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18.01.2010

10:27 Uhr

Übergangsphase

Versicherer gegen Zwang zur EU-Lastschrift

VonYasmin Osman

Der Deutsche Branchenverband GDV fordert den sanften Übergang vom deutschen auf den europäischen Standard. Dagegen fordert die Europäische Kommission einen festen Termin zur Einführung des europaweiten Lastschriftverfahrens Sepa. Die deutschen Versicherer wollen dagegen zunächst eine einheitliche technische Plattform einrichten.

Bargeldlos bezahlen geht mit EC-Karte oder auch mit Lastschrift. Pläne zur Umstellung auf ein europaweites Lastschriftverfahren stoßen jetzt bei deutschen Versicherern auf Widerstand. Quelle: ap

Bargeldlos bezahlen geht mit EC-Karte oder auch mit Lastschrift. Pläne zur Umstellung auf ein europaweites Lastschriftverfahren stoßen jetzt bei deutschen Versicherern auf Widerstand.

FRANKFURT. Die deutschen Versicherer wehren sich gegen die Abschaffung des deutschen Lastschriftverfahrens zu einem festen Termin. „Die Pläne der Europäischen Kommission, die nationalen Lastschriftverfahren zu Gunsten der europäischen Sepa-Lastschrift abzuschaffen, kommen zu früh“, sagte Jörg von Fürstenwerth, der Vorsitzende des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) dem Handelsblatt. Er schlägt stattdessen einen allmählichen Übergang vor.

Mit dem Vorstoß wehrt sich der Branchenverband gegen den zunehmenden Druck der Brüsseler Behörde, die Einführung des europaweiten Lastschriftverfahren (Sepa) durch einen festen Endtermin für die nationalen Lastschriftverfahren zu erzwingen. Zuletzt hatte der designierte EU-Binnenmarktkommissar, Michel Barnier, während einer Anhörung vor dem EU-Parlament ein verbindliches Ultimatum für die Umsetzung angekündigt. Schon zuvor hatte die EU-Kommission Ende September nach umfassenden Konsultationen mitgeteilt, die Teilnehmer hätten sich generell für eine Frist auf EU-Ebene ausgesprochen.

Dafür ist es nach Ansicht des GDV noch zu früh, denn für die schon bestehenden Einzugsermächtigungen gibt es noch keine für alle akzeptable Umstellungslösung. Einfach umwidmen kann man die Einzugsermächtigungen nicht. Dafür bräuchte es entweder ein Gesetz oder die Einreicher der Lastschriften, in dem Fall die Versicherer, müssten von ihren Kunden eine neue sepa-konforme Einzugsermächtigung einholen. Im Sinne der Kunden strebe der Verband eine „pragmatische, rechtssichere und kostensparende“ Umstellung an, sagte von Fürstenwerth.

Einheitliche Plattform gefordert

Der Verband schlägt vor, sowohl das deutsche wie auch das europäische Lastschriftverfahren auf einer einheitlichen technischen Plattform abzuwickeln. Die bestehenden deutschen Einzugsermächtigungen würden dann bis zu ihrem Vertragsende weitergeführt werden. Beim Abschluss neuer Versicherungsverträge würden die Versicherer europakonforme Einzugsermächtigungen einführen. Laut GDV wäre diese Lösung erheblich effizienter als der Betrieb zweier Plattformen für die beiden unterschiedlichen Lastschriftverfahren.

Allerdings benötigen die Versicherer für diese Lösung auch die Zusammenarbeit der Banken. Doch laut GDV stößt der Migrationsvorschlag bei der Kreditwirtschaft „weiterhin“ auf Ablehnung. Hintergrund dafür dürfte das Bestreben vor allem der privaten und genossenschaftlichen Banken sein, die Umstellung auf die europaweiten Zahlungssysteme möglichst schnell voranzutreiben.

Deshalb fordern auch die genossenschaftlichen und privaten Banken sowie die Bundesbank ein festes Enddatum für die deutsche Lastschrift. Einzig die Sparkassenorganisation opponiert gegen einen festen Endtermin.

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