Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.09.2011

13:48 Uhr

UBS-Skandal II

Ratingagenturen senken die Daumen

Vertrauen ist das Wichtigste für Banken – und das spiegelt sich in der Bönitäts-Ratingnote wider. Nach dem Händler-Skandal haben nun bereits zwei der drei großen Ratingagenturen angekündigt, die Note zu überprüfen.

Keine unangenehmen Fragen bitte: Ein Polizist vor der Londoner UBS-Dependance, wo der Händler die Milliarden verzockte. Reuters

Keine unangenehmen Fragen bitte: Ein Polizist vor der Londoner UBS-Dependance, wo der Händler die Milliarden verzockte.

Zürich/LondonDer Schweizer Großbank UBS droht wegen der von einem Händler verzockten Milliarden die Abstufung durch die Ratingagenturen Moody's und Standard and Poor's. Das Langfrist-Rating „A+“ stehe nach dem von der Bank bekanntgegebenen milliardenschweren Handelsverlust durch einen Mitarbeiter des Investmentbankings zur Disposition, teilte S&P am Freitag mit. Das Ereignis sei ein Rückschlag für die Bemühungen der UBS, ihre Reputation wiederzuerlangen und ein verstärktes Risikomanagement vorzuweisen, hieß es.

In der Nacht auf Freitag hatte bereits Moody's eine Überprüfung des UBS-Rating angekündigt. Im Fokus der Überprüfung stehe Moody's zufolge der anhaltende Nachholbedarf der größten Schweizer Bank im Risikomanagement und bei der Kontrolle spekulativer Geschäfte. Hier sei die Bank schon seit längerem schwach aufgestellt. Der am Donnerstag bekanntgegebene Verlust in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar aus unerlaubten Geschäften eines einzigen Händlers habe dies deutlich aufgezeigt.

Die Bank habe zwar seit der Finanzkrise einige Fortschritte in diesem Bereich gemacht, sei hier aber immer noch deutlich hinter der Konkurrenz. Derzeit wird die Bonität der UBS noch mit der Note „Aa3“ und die Finanzkraft der Bank mit der Einstufung „C/A3“ bewertet. Eine Abstufung um mehr als eine Stufe sei unwahrscheinlich, hieß es in der Mitteilung. Die Deutsche Bank hat im Langfrist-Rating beispielsweise nach eigenen Angaben ebenfalls „Aa3“.

Die Einstufung der Bonität ist für Banken von besonderer Bedeutung, da sie ein mitentscheidender Faktor bei der für die Geldhäuser wichtigen Refinanzierung ist. Gerade erst in dieser Woche sorgte die Abstufung der französischen Banken Crédit Agricole und Société Générale für heftige Kursverluste bei den Aktien.

UBS hatte am Donnerstagmorgen mitgeteilt, dass nicht genehmigte Transaktionen eines Händlers der Bank einen Verlust von zwei Milliarden Dollar eingebrockt haben. Es sei daher möglich, dass die Bank deshalb im dritten Quartal wieder einmal rote Zahlen schreibe. Der Kurs der Aktie fiel daraufhin in einem sehr festen Markt um mehr als zehn Prozent auf 9,75 Franken und kostete damit erstmals seit dem Frühjahr 2009 wieder weniger als zehn Franken.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Nirwan

16.09.2011, 11:40 Uhr

Was ist das denn bitte fuer ein geschmackloses Bild? Da hat die Redaktur ja groben Unfug betrieben, wenn das so tatsaechlich durchgehen konnte. Hier hat das Handelsblatt wohl eine Gemeinsamkeit mit der UBS - "fehlendes Risikomanagement".

Philipp

16.09.2011, 12:17 Uhr

Geschmacklos finde ich daran eher das sich ein Polizist zu sowas hinreissen lässt.

kuac

16.09.2011, 12:42 Uhr

Kann mir bitte jemand erklären, warum solche Megawetten für die Finanzmärkte gut sein sollen? Entweder sind sie gut für den Finanzmarkt, dann soll man sie erhalten oder sogar ausweiten. Oder, sie sind schlecht, dann verbieten.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×