UBS -Kunde schreibt, der dabei ist, seine Konten bei der Bank zu schließen. Derweilen wird - bis vor einem halben Jahr undenkbar - in Singapur öffentlich darüber diskutiert, wie sicher die mit Steuergeld finanzierte Milliardeninvestition in die Schweiz überhaupt noch ist. Die Frage, ob damit nicht jede Risikovorgabe gesprengt werde, musste Singapurs Finanzminister vorletzte Woche im Parlament beantworten.

Aus eidgenössischer Sicht wäre ein Rückzieher jedoch ein Drama. Es gibt keine Alternative zu der Beteiligung, hat die UBS am Freitag noch einmal in einem Schreiben an ihre Aktionäre erklärt. Mehr als 18 Mrd. Dollar hat sie im Subprime-Sumpf bislang versenkt. Wie viel von dem Vermögen, das ihr ihre Kunden zur Aufbewahrung anvertraut haben, noch verschwindet, ist nicht abzusehen. Ein Mann steht dabei im Mittelpunkt der Kritik: UBS -Präsident Marcel Ospel.

Der Mann, der stets in einem Anzug auftritt, der eine Spur hellblauer ist, als das, was in Zürich sonst getragen wird, feiert in dieser Woche Geburtstag, seinen 58. Eine rauschende Party dürfte es nicht werden. Ospels Augenlider sehen aus, als seien sie in den vergangenen Wochen noch schwerer geworden. Er ist der einzige Kapitän, der sich noch immer auf der Kommandobrücke einer der Banken hält, die tief im Subprime-Strudel versunken sind. Seine US-Kollegen sind allesamt über Bord gegangen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×